Naturschutz: Erhalt der biologischen Vielfalt | Informationsportal Hessen
Umwelt, Energie & Klimaschutz

Naturschutz: Erhalt der biologischen Vielfalt

Landesregierung investiert erhebliche Mittel

Die Hessische Landesregierung schützt die Natur und sichert damit die biologische Vielfalt. In dieser Legislaturperiode hat die Hessische Landesregierung dafür erhebliche Mittel investiert: rund 40,5 Millionen Euro im Zeitraum von 2014 bis 2017. 2018 und 2019 steigen die Beträge noch einmal ordentlich an. In diesem Jahr wird der Naturschutz mit knapp 16 Millionen Euro gefördert, im kommenden Jahr mit mehr als 17 Millionen Euro.

Fast 50 Prozent von Hessen wird als Naturpark gefördert

Naturparke sind ein Erfolgsmodell für den Umweltschutz und stärken vor allem ländliche Regionen. Mit der Aufnahme des nordhessischen Rheinhardswaldes im Herbst 2017 zählen 47 Prozent der Landesfläche zu den zwölf Naturparken, die insgesamt knapp 985.000 Hektar umfassen. Hessen liegt damit bundesweit auf dem zweiten Platz. Dies wurde durch eine vom Hessischen Umweltministerium angestoßene Gesetzesänderung möglich, die die Ausweisung neuer Naturparke ermöglicht hat.

Landesmittel für den Naturschutz 2014-2019

Die Naturparke werden seit über 50 Jahren institutionell gefördert und erhalten jährlich 728.000 Euro. Damit können sie erfolgreiche Konzepte zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus und eine konzentrierte Vermarktung regionaler Produkte umsetzen. Dies ist insbesondere in strukturschwachen Gebieten ein wichtiger Schritt für eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Kali + Salz: Umwelt schützen, Arbeitsplätze erhalten

Umweltministerin Priska Hinz hat in dieser Legislaturperiode nach intensiven Verhandlungen mit dem Rohstoffunternehmen Kali + Salz eine Gesamtlösung zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier erarbeitet. Der Vier-Phasen-Plan schafft eine verlässliche Perspektive zur Verbesserung der ökologischen Qualität der Flüsse, sichert tausende Arbeitsplätze und erhält die Infrastruktur einer ganzen Region.

Durch Investitionen in den Umweltschutz, auf die sich das Unternehmen mit dem Land verständigt hat, konnte das Abwasseraufkommen von jährlich 15 Millionen auf rund sieben Millionen Kubikmeter verringert werden. Im März 2016 haben sich die Ministerinnen und Minister der Flussgebietsgemeinschaft (FGG Weser) auf einen gemeinsamen Bewirtschaftungsplan für Werra und Weser verständigt. Der ebenfalls maßgeblich auf hessischer Vorarbeit basierende Masterplan Salzreduzierung wird nun in den Bewirtschaftungsplan Salz 2015-2021 einfließen.

Bis 2027 wird die Salzbelastung schrittweise reduziert, der Gewässerzustand verbessert und der negative Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt deutlich verringert. So wird der Salzgehalt der Werra bis dahin um die Hälfte verringert. Früher als ursprünglich erwartet soll die Weser im Jahr 2027 Süßwasserqualität erreichen.

Naturschutz in der Fläche mit Landschaftspflegeverbänden

Hessen bringt den Naturschutz in die Fläche. Mit der Förderung von Landschaftspflegeverbänden sollen die Landkreise in ihren Aufgaben für den Naturschutz gestärkt werden. Im Sommer 2017 sind Landschaftspflegeverbände als Pilotprojekt in den Landkreisen Lahn- Dill, Waldeck-Frankenberg und Wetterau gegründet worden. Sie bündeln die Interessen der Kommunen, landwirtschaftlicher Akteure und Naturschützer bei der Umsetzung verschiedener Naturschutzmaßnahmen. 2018 sollen weitere Landschaftspflegeverbände in anderen Landkreisen etabliert werden.

Bienenfreundliches Hessen

Bienenfreundliches Hessen
100.000 Bienen produzieren auf dem Dach der Staatskanzlei in Wiesbaden Honig.

Bienenfreundliches Hessen

In Hessen leben mittlerweile rund 56.000 Honigbienenvölker. 2010 waren es noch 48.000. Zwar steigt die Zahl der Honigbienen in Hessen dank der guten Arbeit der Imkerinnen und Imker wieder, mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten in Deutschland sind jedoch vom Aussterben bedroht. Dies kann dramatische Folgen haben: 80 Prozent der Pflanzen sind auf die Insekten angewiesen, um ihre Früchte zu bilden.

Um auf die Situation der Bienen aufmerksam zu machen, hat die Landesregierung 2017 eine Bienenkampagne gestartet. Ziel ist es, die Menschen für Bienen und andere Bestäuber zu sensibilisieren und Lebensräume zurückzugewinnen. Auch auf dem Dach der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden haben mehrere Bienenvölker ein zu Hause gefunden. Rund 100.000 Bienen produzieren dort Honig. An der Kampagne beteiligen sich der Landesverband Hessischer Imker, der Hessische Bauernverband (HBV), die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen, das landeseigene Bieneninstitut, der deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und das Netzwerk Blühende Landschaft.

Becherbonus
Weniger Müll: Wer Mehrwegbecher für den Kaffee benutzt, erhält einen Bonus.

Ein Kaffee für die Umwelt: Weniger Müll mit BecherBonus

Mit der Aktion „BecherBonus“ macht das Umweltministerium auf den Ressourcenverbrauch und die Umweltverschmutzung in Hessen aufmerksam. Pro Stunde landen in Deutschland rund 320.000 Kaffeebecher im Müll. Mit der Aktion sollen Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Nutzung eines Mehrwegbechers angeregt werden und bekommen in den Partnerfilialen ein Heißgetränk mindestens zehn Cent günstiger.

Seit Ende 2017 machen hessenweit 585 Filialen und bundesweit sogar 3.600 Filialen an der Aktion mit. Darunter sind große Unternehmen wie Ditsch, Schröer, die Deutsche Bahn oder Starbucks, aber auch lokale Bäckereien, Biobetriebe und einzelne Tankstellenbetreiber.

Schließen