Schule & Bildung

Sprache als Schlüssel zu Integration von Flüchtlingen

Deutschkurse für junge Flüchtlinge & Zuwanderer

Der Schlüssel zum Erfolg in der Schule und zur Integration in die Gesellschaft ist die Sprache. Hessen kann bei der sprachlichen Förderung von jungen Flüchtlingen und Zuwanderern, die mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen als Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in unser Land kommen, auf ein etabliertes und bewährtes schulisches Gesamtsprachförderkonzept zurückgreifen, das stetig weiterentwickelt und den neuen Gegebenheiten angepasst wird.

Das Angebot reicht von freiwilligen Vorlaufkursen für schulpflichtig werdende Kinder im Jahr vor der Einschulung über Alphabetisierungskurse bis zu ergänzenden Deutsch-Förderkursen. Dort, wo die Förderprogramme der Hessischen Berufsakademie und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht greifen, werden freiwillige ergänzende Angebote durch den „Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und zur Bewahrung gesellschaftlichen Zusammenhalts“ angeboten.

Diese Unterstützung umfasst 3.000 Plätze in Intensivklassen an beruflichen Schulen und 1.500 Plätze in Sprachförderkursen an Schulen für Erwachsene. Bis zu zehn Millionen Euro werden dafür investiert. Zur Umsetzung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts hat Hessen in den Haushaltsjahren 2016 und 2017 insgesamt 1.900 zusätzliche Stellen geschaffen und 185 Millionen investiert.

Über 500 Lehrkräfte sind in Weiterbildungskursen für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache (DaF/DaZ) fortgebildet worden. Außerdem haben über 4.000 Lehrkräfte eine DaZ-Basisqualifikation erhalten.

Integrationsplan trägt Früchte

Der im Februar 2017 angelaufene Integrationsplan unterstützt Kinder und Jugendliche bei der Integration und dem Übergang in reguläre Schulklassen. Fast 18.000 Kinder und Jugendliche, die seit dem Jahr 2015 nach Hessen gekommen sind, sind nach ihrer Intensivsprachförderung bereits in den regulären Unterricht gewechselt.

Integration

InteA: Integration durch Anschluss & Abschluss

Zum Schuljahr 2015/2016 wurde mit dem Programm „Integration durch Anschluss und Abschluss“ (InteA) ein weiterer Baustein an den Beruflichen Schulen implementiert. Diese Intensivklassen sind ein Angebot für alle Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger von 16 Jahren bis 18 Jahren und vermitteln grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache in Verbindung mit einem beruflichen Fachsprachenerwerb. Sie dauern bis zu zwei Jahre, sollen flexible Übergänge in andere schulische Bildungsgänge ermöglichen und eröffnen so Zugänge zur Ausbildungs- und Berufswelt. Das Konzept „InteA“ weitet somit die bisherigen erfolgreichen Angebote für schulpflichtige Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen aus.

2016 wurde das in Hessen bereits etablierte Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz, das DSD I, weiter ausgebaut. Hier hat das Land bereits seit Jahren die höchsten Teilnehmerzahlen bundesweit. Erstmalig wurde im vergangenen Schuljahr auch eine berufsorientierte Variante, das DSD I PRO angeboten, an der 2016/17 auch über 700 hessische InteA-Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben – ebenfalls ein bundesweiter Spitzenwert.

Das DSD I PRO liefert nicht nur den Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern eine Qualitätsaussage über ihre Sprachkenntnisse, sondern bietet auch potenziellen Arbeitgebern und Ausbildern verlässliche Informationen über die Sprachkenntnisse. Deshalb wird dieses Diplom von den Vertretern der Wirtschaft auch als offizielles Zertifikat über ausreichende Sprachkenntnisse anerkannt.

Empfang der InteA-Klasse
Staatsminister Axel Wintermeyer empfängt 16 Flüchtlinge der InteA-Intensivklasse der Beruflichen Schulen Groß-Gerau.

Maßnahmen zur Berufsvorbereitung

Neben einer intensiven Sprachförderung für junge Zugewanderte bieten 26 Berufsfachschulen in Hessen einen Übergang in die Ausbildung an. Das Pilotprojekt – Schulversuch Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) – fasst die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, die zweijährige Berufsfachschule und die einjährige höhere Berufsfachschule zusammen. Damit die Schülerinnen und Schüler möglichst schnell in die duale Berufsausbildung wechseln können, werden sie in kleinen Gruppen durch Unterstützungsangebote begleitet und gefördert. Diese Förder-und Orientierungsangebote werden durch die Zusammenarbeit mit den regionalen Agenturen für Arbeit, der Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerks- und Kreishandwerkskammern unterstützt.

Gezielte Förderung für den Schulabschluss

Das Förderprogramm PuSch (Praxis und Schule) startete Mitte 2015 und unterstützt förderbedürftige Jugendliche durch gezielte sozialpädagogische Begleitung zum Hauptschulabschluss und zur Ausbildungs- und Berufswahlreife. Die Jugendlichen werden in dem Programm bis zu drei Jahre gefördert, die Kosten für Arbeitsmittel, Fortbildungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit und Projektregie werden dabei vom Land getragen.

Sogenannte o.camps – Osterferiencamps kommen in vielen hessischen Schulen zum Einsatz. Im Jahr 2017 haben sich rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Ferien fit für den Schulabschluss oder die Erreichung des Jahrgangsziels gemacht. Mehr als 21.000 Jugendliche haben an dem Format bereits teilgenommen und über 80 Prozent erreichten ihren Schulabschluss oder den Sprung in die nächste Klasse.

  • In sogenannten o.camps können sich junge Menschen in den Ferien fit für den Schulabschluss machen. Mehr als 21.000 Jugendliche haben bereits an dem Programm teilgenommen.
Schließen