Schule & Bildung

Vier Milliarden Euro für die Bildung

Zahl der Lehrerstellen steigt auf Rekordniveau

Es ist eine Zahl, die sich sehen lassen kann: Die Mittel für Bildung sind in den vergangenen zwölf Jahren um rund eine Milliarde Euro gewachsen. Mit fast vier Milliarden Euro sind sie 2018 auf einem historischen Höchststand (im Vergleich 1999: 2,3 Milliarden Euro). Hessen investiert pro Kopf mehr als alle anderen Flächenländer in Schulbildung: Bei der relativen Entwicklung der Bildungsinvestitionen der öffentlichen Hand für Schulen nimmt das Land in den Jahren 2005 bis 2013 mit dem Zuwachs von 44,1 Prozent den Spitzenplatz ein.

Davon profitieren alle 762.000 Schülerinnen und Schüler, denn noch nie gab es für sie so viele Lehrerinnen und Lehrer. Um die schulische Integration von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erleichtern, wurden in der aktuellen Legislaturperiode 4.350 neue Lehrerstellen geschaffen. Insgesamt sind es derzeit rund 53.000 in Hessen.

Jedes Kind soll bestmögliche Bildungschancen haben. An diesem Anspruch ändern auch neue Herausforderungen wie steigende Schülerzahlen durch Flucht und Zuwanderung nichts. Daher gibt es in Hessen eine Vollversorgung mit Lehrkräften, die sogenannte 105prozentige Lehrerzuweisung im Landesdurchschnitt ist weiterhin sichergestellt. Damit steht Hessen bundesweit einmalig da.

Durch die gute Lehrerversorgung war es möglich, die durchschnittlichen Klassengrößen an Grundschulen auf rund 19 Mädchen und Jungen zu reduzieren. Gleiches gilt für Gymnasien, hier wurde die Klassengröße auf rund 25 Schülerinnen und Schüler verkleinert.

700 neue Stellen für Sozialpädagogen

Grundschulen stehen vor großen Herausforderungen. Neben dem Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote, der inklusiven Beschulung sowie der Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern müssen sie mehr und mehr Erziehungsaufgaben übernehmen. Für die unterrichtsbegleitende Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer sind zum Februar 2018 400 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen worden. Weitere 300 sind ab 1. August 2018 für die Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen vorgesehen.

Bundesweit niedrigste Schulabbrecherquote

In Hessen brechen bundesweit die wenigsten Schülerinnen und Schüler die Schule ab. Fast sechs Prozent der Jugendlichen verlassen in Deutschland die Schule, ohne einen Abschluss gemacht zu haben. Die Quote stieg im Jahr 2015 um 0,1 Prozent an. In Hessen sank der Anteil von 4,9 Prozent auf 4,1 Prozent.

Hessen ist es als einzigem Land gelungen, den Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss seit 2006 (bis 2014) zu halbieren. Vor allem zusätzliche Lehrerstellen und sozialpädagogische Angebote, mit denen Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung individuell begleitet und unterstützt werden, tragen zu dieser positiven Entwicklung bei.

Junges Lehrerkollegium

Hessen liegt, was den Anteil der Lehrkräfte von über 50 Jahren betrifft, mit 40,8 Prozent knapp hinter Rheinland-Pfalz (40,7 Prozent) und Hamburg (37,3 Prozent) auf Platz drei. 59,2 Prozent der hessischen Lehrerinnen und Lehrer sind somit unter 50 Jahre alt, das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der Länder. Die offensive Einstellungspolitik der vergangenen Jahre hat für eine deutliche Verjüngung und damit eine bessere Altersmischung in den Kollegien gesorgt.

