Energie einsparen & effizienter nutzen | Informationsportal Hessen
Umwelt, Energie & Klimaschutz

Energie einsparen & effizienter nutzen

Energie Agenda hilft dabei, Einsparpotenziale zu heben

Die Energiewende wird nur gelingen, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Strom und Wärme effizienter umgehen als bisher. Energie, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht produziert werden. Die Einsparpotenziale sind nach wie vor groß. Mit der „Energie Agenda 2015“ mit einem Volumen von 15 Millionen Euro hat die Landesregierung das umfassendste Programm zur Energieeinsparung und -effizienz gestartet, das es in Hessen je gab. Von den Förder- und Beratungsangeboten profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen. Zu den Maßnahmen zählen:

Umrüstung von Straßenlaternen auf LED spart Strom

Rund 30 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs werden für die Straßenbeleuchtung benötigt. LED-Lampen sind in der Anschaffung zwar teurer als herkömmliche Straßenlaternen. Sie verbrauchen im Betrieb jedoch 60 bis 80 Prozent weniger Strom. Die Rechnung geht auf.

Windpark Söhrewald

Mehr als 110 hessische Städte und Gemeinden rüsten jetzt mit Unterstützung des Landes und des Bundes auf energiesparende LED-Technik um. Das sind rund 85.000 Straßenleuchten in Hessen und damit 17 Prozent des Bestands. Das ist ein bedeutender Beitrag zu Klimaschutz und Energieeffizienz.

Energetische Sanierung von Gebäuden

Der Energieverbrauch der privaten Haushalte hat sich seit 2000 bereits um knapp 14 Prozent verringert. Dennoch besteht hier noch ein beachtliches Einsparpotenzial. Bis zu 90 Prozent Energie können Bewohnerinnen und Bewohner unsanierter Gebäude durch baulichen Wärmeschutz und moderne Gebäude- und Anlagentechnik sparen. Die Landesregierung fördert deshalb die Modernisierung von Mietwohnungen und den Neubau von Miethäusern mit hohem energetischem Standard bis 2019 mit 12,5 Millionen Euro.

Bei der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden unterstützt das Land die Kommunen und Landkreise: 2018 stehen 16,6 Millionen Euro zur Verfügung, um Schulen, Kindergärten, Bürgerhäuser, Jugendzentren, Sportstätten und andere kommunale Gebäude der sozialen Infrastruktur zu modernisieren, sodass sie deutlich weniger Energie verbrauchen. Die Fördermöglichkeiten wurden 2018 erheblich ausgeweitet: So kann der Neubau kommunaler Verwaltungsgebäude – zum Beispiel Schulen, Kindergärten und Turnhallen – als Modellvorhaben gefördert werden, wenn die energetische Qualität der Neubauten einen besonders hohen energetischen Standard erreicht. Zusätzlich wurde ein neuer Förderschwerpunkt zum Einbau von solarbetriebenen Heizungen in kommunalen Freibädern gesetzt.

Das Modellprojekt „Integrierte energetische Quartierssanierung im ländlich geprägten Raum“ des Werra-Meißner-Kreises wurde vom Land Hessen und der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert. In dem interkommunalen Modellprojekt unter Federführung des Werra-Meißner-Kreises wurden für sechs Kommunen Quartierskonzepte erstellt, wobei frühzeitig Bürgerinnen und Bürger sowie potenzielle Investoren beteiligt wurden. Als Ergebnis wurden umsetzungsreife Projektansätze und Handlungsstrategien in Großalmerode, Eschwege, Herleshausen, Meißner-Germerode, Ringgau-Netra und Witzenhausen erarbeitet.

Energetische Sanierung

„COME“: Programm für Effizienz von Landesimmobilien

Im bis 2018 laufenden Programm „COME“ für Baumaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und CO2-Minderung in Landesimmobilien sollen Energiekosteneinsparungen im Strom- und Wärmebereich von rund 1,5 Millionen Euro im Jahr erreicht werden. Für die energetische Sanierung von Hochschulgebäuden wird derzeit ein zweites Bauprogramm vorbereitet, das ein Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro hat. Das Programm wird zur Hälfte aus Mitteln der Hochschulen und des Hessischen Ministeriums der Finanzen finanziert. In den Jahren 2018 und 2019 sollen die Planungen der ersten Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Mit einem Baubeginn wird 2020 gerechnet.

