Wirtschaft

Hohes Potenzial der Wirtschaft in allen Branchen

Spitzenstandort für ausländische Direktinvestitionen

Hessen erlebte im Jahr 2017 mit 173 neu angesiedelten ausländischen Firmen einen weiteren Rekord. Die Zahlen ermittelte die landeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest Gmbh (htAi) in Kooperation mit den regionalen und lokalen Wirtschaftsförderungen. Der wichtigste Herkunftsmarkt internationaler Neuansiedlungen sind die USA, die wichtigste Branche IT und Software. Die bereits hohe Zahl von 163 Ansiedlungen aus dem Jahr 2016 wurde nochmal übertroffen. Hessen ist unter den Flächenländern Standort Nummer eins für ausländische Direktinvestitionen: Die absolute Höhe von 66,5 Milliarden Euro entspricht einem Anteil von 15 Prozent an den ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland.

Finanzplatz Frankfurt ist Nummer eins auf dem Kontinent

Frankfurt ist der führende Finanzplatz der Eurozone, beherbergt die mit Abstand größte deutsche Wertpapierbörse und zahlreiche deutsche sowie europäische Aufsichtsbehörden. Die Ansiedlung der europäischen Zentralbank hat den Finanzplatz zusätzlich aufgewertet.

Staatssekretär Mathias Samson
Staatssekretär Mathias Samson

Die Landesregierung bedauert den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union sehr, sieht aber auch die damit verbundenen Chancen für Frankfurt. Sie hat daher eine interministerielle Arbeitsgruppe zum Brexit gebildet und setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein, den Finanzplatz Frankfurt weiter zu stärken und die Ansiedlung internationaler Unternehmen und Institutionen zu fördern.

Für nachhaltige Wirtschaft: Green Finance Cluster Frankfurt

Die Finanzbranche kann einen wichtigen Beitrag leisten auf dem Weg zu einer klimaschonenden und nachhaltigen Ökonomie. Um Initiativen zu bündeln und Grundlagenarbeit zu leisten, hat die Hessische Landesregierung im November 2017 in Frankfurt mit mehr als einem dutzend Gründungspartnern und Sponsoren das „Green Finance Cluster Frankfurt“ gegründet. Wesentliche Ziele des Vereins sind, eine Plattform für nationale und internationale „Best Practices“ zu schaffen und Methoden und Instrumente für die praktische Anwendung zu entwickeln. Sitz des Clusters ist die Frankfurt  School of Finance & Management. Gefördert wird es mit Mitteln aus dem Hessischen Klimaschutzplan in Höhe von 25.000 Euro pro Jahr.

TechQuartier: Katalysator für digitale Finanzwirtschaft von morgen

Auf Initiative des Hessischen Wirtschaftsministeriums sowie zahlreicher regionaler Akteure des Finanzplatzes Frankfurt wurde im November 2016 das Gründerzentrum TechQuartier eröffnet. Momentan stehen in einem Gebäude in der Frankfurter Innenstadt zwei Etagen mit insgesamt 3.200 Quadratmetern für Gründerinnen und Gründer im FinTech-Bereich zur Verfügung, die bereits von einer großen Anzahl junger Start-ups genutzt werden.

Durch finanzielle Förderung von Start-ups, Ausgründungen und Förderung von Forschung und Kooperation soll ein attraktives und nachhaltig erfolgreiches FinTech-Ökosystem geschaffen werden, das weitere Neugründungen begünstigt und für inzwischen etablierte FinTechs langfristig attraktiv ist.

Mit dem im Februar 2018 vorgestellten Masterplan für die Start-up-Region Frankfurt Rhein-Main geht das TechQuartier gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium sowie wichtigen Unterstützern aus Wirtschaft und Wissenschaft einen großen Schritt weiter. Ziel der Initiative ist es, die Region innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech- Hub in Kontinentaleuropa sowie zu einer international anerkannten Tech-Region zu entwickeln. Der Masterplan umfasst 20 konkrete Maßnahmen aus den Bereichen Talentaktivierung, Förderung von Kooperationen, Zugang zu Finanzkapital sowie Standortmarketing, deren Umsetzung wesentlich zur Erreichung dieses Ziels beitragen soll.

Mit dem TechQuartier haben Frankfurt und Hessen bereits ihre Bedeutung als europäischer Einanz- und Fintech-Standort gestärkt. Mit der „Digital Hub Initiative“ der Bundesregierung wurde Frankfurt Ende 2016 als Digital Hub (Innovationsstandort) für Finanzdienstleistungen und Fintechs benannt.

Frankfurt: Renminbi-Zentrum der Eurozone

Seit 2016 ist die chinesische Landeswährung Renminbi offiziell die fünfte Weltwährung. In Zusammenarbeit mit der Bundesbank, dem Bundesministerium der Finanzen und Unternehmen aus dem Bank- und Finanzsektor wurde Frankfurts Position als Finanzplatz für Handels-, Investitions- und Finanztransaktionsgeschäfte in Renminbi gestärkt – etwa mit der Einrichtung einer Clearingstelle bei der Bank of China 2014 und der Ansiedlung eines Joint Venture zwischen Deutscher Börse AG, Shanghai Stock Exchange und China Financial Futures Exchange. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen zu China weiter zu vertiefen.

Große Bedeutung der Kreativwirtschaft

Mehr als 120.000 erwerbstätige, mehr als zwölf Milliarden Euro Jahresumsatz, elf Teilmärkte, eine Branche: die Kultur- und Kreativwirtschaft hat eine große wirtschaftliche Bedeutung in Hessen und trägt erheblich zur Innovationskraft der Gesamtwirtschaft bei. Zu ihr gehören Medienhäuser und Werbeagenturen ebenso wie Filmemacher, Musiker, Designer und Architekten.

Expo Mailand
Wirtschaftminister Tarek Al-Wazir warb in Mailand für den Kreativstandort Hessen

Die Landesregierung begreift die Stärkung dieser Branche als ein Kernelement ihrer Wirtschaftspolitik. Hessen soll ein Kreativstandort mit überregionaler Strahlkraft sein. Um die Möglichkeiten und Chancen dieses Sektors in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und dessen Vernetzung zu unterstützen, hat das Land die fördermittel 2017 auf 400.000 euro verdoppelt. die branche tauscht sich seit 2017 beim jährlichen hessischen Kreativwirtschaftstag aus, an dem jeweils mehr als 500 Kreative teilnehmen.

Innovationspotenzial der Games-Branche fördern

Im september 2016 wurde die erste bundesweite Studie über die Games-branche und zum Games-Standort Deutschland erarbeitet. Sie hat gezeigt, dass die Computerspielbranche wachstumsstark ist und ein hohes Innovationspotenzial hat. Sie kann Impulse für andere Wirtschaftszweige geben, da für Computerspiele entwickelte Softwareanwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Automobilwirtschaft genutzt werden können. Darauf basierend wird die Hessische Landesregierung ab 2018 ein branchenspezifisches Förderprogramm auflegen und für die Stärkung der Games-Branche 200.000 Euro jährlich bereitstellen.

  • Die Kreativwirtschaft setzt in Hessen jährlich 12 Milliarden Euro um.
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