Wissenschaft & Forschung

Universitätsmedizin: Forschen & heilen

Uniklinikum Frankfurt wird gefördert und entschuldet

Die Landesregierung hat die Universitätsmedizin in Frankfurt in erheblichem Umfang gefördert. 2016 sind rund 195 Millionen Euro Landesmittel in diesen Bereich geflossen.

Das Land Hessen ist Träger der Universitätskliniken und trägt dafür Sorge, dass die Einrichtungen ihre Aufgaben zur Unterstützung des Fachbereichs Medizin und in der Krankenversorgung uneingeschränkt erfüllen können. Da sich die Landesregierung für das System der Hochschulautonomie entschieden hat, erhalten die Hochschulen ein Globalbudget und sind für die Aufteilung auf die Fachbereiche selbst verantwortlich.

Patrick Burghardt
Patrick Burghardt, Staatssekretär seit 2017

Dem medizinischen Fachbereich wurden im Jahr 2016 von der Universität Frankfurt rund 93 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zusammen mit den Baumaßnahmen (14,1 Millionen Euro), der Forschungsförderung (2,21 Millionen Euro), LOEWE (6,46 Millionen Euro) sowie den Landesmitteln für das Universitätsklinikum in Höhe von mehr als 79 Millionen Euro hat der universitätsmedizinische Standort Frankfurt Landesmittel in Höhe von rund 195 Millionen Euro erhalten.

Auch bei der Tilgung der Schulden in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro hilft das Land. Auf Basis eines Restrukturierungs- und Sanierungsprogramms wurde eine Entschuldung über zehn Jahre vereinbart.

Zukunftspapier für Medizin in Mittelhessen

Die Universitätsmedizin in Mittelhessen ist mit ihren traditionsreichen Standorten Gießen und Marburg gut aufgestellt. Das im Mai 2017 aufgestellte „Zukunftspapier für die Weiterentwicklung der mittelhessischen Universitätsmedizin“ hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeitsplätze zu sichern, Investitionen zu schaffen und die Krankenversorgung zu stärken. Die nachhaltige Stärkung der medizinischen Leistungsfähigkeit, Forschung und Lehre wird durch eine Vergleichsvereinbarung gesichert.

Das Verhandlungsergebnis sah vor, dass die UKGM ab 2017 einen zusätzlichen Betrag von rund 15 Millionen Euro für die Finanzierung der von ihr erbrachten Leistungen für Forschung und Lehre erhält.

Zudem wurde ein umfassendes Investitionspaket für beide Universitätskliniken auf den Weg gebracht. Das UKGM wird bis 2021 mindestens 100 Millionen Euro für Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen investieren. So ist in Marburg die Sanierung und der Neubau der Klinik für Psychiatrie, die Modernisierung des Zentral-OPs und der Intensivstationen im ersten Bauabschnitt vorgesehen, ferner die Sanierung und der Neubau der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In Gießen ist ein Ausbau des Kinderherzzentrums geplant.

Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum offiziell eröffnet.
Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum

Ionenstrahlen gegen Tumore: Neue Therapie gegen den Krebs

Es ist die Hoffnung vieler schwerkranker Patientinnen und Patienten: Seit November 2015 werden Krebskranke im Marburger Ionenstrahl Therapiezentrum behandelt. Die Anlage beschießt Tumore mit Kohlenstoff- und Wasserstoffionen, die gesundes Gewebe durchdringen, ohne es zu zerstören. Die Anlage steht der Universität Marburg und den mit ihr kooperierenden Forschungseinrichtungen u.a. für die klinisch angewandte Forschung zur Verfügung. Das Land unterstützt die Forschungskooperation jährlich mit 1,3 Millionen Euro. Die Vorreiterrolle Hessens zeigt sich darin, dass diese Form der Krebstherapie maßgeblich vom Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entwickelt wurde.

Hessische Hochschulen engagiert bei Medizininformatik

Die Medizininformatik-Initiative des Bundes hat zu einem hessischen Erfolg geführt. Das „Medical Informatics in Research and Care in University Medicine“ (MIRACUM), ein Konsortium von acht Universitäten mit Universitätskliniken, zwei Hochschulen und einem Industriepartner, wird ab 2018 mit 32,1 Millionen Euro gefördert. Die drei Mitgliedshochschulen des Forschungscampus Mittelhessen – die Universitäten Gießen und Marburg sowie die Technische Hochschule Mittelhessen – erhalten durch diese Förderung insgesamt 7,1 Millionen Euro. Die zurzeit unterschiedlichen Daten aus Krankenversorgung und Forschung zusammenzuführen, ist das Ziel der Initiative.

Johan-Wolfgang-Goethe-Universität
Zahnmedizin im Carolium, Johan-Wolfgang-Goethe-Universität
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