Wissenschaft & Forschung

Neues Hochschulgesetz sorgt für Innovationen

Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes

Das seit Dezember 2015 in Kraft getretene Hessische Hochschulgesetz (HHG) schafft Perspektiven für Wissenschaft, Forschung und Lehre. Grundlage dafür ist das Erfolgsmodell der Hochschulautonomie. Mit der Novellierung des HHG Ende 2017 wurde die Städelschule in Frankfurt am Main mit Wirkung zum Januar 2019 in den Kreis der Hochschulen des Landes aufgenommen, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und die Verbesserung von Qualifikationsprofessuren (Gesicherte und planbare Karriereperspektiven und größere Flexibilität bei der Vergütung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern) vorangetrieben.

Studieren ohne Abi ist in Hessen möglich

Junge Menschen können in Hessen auch ohne Abitur studieren. Das Land ermöglicht mit einem bundesweit einmaligen Modellversuch Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung mit mittlerem Schulabschluss die Aufnahme eines Studiums. Mit einer dreijährigen Berufsausbildung, die nach 2011 mit der Mindestnote 2,5 abgeschlossen wurde, werden sie Inhabern einer Fachhochschulreife gleichgestellt. Nachdem das Projekt mit 85 Teilnehmenden im Wintersemester 2016/2017 an den Start gegangen war, wurden insgesamt 235 Studentinnen und Studenten an den Hochschulen des Landes immatrikuliert

Promotion an Hochschulen für angewandte Wissenschaften: Hessen bundesweiter Vorreiter

Hessen hat ein eigenständiges Promotionsrecht eingeführt für forschungsstarke Bereiche an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Das ist bundesweit einmalig. Die Hochschule Fulda hat als erste in Deutschland das Recht auf Verleihung eines Doktortitels erhalten. Insgesamt haben 2017 vier Promotionszentren die Arbeit aufgenommen: die beiden von der Hochschule Fulda getragenen Zentren „Globalisierung, Europäische Integration und Interkulturalität“ und „Public Health“ sowie das gemeinsame Promotionszentrum „Soziale Arbeit“ der Hochschulen Fulda, Wiesbaden und der Frankfurt University of Applied Sciences. Im Herbst 2017 startete das Zentrum „Angewandte Informatik“ der Hochschulen Darmstadt, Fulda, Wiesbaden und der Frankfurt University. In diesem Jahr soll das Zentrum „Logistik und Mobilität“ der Frankfurt University of Applied Sciences und der Technischen Hochschule Mittelhessen bewilligt werden.

Die Verleihung dieses Promotionsrechts erfolgt zunächst auf fünf Jahre und wird vor Ablauf dieses Zeitraums evaluiert. Auch um dies zu unterstützen hat die Landesregierung jeder einzelnen HAW in den aktuellen Zielvereinbarungen zusätzliche 4,5 Millionen Euro zum Aufbau von Forschungsinfrastrukturen (insgesamt 22,5 Millionen Euro) für die Zeit bis 2020 zugesagt.

Bis 2020 fördert das Ministerium für Wissenschaft und Kunst auch die Einrichtung kooperativer Promotionsplattformen zwischen Universitäten und HAW. Mit einer Million Euro werden vier Kooperationen unterstützt: die Universität Kassel mit der Hochschule Fulda, die Technische Universität Darmstadt mit der Hochschule Darmstadt, die JustusLiebig-Universität (JLU) Gießen mit der Hochschule Geisenheim University sowie die Universität Marburg und die JLU Gießen gemeinsam mit der Technischen Hochschule Mittelhessen durch die Unterstützung des Forschungscampus Mittelhessen.

Von 2011 bis 2015 wurde bereits der Aufbau kooperativer Promotionskollegs an den jetzigen HAW, damals noch Fachhochschulen, gefördert, in denen Doktorandinnen und Doktoranden aus Fachhochschulen und Universitäten gemeinsam forschten. Jede Fachhochschule erhielt dafür jährlich ca. 100.000 Euro (insgesamt 2,25 Millionen Euro).

Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Bund und Länder haben im Juni 2016 eine Vereinbarung zum „Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ (Tenure Track-Programm) geschlossen.

Sogenannte Tenure-Track-Professuren ergänzen die bisherige Juniorprofessur und eröffnen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern transparente und besser planbare Perspektiven, denn der unmittelbare Übergang in eine Lebenszeitprofessur hängt einzig von einer erfolgreich absolvierten Bewährungsphase ab. Die mit dem Programm in zwei Auswahlrunden 2017 und 2019 geförderten insgesamt 1.000 zusätzlichen TenureTrack-Professuren wollen Bund und Länder innerhalb des Gesamtbestandes von Professuren an Universitäten langfristig erhalten und die Zahl der unbefristeten Professuren an Universitäten in gleicher Anzahl erhöhen. In der ersten Förderrunde wurden die Anträge der drei Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Gießen bewilligt, die damit bereits 39 Professuren einwerben konnten. Hessen ist in dieser Förderrunde eines der fünf überdurchschnittlich erfolgreichen Bundesländer.

Justus-Liebig-Universität Gießen
Justus-Liebig-Universität Gießen

Duales Studium fördert den Technologietransfer

Das Erfolgsmodell duales Studium stärkt die enge Zusammenarbeit der Wissenschaft mit der regionalen Wirtschaft, was auch dem Technologietransfer unmittelbar zugutekommt. Hessen verfolgt das Ziel, die Zahl der dual Studierenden an den Hochschulen und Berufsakademien mit Unterstützung der Wirtschaft bis 2020 weiter zu steigern. Für die Förderung dualer Studienangebote hat die Landesregierung zusätzlich eine halbe Million Euro im Jahr 2018 und eine Million Euro im Jahr 2019 bereitgestellt.

  • Eigenständiges Promotionsrecht in Hessen für forschungsstarke Bereiche an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)
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