Mobilität & Verkehr

Förderung des öffentlichen Nahverkehrs

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S-Bahn
© RMV

800 Millionen Euro pro Jahr: Zuschüsse für Busse & Bahnen erheblich aufgestockt

Ohne einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr ist die Mobilität nicht zu sichern. Sein Beitrag wird im Hinblick auf die ebenso komfortable wie emissionsarme Fortbewegung der Hessinnen und Hessen in Zukunft noch bedeutsamer. Für den Betrieb von Bussen und Bahnen erhalten die in Hessen tätigen Verkehrsverbünde im Zeitraum von 2017 bis 2021 rund vier Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung um mehr als 20 Prozent im Vergleich zur vorhergehenden Finanzierungsperiode. Dies erlaubt den Verbünden, ihr Angebot auszuweiten und gibt ihnen Planungssicherheit.

Schienen-Infrastruktur: Der Ausbau geht voran

Neue Angebote auf der Schiene werden schwieriger, weil die Infrastruktur überlastet ist. Die Landesregierung setzt sich deshalb massiv für einen Ausbau ein – und dieser geht seit 2014 voran. Wichtige Schienenprojekte werden realisiert, um den überlasteten Verkehrsknoten Frankfurt an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Alles in allem werden in den nächsten Jahrzehnten von Bund und Land rund zwölf Milliarden Euro in zwölf Projekte der hessischen Schienen-Infrastruktur fließen, davon trägt das Land etwa eine Milliarde Euro. Hierzu gehören unter anderem der Ausbau der S 6 von Frankfurt über Bad Vilbel nach Friedberg, der Bau der Nordmainischen S-Bahn, der Regionaltangente West sowie der Fernverkehrsstrecken Hanau-Würzburg/Fulda-Erfurt und Frankfurt-Mannheim.

Weitere Maßnahmen werden sich aus der sogenannten „Knotenuntersuchung Frankfurt“ ergeben, die der Bund durchführt. Sobald sie ermittelt sind, werden sie in das bereits laufende Infrastruktur-Programm „Frankfurt RheinMain Plus“ eingebettet, das gemeinsam vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main, der Deutschen Bahn AG und dem RMV vorangetrieben wird. Rund 365 Millionen Euro investiert die Landesregierung 2018 und 2019 in den Bau von Landstraßen vorangetrieben wird. Das Ziel: Den Schienenverkehr in der Region fit für die Zukunft zu machen.

Im Dialog: Bürgerbeteiligung bei neuen Strecken

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG hat die Landesregierung drei Dialogforen für den Ausbau der Strecken Hanau-Würzburg/Fulda-Erfurt und Fulda-Gerstungen sowie die Neubaustrecke Rhein/MainRhein/Neckar zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht. Damit sollen in einem transparenten Planungsprozess wirtschaftliche und raumverträgliche Trassenführungen erreicht werden.

Barrierefreie Bahnhöfe

Die Verbesserung der Barrierefreiheit an kleinen hessischen Bahnhöfen und deren Modernisierung wird mit einem gemeinsamen Sonderprogramm von Bund und Land in Höhe von insgesamt 32 Millionen Euro gefördert. Hessen hat auf Vorschlag der Verkehrsverbünde und DB Station & Service 31 Projekte angemeldet.

Mobilitätsnetz Spessart
Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, mit Vertreterinnen und Vertretern des „Mobilitätsnetzes Spessart“. Die Initiative verknüpft Angebote des ÖPNV mit alternativen Konzepten wie z.B. Mitfahrgelegenheiten oder Bürgerbussen.

Neue Wege für den ÖPNV in ländlichen Regionen

Neue Wege soll der öffentliche Personennahverkehr in ländlichen Regionen finden. Erfolg verspricht die Kombination unterschiedlicher Angebote vom klassischen Linienbus über Bürgerbusse bis hin zur Einbindung privater Fahrten in den ÖPNV. Einige hessische Kommunen setzen dies bereits um, etwa „Garantiert mobil!“ im Odenwaldkreis oder die Bürgerbusse in Weimar an der Lahn. Dies stärkt die Hessische Landesregierung weiter mit der 2018 aufgesetzten Förderung von Bürgerbussen in Höhe von jährlich 1,3 Millionen Euro. So soll das vorhandene Angebot von Bussen und Bahnen sowie Taxis ergänzt und verbessert, jedoch nicht ersetzt werden. Zentral ist dabei die Beratung und Begleitung von lokalen Initiativen zur Einführung von Bürgerbussen und die Stärkung der Mitnahme.

Erfolgsmodell: Ein Euro am Tag für das Schülerticket Hessen

Für die Beratung von ländlichen Kommunen wurde 2017 das „Fachzentrum Mobilität im ländlichen Raum“ gegründet, das mit jährlich 250.000 Euro vom Land gefördert wird.

Seit August 2017 ist das Schülerticket Hessen im Verkauf. Die bisherigen Schülerjahreskarten waren in den allermeisten Fällen nicht nur teurer, sondern galten meistens nur in einer Stadt beziehungsweise innerhalb eines Landkreises. Mit dem in ganz Hessen geltenden Jahresticket für 365 Euro – also ein Euro am Tag – waren im Februar 2018 bereits mehr als 375.000 junge Menschen unterwegs. Das Land stellt dafür 20 Millionen Euro pro Schuljahr bereit. Das Schülerticket Hessen ermöglicht Schülerinnen, Schülern und Auszubildenden eine eigenständige Mobilität in ganz Hessen, viele Familien sparen damit Geld.

Ausbau von Radwegen

Ein immer wichtigeres Verkehrsmittel ist das Fahrrad, insbesondere mit der zunehmenden Verbreitung von Elektro-Fahrrädern. Radfahren ist heute für breite Bevölkerungsgruppen und auch für längere Strecken attraktiv. Deshalb fördert die Landesregierung den Ausbau kommunaler Radwege jährlich mit acht Millionen Euro. Weitere vier Millionen Euro stehen zur Stärkung des überörtlichen Radverkehrs und den Radwegebau an Landesstraßen bereit. Durch die Trennung von Rad und motorisiertem Verkehr steigt die Sicherheit für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf Landesstraßen erheblich.

Hessen plant zwischen 2016 und 2020 unter anderem den Bau von rund 60 neuen Radwegen entlang von Landesstraßen. Die Mittel hierzu werden in den Jahren 2018 und 2019 auf fünf bis sechs Millionen Euro jährlich erhöht.

AG Nahmobilität unterstützt Kommunen

In den hessischen Kommunen gibt es bereits gute Ansätze, um den Rad und Fußverkehr nachhaltig zu stärken. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen hat die Landesregierung ein Forum geschaffen, damit gute Beispiele und neue Konzepte ausgetauscht werden können. Die 2017 entwickelte „Nahmobilitätsstrategie“ und die Akademie für Nahmobilität sind weitere inhaltliche Unterstützungsangebote. Für die Umsetzung von Maßnahmen stehen ab 2018 jährlich 5,5 Millionen Euro bereit.

  • Das Land fördert Bürgerbusse mit 1,3 Millionen Euro im Jahr, um die Mobilität auf dem land zu stärken.
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