Mobilität & Verkehr

Hessen auf dem Weg in die Mobilität der Zukunft

Konzepte für den Aufbruch in ein neues Verkehrssystem

Für die Mobilität des 21. Jahrhunderts hat sich ein grundlegender Wandel bereits angekündigt: Es wird immer weniger darum gehen, mit welchem Verkehrsmittel man von „A“ nach „B“ kommt. Wichtig wird, wie man schnell, bequem und umweltschonend an sein Ziel gelangt. Hessen strebt die führende Rolle beim Übergang in eine zukunftsfähige Mobilität an. Dies entspricht auch den sich verändernden Mobilitätsgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger, die immer weniger auf ein bestimmtes Verkehrsmittel fixiert sind.

Das verkehrsmittelübergreifende Konzept „Mobiles Hessen 2020“ war der erste Schritt in Richtung eines intelligent vernetzten Systems, das jeden jederzeit schnell und umwelt- und klimaschonend an sein Ziel bringt.

E-Mobilität

Die 2018 vorgestellte „Hessenstrategie Mobilität 2035“ entwickelt diesen Weg weiter. Das neue Verkehrssystem soll moderne Mobilität mit mehr Komfort verbinden, aber weniger Belastungen verursachen. Der Schlüssel dazu ist die intelligente Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel mit Hilfe digitaler Technologie.

Die Ansätze einer neuen Form von Mobilität sind bereits erkennbar: als Carsharing-Angebote, als Mobilitäts-Apps, als City-Logistik mit Mikrodepots und Lasten-Pedelecs. Experten erwarten unter anderem, dass autonome Fahrzeuge im Jahr 2035 selbstverständlich sind, der Lieferverkehr in den Innenstädten weitgehend schadstofffrei funktioniert und Berufspendlern in den Ballungsräumen ein Netz von Raddirektwegen zur Verfügung steht. Die Landesregierung unterstützt diese Ansätze.

Förderung von Elektromobilität

Die Mittel für Elektromobilität wurden seit 2014 auf 6,9 Millionen Euro im Jahr 2018 vervielfacht. Hinzu kommen fünf Millionen Euro jährlich für das bundesweit erste Förderprogramm für Elektrobusse. Damit unterstützt Hessen Kommunen bei der Elektrifizierung ihrer Dieselflotte. Wiesbaden hat beispielsweise angekündigt, die gesamte Busflotte bis zum Jahr 2022 zu elektrifizieren.

E-Mobilität

Hessen fördert zudem innovative Elektro-Carsharing-Projekte, zum Beispiel den Aufbau eines mit E-Autos betriebenen Angebots in Mörfelden-Walldorf und Friedrichsdorf oder das Projekt eMoR („Elektromobilität Rhön“). Denn ein „geteiltes“ Auto kann bis zu zehn private Pkws ersetzen und damit knappen Verkehrsraum in den Innenstädten freimachen.

Bundesweit größtes Testfeld für automatisiertes Fahren

Hessen gehört zu den Innovationstreibern bei Verkehrstelematik und automatisiertem Fahren. Das sogenannte DRIVE-Center Hessen ist ein bundesweit einmaliges Versuchszentrum und entwickelt und testet intelligente Verkehrslösungen. Auf den Autobahnen A3, A5 und A661 ist das größte Testfeld für automatisiertes Fahren in Deutschland eingerichtet worden. Hessen Mobil ist außerdem am sogenannten C-ITS-Korridors (Cooperative Intelligent Transport Systems) beteiligt: Österreich, die Niederlande und Deutschland wollen dabei einen Autobahn-Korridor von Rotterdam über Frankfurt nach Wien einrichten, in dem Systeme für automatisiertes Fahren auf Autobahnen eingesetzt werden sollen.

Oberleitungs-Lkw können einen Beitrag zu einem abgasarmen Schwerlastverkehr leisten. Seit Ende 2017 entsteht auf der A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd und Darmstadt/Weiterstadt eine der ersten Teststrecken für solche Fahrzeuge.

HOLM: ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum

Das House of Logistics & Mobility (HOLM) ist eine bundesweit einzigartige Kompetenzplattform zur Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Sie unterstreicht Hessens Anspruch, Konzepte für die Mobilität von morgen zu liefern. Seit Mitte 2017 beherbergt das HOLM das von der Landesregierung gegründete Fachzentrum „Nachhaltige Urbane Mobilität“, das Kommunen bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Mobilität berät und unterstützt.

Verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsplanung ist ein wesentliches Instrument, die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. Ein wichtiger Baustein für eine bürgerfreundliche Mobilität ist die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel in sogenannten Mobilitätsstationen, die Bus- oder Straßenbahnhaltestellen um Carsharing-Angebote und Radverleihstationen ergänzen.

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