Wissenschaft & Forschung

Ein Meilenstein: Hessischer Hochschulpakt

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Unterzeichnung Hochschulpakt
Ministerpräsident Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein mit Vertretern der Hessischen Hochschulen nach der Unterzeichnung im März 2015.
© Staatskanzlei

Mehr Geld für Hessens Hochschulen

Gemeinsam mit den 13  hessischen Hochschulen hat die Landesregierung im März 2015 den Hochschulpakt (HSP) für die Jahre 2016 bis 2020 geschlossen. Der Pakt garantiert Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften eine finanzielle Unterstützung von neun Milliarden Euro für fünf Jahre. Das ist die größte Summe, die Hochschulen jemals bekommen haben. Mit dem Pakt wird dem wachsenden Fachkräftebedarf und der hohen Zahl an Studierenden Rechnung getragen. Auch wird die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen untereinander auf Grundlage gemeinsamer strategischer Entwicklungskonzepte intensiviert. Die vereinbarte Einführung von    Personalentwicklungskonzepten soll insbesondere die Entwicklung der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern.

HEUREKA: Milliardenschwere Investitionen in Hochschulbau:

Mit den Mitteln aus dem Hochschulpakt haben die Universitäten die Möglichkeit, den steigenden Studierendenzahlen Rechnung zu tragen. Wichtig ist dabei auch, die bauliche Infrastruktur an die Gegebenheiten anzupassen. Dafür gibt es das Hochschulbauinvestitionsprogramm „HEUREKA“, das seit dem Start 2008 an hessischen Hochschulen einen regelrechten Bau- und Modernisierungsboom ausgelöst hat. Mit dem Programm HSP 2020-Invest werden zudem zusätzlich zu „HEUREKA“ seit 2012 Maßnahmen zum Ausbau und zur Qualitätsverbesserung der Lehre gefördert. Bei „HEUREKA“ steht nicht allein das Einzelvorhaben im Vordergrund, sondern die Umsetzung nachhaltiger baulicher Gesamtkonzepte und Campusplanungen.

Finanzierung der Hessischen Hochschulen

In der Koalitionsvereinbarung hatte sich die Landesregierung darauf verständigt, dass „HEUREKA“ über das Jahr 2020 hinaus mit einer langfristigen Perspektive für die Hochschulen fortgesetzt wird. Daher wurde das ursprünglich mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro und einem Planungshorizont bis zum Jahr 2019 aufgelegte Programm (HEUREKA I) um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt und bis zum Jahr 2026 verlängert (HEUREKA II). Damit schafft die Landesregierung weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen, unter denen die Hochschulen ihre bauliche Entwicklungsplanung fortschreiben und priorisierte Maßnahmen konkretisieren können.

Wesentliche Baumaßnahmen in den letzten Jahren waren u. a.:

  • Neubau für den Fachbereich Chemie der Universität Gießen
  • Neubau für den Fachbereich Chemie der Universität Marburg
  • Neubau der zentralen Universitätsbibliothek Marburg
  • Abschluss der Sanierung von zwei Institutsbauten Ingenieurwissenschaften in Rüsselsheim
  • Neubau für den Fachbereich Architektur der Universität Kassel
  • Neubau Chemie- und Biotechnologie der Hochschule Darmstadt

Auf dem Areal des Universitätsklinikums Frankfurt wurden das Audimax und das Lehr-, Lern- und Prüfungszentrum (Medicum), das Johanna-Quandt-Zentrum und der erste Bauabschnitt am Zentralgebäude Haus 23 mit den Sockelgeschossen fertiggestellt.

Von „HEUREKA II“ profitieren erstmals die kleinsten Hochschulen des Landes überproportional. Dazu zählen die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt (HfMDK), die Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) sowie die 2013 gegründete Hochschule Geisenheim University (HGU).

Der Ausbau der Hochschule Geisenheim University ist ein erklärtes Ziel der Landesregierung. Im Hinblick auf ihre Größe mit mehr als 1.600 Studierenden und ihrer breiten Forschungsausrichtung in der Getränketechnologie wird die Hochschule mit 50 Millionen Euro in „HEUREKA II“ überproportional berücksichtigt. Inklusive der rund zehn Millionen Euro Restbudget aus der laufenden Programmphase stehen insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus erhält die Hochschule bis 2020 mehr als 15 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt-Programm „2020 BauINVEST“, sodass bis 2026 insgesamt 75 Millionen Euro in Geisenheim investiert werden können.

Dank „HEUREKA“ können auch Neubau-Planungen der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und der Hochschule für Gestaltung vorangetrieben werden, für die einschließlich des Restbudgets aus „HEUREKA I“ jeweils 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Kulturcampus Frankfurt

In Verbindung mit dem Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt wird die Idee des Kulturcampus von der Hessischen Landesregierung und der Stadt vorangetrieben.

Ziel ist eine kulturell geprägte Entwicklung des Quartiers. Mit der Stadt Frankfurt wurden Gespräche geführt, um weitere Kultureinrichtungen wie das „Labor der Moderne“, das „Ensemble Modern“ oder die „Junge Philharmonie“ ebenfalls dort unterzubringen. Als nächster Schritt ist eine Machbarkeitsstudie mit der Stadt Frankfurt und ein daran anschließender Architektenwettbewerb für den Hochschulneubau geplant. Damit würde ein Baubeginn des Neubaus der HfMDK ab ca. 2021 möglich.