Schub für Photovoltaik: Solarkataster Hessen

Mit dem Solarkataster Hessen lässt sich jedes der fünf Millionen hessischen Dächer und jede Freifläche online auf die Eignung für eine Solaranlage prüfen. Und nicht nur das: Man kann damit auch gleich die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage durchkalkulieren. Kein Wunder, dass es seit seiner Inbetriebnahme Mitte 2016 bis Ende 2017 bereits 140.000 Zugriffe verzeichnet und die Photovoltaik in Hessen seitdem wieder boomt: 2017 wurden in Hessen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 72,5 Megawatt installiert – 79 Prozent mehr als im Jahr 2015. Bundesweit steigerte sich der Zubau im gleichen Zeitraum lediglich um 27 Prozent.

Das Solar-Kataster gibt Bürgerinnen und Bürgern präzise Informationen, ermutigt zu Investitionen und unterstützt die Energieversorger bei der Planung. Im eGovernment-Wettbewerb des Netzwerkausrüsters Cisco und des Beratungsunternehmens BearingPoint wurde es als bestes Digitalisierungsprojekt 2017 ausgezeichnet.

Forschung für intelligente Stromnetze wird unterstützt

Stromnetze müssen intelligenter werden. Das Ziel: Innerhalb eines Wohnquartiers, Industriegebietes oder in einem Verbund mehrerer Kommunen werden Stromerzeugung und Bedarf besser aneinander angepasst. Große Stromverbraucher werden dann aktiviert, wenn besonders viel Strom produziert wird. Zur Förderung innovativer Forschungsideen hat die Hessische Landesregierung bis zu 4,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Fokus steht, die ökologischen und ökonomischen Potenziale der Energiewende und der Energieeffizienztechnologien auszuschöpfen und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern.

Solaranlage

Förderung von Netzwerken und Technologien

Bei der Steigerung der Energieeffizienz können Unternehmen von einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch profitieren. Die Landesregierung fördert betriebliche Energieeffizienznetzwerke, denn Unternehmen in einem Netzwerk verbessern ihre Energieeffizienz überdurchschnittlich gut. Ein Netzwerk kann über eine Laufzeit von drei Jahren bis zu 45.000 Euro erhalten.

Mit dem Förderprogramm „PIUS-Invest“ stellt die Landesregierung zwölf Millionen Euro bereit für Unternehmen, die mit weniger Energie und Verbrauchsstoffen auskommen wollen und dafür investieren müssen. Für innovative Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen in ressourceneffiziente Technologien und Prozesse gibt es Zuschüsse von jeweils bis zu 30 Prozent, maximal 500.000 Euro.

Seit Mai 2015 fördert die Landesregierung den Aufbau einer Netzwerkstruktur für hessische Bürger-Energiegenossenschaften. Die neue Netzwerkstruktur trägt dazu bei, den hohen Informationsbedarf zur Gründung von neuen Bürger-Energiegenossenschaften in Hessen abzudecken und Unterstützung bei der weiteren Professionalisierung bestehender Energiegenossenschaften zu leisten. Angesichts der positiven Entwicklung wird die zunächst auf drei Jahre angelegte Förderung um weitere drei Jahre verlängert.

Monitoring: Transparenz bei der Umsetzung der Energiewende

2014 wurde eine Monitoringstelle im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung eingerichtet. Jährlich wird ein Monitoringbericht erstellt. Er dient der Information und Transparenz sowie zur Dokumentation der Umsetzung der Energiewende in Hessen. Im Monitoringbericht werden neben dem Energieverbrauch und der Energieerzeugung die Themen Netze, Verkehr, Treibhausgasemissionen sowie gesamtwirtschaftliche Effekte der Energiewende behandelt.

  • Mit 16,6 Millionen Euro unterstützt das Land 2018 die energetische Sanierung von kommunalen Gebäuden. Davon profitieren beispielsweise Schulen, Jugendzentren und Sportstätten.
  • Online prüfen, ob sich eine Fläche für eine Solaranlage eignet: Das Solarkataster macht es möglich.
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