Umwelt, Energie & Klimaschutz

Kurs auf die Zukunft: Energiewende Hessen

Ausbau Erneuerbarer Energien hat einen Rekordwert erreicht

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien hat in Hessen einen neuen Rekordwert erreicht. Noch nie kam so viel atom- und kohlefreier Strom aus den Steckdosen in hessischen Haushalten. 2016 wurden rund 6.500 Gigawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 3.400 Kilowattstunden pro Jahr und Haushalt konnten damit rechnerisch mehr als 1,9 Millionen Haushalte in Hessen versorgt werden. Tendenz weiter steigend. Im Jahr 2016 sind erstmals mehr als 17 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt worden.

Um noch mehr umweltfreundlichen Strom zu produzieren, sind weitere Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien notwendig. Sie sind 2016 um rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: von 577 Millionen Euro auf 720 Millionen Euro. Darunter fallen auch Investitionen in Windenergieanlagen, die sich von knapp 309 Millionen Euro auf mehr als 465 Millionen Euro erhöht haben.

Beitrag von Windkraft in Hessen stärken

Windkraft spielt für den Umstieg auf Erneuerbare Energien in Hessen eine große Rolle. Für ihre Erzeugung sind in Hessen gemäß den Beschlüssen des Hessischen Energiegipfels zwei Prozent der Landesfläche vorgesehen. Die anderen 98 Prozent werden somit für den Bau von Windkraftanlagen ausgeschlossen. Mit den genehmigten Teilregionalplänen für die Windenergie in Nord- und Mittelhessen hat die Landesregierung die rechtlichen Grundlagen für den zukünftigen Ausbau in diesen Bezirken geschaffen. Damit wird die Entwicklung in den Gebieten konzentriert, die sich am besten für Windräder eignen und wo keine unüberbrückbaren Konflikte mit Naturschutz, Besiedlung und anderen Zwecken der Raumplanung erkennbar sind. Gleichwohl muss auch künftig in jedem Einzelfall geprüft werden, ob solche Konflikte bestehen.

Im Juni 2017 ist das 1.000 Windrad in Hessen in Betrieb gegangen. Zum Jahresende waren 1.045 Windenergieanlagen in Betrieb mit einer Leistung von mehr als 1.900 Megawatt. Insgesamt sind in der aktuellen Legislaturperiode bisher fast 360 Anlagen installiert worden. Mehr als 100 weitere Windräder sind bereits genehmigt.

Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

In den Jahren 2014, 2015 und 2016 haben die neuen Windräder eine Leistung von jeweils mehr als 200 Megawatt erreicht. 2017 sind nach einer Erhebung im Auftrag des Branchenverbandes Windenergie 94 Anlagen mit einer Leistung von 280 Megawatt errichtet worden. Damit hat Hessen in den vergangenen drei Jahren auch im Bundesvergleich deutlich Boden gut gemacht und lag beim Zubau zum zweiten Mal vor Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern.

Die in den Jahren 2014 bis 2017 installierten Windräder versorgen knapp 550.000 Haushalte mit Strom. Die Ersparnis von Kohlendioxid ist dabei beträchtlich. Sie beläuft sich gegenüber fossil befeuerten Anlagen auf mehr als eine Million Tonnen im Jahr. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von fast 550.000 Autos mit einer Fahrleistung von mehr als 13.000 Kilometern.

Bürgerforum soll Dialog fördern und Konflikte lösen

Nicht alle Menschen sind glücklich, wenn neue Windräder in ihrer Umgebung gebaut werden. Mit dem Bürgerforum „Energieland Hessen“ unterstützt die Landesregierung Kommunen bei der Mediation und Konfliktlösung und fördert so den Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern. Das Land hat dafür die Mittel von 2014 bis 2017 kontinuierlich erhöht: von knapp 1,1 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro.

  • Strom für fast 550.000 Haushalte liefern die zwischen 2014 und 2017 installierten Windräder.
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