Darüber hinaus ist geplant, das Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik mit Fördermitteln des Landes dort anzusiedeln. Als Kulturforschungsinstitut kooperiert es mit der HfMDK und der Goethe-Universität. Somit bringt das Land Hessen für die kulturelle Prägung des neuen Stadtquartiers zwei wichtige Einrichtungen ein.

Wenn’s schnell gehen muss: Programm „HSP 2020 INVEST“

Wenn Studienkapazitäten ausgeweitet werden, muss die Infrastruktur mitwachsen. „Hochschulpakt HSP 2020 INVEST“ ist ein Investitionsprogramm zur schnellen Behebung von Engpässen. Mit der inzwischen dritten Phase des Programms ermöglicht die Landesregierung den Hochschulen zusätzlich zum „HEUREKA-Programm“ Baumaßnahmen zur Kapazitätserweiterung und Qualitätsverbesserung mit einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro im Zeitraum 2015 bis 2019. Dabei profitieren die fünf Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) besonders stark und erhalten jeweils 31 Millionen Euro.

Campus der Hochschule Darmstadt
Wenn die Zahl der Studierenden steigt, müssen die Kapazitäten an den Hochschulen schnell mitwachsen. Dafür gibt es das Programm "Hochschulpakt (HSP) 2020 Invest".

Mehr günstige Wohnheimplätze für Studierende

Die Landesregierung fördert den Ausbau studentischen Wohnraums. Seit 2013 wurde im Rahmen der Landesförderung die Schaffung von über 2.200 Plätzen beantragt, davon über 1.500 durch die hessischen Studentenwerke. Bis Ende 2017 waren acht Projekte der Studentenwerke mit rund 700 Wohnheimplätzen und vier Projekte von anderen Anbietern mit über 300 Plätzen bewilligt. Mit perspektivisch über 2.200 neuen Wohnheimplätzen holt Hessen im Bundesvergleich merklich auf. Die Anzahl der öffentlich geförderten und damit zu günstigen Mieten angebotenen Wohnheimplätze ist gemäß Statistik des Deutschen Studentenwerkes von 2014 bis 2017 um rund 800 Plätze gestiegen. Die Hessische Landesregierung unterstützt die hessischen Studentenwerke mit der unentgeltlichen Bereitstellung von Landesgrundstücken.

Goethe-Universität Frankfurt
Goethe-Universität Frankfurt

Bauautonomie für Hochschulen

Die Landesregierung hat sich in der Koalitionsvereinbarung dazu bekannt, Bauautonomie für alle Hochschulen und Universitäten entsprechend der Regeln für die Technische Universität Darmstadt (TUDGesetz) zu ermöglichen. Mit dem Gesetz hat sich die TU Darmstadt von einer staatlich gesteuerten Institution zur selbständigen und eigenverantwortlichen Universität mit öffentlichem Auftrag gewandelt. Die Umsetzung der Autonomie in den Grundstücks- und Bauangelegenheiten an der TU Darmstadt hat über die Jahre viel Anerkennung in der deutschen Hochschullandschaft gefunden. Daher wurde bei der Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG) die bereits bestehende Regelung der Bauautonomie für alle Hochschulen und Universitäten entsprechend der Regeln für die TU Darmstadt unverändert fortgeführt. Auf dieser Grundlage kann die im Jahr 2012 abgeschlossene Vereinbarung zu einer Teilbauautonomie an der Uni Marburg nunmehr mit Bezug auf die Laufzeit von HEUREKA II bis 2026 weitergeführt werden.

Anders als in Darmstadt führt die Universität Marburg Baumaßnahmen bis zu zehn Millionen Euro, zukünftig bis 15 Millionen Euro, in eigener Projektverantwortung durch. Größere Maßnahmen werden auf Wunsch der Hochschule nach wie vor vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) übernommen. Durch das Programm „Hochschulpakt 2020 Bau-INVEST“ wurde zahlreichen Hochschulen die projektbezogene Bauherrschaft für einzelne Vorhaben übertragen.

Mehr Geld für Studentenwerke

Die Landesregierung hat die Finanzmittel für die Studentenwerke seit dem Jahr 2015 kontinuierlich erhöht. Der Haushaltsansatz liegt im Haushaltsjahr 2018 um rund 25 Prozent höher als im Haushaltsjahr 2014. Damit steigt die Landesförderung auf insgesamt rund 22 Millionen Euro ab dem Jahr 2018. Das zusätzliche Geld soll einen Teil der gestiegenen Kosten für Mensen und Cafeterien tragen und die notwendige personelle Ausstattung der Ämter für Ausbildungsförderung sicherstellen.

Darüber hinaus wurde durch den Abschluss einer Ziel- und Leistungsvereinbarung mit den Studentenwerken eine gemeinsame Basis der Zusammenarbeit für die nächsten Jahre geschaffen. Sie erhalten im Zeitraum 2015 bis 2020 einen Mehrbetrag von 18,3 Millionen Euro, insgesamt 123,8 Millionen Euro.

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