Mobilität & Verkehr

Frankfurter Flughafen: Balance zwischen Prosperität & Lärmentlastung

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Flughafen Frankfurt
© HMWEVL

Deutschlands größte Arbeitsstätte

Der Frankfurter Flughafen ist einer der größten Flughäfen Europas. Seine wirtschaftliche und infrastrukturpolitische Bedeutung reicht weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Rund 81.000 Menschen arbeiten hier und machen den Flughafen zur größten lokalen Arbeitsstätte in Deutschland. Die Landesregierung setzt sich für seine Wettbewerbsfähigkeit ein, aber ebenso für die Interessen der in seiner Umgebung lebenden Menschen.

Flughafen Frankfurt

Belastungen für Anwohner & Umwelt verringert

Vorrangiges Ziel der Landesregierung ist es, die mit dem Betrieb des Flughafens einhergehenden Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Umwelt so stark wie möglich zu verringern. Dazu wurde Ende 2014 eine eigene Stabsstelle für Fluglärmschutz eingerichtet.

Es wurden spürbare Erfolge erzielt:

  • Siebenstündige Lärmpausen: Die Einführung eines intelligenten Flugbahnnutzungskonzepts im Mai 2016 führte zu einer Stunde mehr Ruhe für Anwohner in Frankfurt, Offenbach und Neu-Isenburg. Eine zusätzliche Stunde Entlastung – über das bereits bestehende Nachtflugverbot hinaus.
  • Lärmobergrenze: Die im November 2017 vereinbarte Lärmobergrenze sorgt dafür, dass die Lärmbelastung durch den Flughafen deutlich unter dem im Planfeststellungsbeschluss ermöglichten Ausmaß bleibt. Dies setzt einen wirksamen Anreiz für die Fluggesellschaften, leise Maschinen einzusetzen. Mit der Lärmobergrenze ist nach 17 Jahren der letzte offene Punkt der Flughafenmediation umgesetzt worden.
  • Höhere Flughafenentgelte für laute Flugzeuge: Das Starten und Landen mit lauten Flugzeugen ist erneut deutlich teurer geworden. Das Ziel der Landesregierung ist es, dass die Fluggesellschaften Frankfurt mit ihren leisesten Maschinen anfliegen. Konkret sieht die seit 2017 geltende Entgeltordnung eine Anhebung der lärmabhängigen Start- und Landeentgelte um durchschnittlich 15 Prozent vor.
  • Unterstützung für Kommunen: Mit dem Regionallastenausgleichsgesetz werden 21 besonders von Fluglärm betroffene Kommunen mehr Unterstützung durch die Landesregierung erhalten. Als Entschädigung wird ein Lastenausgleich gewährt, der von den im Gesetz benannten Kommunen zur nachhaltigen Kommunalentwicklung genutzt werden soll. Zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Abmilderung der Fluglärmfolgen in den Gemeinden werden bis 2021 jährlich 4,5 Millionen Euro investiert.
  • Hilfe für Grundschulen: Seit der Veröffentlichung der NORAH-Lärmwirkungsstudie im November 2014 bietet die Landesregierung betroffenen Grundschulen Beratung und Leseförderung an. Außerdem unterstützt sie bei der Behebung von Defiziten beim Schallschutz.
  • Hilfen für Immobilieneigentümer: Die Landesregierung hat den Schutz vor Wirbelschleppen verbessert und die Vorsorgegebiete im Mai 2014 vergrößert. Hauseigentümer im Kernort von Flörsheim und in ganz Raunheim haben Anspruch auf die Sicherung des Daches durch die Fraport oder nach eigener Wahl Erstattung der entsprechenden Aufwendungen.
  • Außerdem haben Immobilieneigentümer in der sogenannten Tag-Schutzzone 1 Anspruch auf Entschädigung für die durch Lärm eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit von Balkonen, Terrassen oder Gärten.
  • Fluglärmkommission erweitert: In die Frankfurter Fluglärmkommission wurden zusätzliche Städte und Gemeinden aufgenommen. Damit werden die Interessen der von Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner nachhaltig gestärkt.
  • Genaueres Fliegen: Das Navigationsverfahren RNP (Required Navigation Performance) ermöglicht es entsprechend ausgerüsteten Flugzeugen, sich mit GPS-Unterstützung viel genauer an die vorgegebene Fluglinie zu halten. Seit Ende März 2017 können Flugzeuge auch auf allen drei Landebahnen mit einer satellitengestützten Technik landen. Hierdurch können Anflüge mit einem steileren Gleitwinkel erfolgen, der am Boden weniger Lärm verursacht. Die Forschungsförderung für u. a. noch leisere Anflugverfahren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wurde im Forum Flughafen und Region fortgesetzt.
  • Initiative zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes: Hessen setzt sich  auf  Bundesebene mit dafür ein, dass bei der Festlegung neuer oder wesentlicher Änderungen bestehender Flugrouten der Lärmschutz stärker berücksichtigt und die Öffentlichkeit stärker eingebunden wird. Der Vorstoß wird der Anforderung an eine stärkere Orientierung der An- und Abflüge an Lärmschutzgesichtspunkten gerecht und behält zugleich die Erfordernisse und Arbeitsprozesse der Luftverkehrswirtschaft im Blick.
  • Lärmschutz am Frankfurter Flughafen: Seit November 2017 gilt die Lärmobergrenze.
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