Kultusminister Lorz
Zuständig für die Schulen: Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz

Mit Maßnahmenpaketen neue Lehrer gewinnen

In allen Bundesländern steigt der Bedarf an Lehrkräften – insbesondere im Grundschulbereich. Die Ursache dafür liegt in der gestiegenen Schülergesamtzahl der vergangenen zwei Jahre. Hessen hat mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler zusätzlich aufgenommen, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind und in der Regel über keine oder nur geringe Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Die Landesregierung hat ein Maßnahmenpaket initiiert, um weitere Lehrerinnen und Lehrer für Grund- und Förderschulen zu gewinnen. Das Paket beinhaltet die Dienstzeitverlängerung von Lehrkräften, Programme zur Weiterbildung, die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten und die Öffnung des Grundschulreferendariats für Absolventen der Ersten Staatsprüfung an Gymnasien, Haupt- und Realschulen.

Zusätzlich wurde ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte und der Schulleitungen geschnürt. Mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts werden 2018 insgesamt 700 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen. Darüber hinaus wird die schulpsychologische und anlassbezogene Beratung in Grundschulen durch zusätzliche Angebote erweitert. Die finanziellen Mittel für die Fortbildung und Beratung von Schulleiterinnen und Schulleitern zu Schulentwicklungsprozessen werden in diesem Jahr verdoppelt. Insgesamt 140 Schulen werden jährlich davon profitieren.

Mehr als 500 Millionen Euro für Neubau & Sanierung

Mit dem Kommunalen Investitionsprogramm „KIP macht Schule!“ bekommen die Schulen in Hessen zwischen den Jahren 2018 und 2022 mehr als 500 Millionen Euro. Diese Mittel fließen in den Neubau, die Sanierung und die Ausstattung.

Manuel Lösel beim Schulbesuch
Staatssekretär Dr. Manuel Lösel beim Schulbesuch

Praxisrat Grundschulen

Gute Ideen entstehen erst im Austausch mit Menschen, die mit den unterschiedlichen Herausforderungen im Schulalltag täglich konfrontiert sind. Der im August 2017 gegründete Praxisrat Grundschulen erarbeitet Maßnahmen zur Unterstützung der Grundschulen, Lehrkräfte und Schulleitungen. Er setzt sich aus Ausbilderinnen und Ausbildern, Schulleitungspersonal und der Schulaufsicht in den Staatlichen Schulämtern zusammen.

Betreuung an mehr als 1.100 Schulen

Es gehört für viele Familien zum Alltag, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Ganztagsbetreuung an Schulen daher eine wichtige Voraussetzung. Auch in Hessen verbringen immer mehr Kinder den ganzen Tag in der Schule.

Die Landesregierung arbeitet weiter mit aller Kraft am Ausbau der Angebote, setzt aber auf das Prinzip der Freiwilligkeit und auf eine Auswahl unterschiedlicher Angebote. Die Eltern können entscheiden, welches Angebot für ihr Kind das richtige ist. Mittlerweile gibt es an mehr als 1.100 von insgesamt rund 1.800 hessischen Schulen eine Ganztagsbetreuung. Die Anzahl der Grundschulen mit ganztägigen Angeboten hat sich im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode von 311 auf 611 im Schuljahr 2017/2018 nahezu verdoppelt. Damit arbeiten aktuell über zwei Drittel aller allgemeinbildenden Schulen der Grundstufe und der Sekundarstufe I (inklusive Förderschule) ganztägig.

Manuel Lösel
Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium

Ein Baustein in der Betreuung ist der 2015 gestartete „Pakt für den Nachmittag“ – das größte Ganztagsprogramm in Hessen mit freiwilliger Betreuung bis 17 Uhr. Die Resonanz auf das gemeinsame Angebot von Land und Schulträgern für Grund- und Förderschulen ist gut. Im Schuljahr 2017/2018 kamen fünf neue Schulträgerregionen und 46 neue Schulen hinzu. Insgesamt beteiligen sich 167 Schulen.

Für den Ausbau der Ganztagesangebote stehen in jedem Schuljahr bis zu 230 Stellen zusätzlich zur Verfügung. 2017/2018 werden Ressourcen im Umfang von rund 2.600 Stellen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal bereitgestellt.

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