Kunst & Kultur

Hessen setzt Akzente mit Kulturinvestitionen

Mehr Geld für Kunst & Kultur in Hessen

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Museum Grimmwelt Kassel
Museum Grimmwelt Kassel
© Kilian Schönberger

Im Bereich Kunst und Kultur setzt die Landesregierung weitere Akzente. Im Jahr 2018 stehen für Investitionen 245 Millionen Euro und 2019 rund 246 Millionen Euro bereit. Im Vergleich zu 2014 entspricht dies einer Steigerung um rund 50 Millionen Euro.

Im Jahr 2015 hat das Land ein neues Kulturinvestitionsprogramm gestartet. Bis zum Jahr 2019 stehen zehn Millionen Euro für die Sanierung und Restaurierung der hessischen Kulturschätze bereit. Insgesamt sind 31 Maßnahmen an 21 Standorten geplant. Rund ein Drittel davon sind bereits abgeschlossen, wie zum Beispiel die Einrichtung der Ausstellungsräume des Deutschen Elfenbeinmuseums im Schloss Erbach, die Einrichtung einer Grimm- Ausstellung im Schloss Steinau und Maßnahmen der Barrierefreiheit, wie zum Beispiel der Zugang zum Klosterhof des Klosters Seligenstadt.

Kunst- und Kulturausgaben

Im Jahr 2014 wurde das Hessische Landesmuseum Darmstadt nach umfassender Sanierung wiedereröffnet. Einzigartig ist die große Zahl verschiedener Sammlungen aus den Bereichen Kunst-, Kultur- und Naturgeschichte unter einem Dach. Das Hessische Landesmuseum in Kassel als Haus der nordhessischen Geschichte hat seine Tore ebenfalls nach baulicher Sanierung und Neukonzeption im November 2016 geöffnet. Das Museum Wiesbaden wurde bei laufendem Betrieb saniert. Hier werden zudem bis Ende des Frühjahrs 2018 der Vorplatz und der Haupteingang (mit einem Aufzug) neu gestaltet.

Osteinischer Park
Einer der ersten Landschaftsparks in Deutschland: Osteinischer Park des Grafen von Ostein im Niederwald.

UNESCO-Welterbestätten in Hessen

Seit 2013 ist der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Zu den besonderen Attraktionen zählen neben dem Kasseler Wahrzeichen Herkules die mehr als zwölf Kilometer langen Wasserläufe. Hier sind in den letzten Jahren Besucherzentren am Fuße des Bergparks Wilhelmshöhe und am Herkulesdenkmal entstanden. Derzeit laufen die Erneuerung des Oktogons vom Herkulesdenkmal, die Instandsetzung der Wasserwege und die Sanierung mit Wiederaufbau zerstörter Gebäudeteile der Löwenburg. Neben der Verbesserung der Verkehrserschließung und Infrastruktur soll verstärkt in den Erhalt und den Wiederaufbau der Parkarchitekturen investiert werden.

Der Park des Grafen von Ostein im Niederwald bei Rüdesheim gehört zu den ersten Landschaftsparks in Deutschland. Um dieses wichtige Zeugnis der Gartenkunst am südlichen Eingang zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wieder erlebbar zu machen, wendete das Land Hessen fünf Millionen Euro auf, unterstützt mit weiteren 2,5 Millionen Euro vom Bund. Ein neues Besucherzentrum wurde im April 2016 eröffnet.

Die Sanierung des Niederwalddenkmals mit seiner weithin sichtbaren Germania als Hauptfigur ist bereits abgeschlossen. Bei der Herrichtung der Anlage Kloster Lorsch durch das Bundesprogramm nationale Welterbestätten ging es um das Erleben der einstig historischen Bedeutung des Klosters. Hier lagen die Gesamtkosten bei 12,1 Millionen Euro, von denen 4,8 Millionen Euro vom Bund und knapp 4,6 Millionen Euro vom Land finanziert wurden. Die Stadt Lorsch beteiligte sich mit 2,7 Millionen Euro. Zur Informationsvermittlung wurde das Besucherinformationszentrum am „Freilichtlabor Lauresham“ errichtet.

Kloster Lorsch
Weltkulturerbe Kloster Lorsch

200 Millionen Euro für die Museumslandschaft Hessen Kassel

Zur Neuordnung der Museumslandschaft Hessen Kassel wurde im Jahr 2005 ein 200-Millionen-Euro-Programm aufgelegt, mit dem die Kultur- und Baudenkmäler saniert und zeitgemäß präsentiert werden sollen. Derzeit stehen dafür bereits rund 239 Millionen Euro im Landeshaushalt. Durch die Aufnahme neuer Projekte, wie zum Beispiel dem Neubau des Deutschen Tapetenmuseums am Brüder-Grimm-Platz und der Fassadensanierung des sogenannten Weißensteinflügels des Schlosses Wilhelmshöhe, sind bereits jetzt mehr Mittel zur Verfügung gestellt worden als ursprünglich geplant.

Herausragende Kulturprojekte

Das Land Hessen fördert kulturpolitisch herausragende Projekte Dritter durch Zuwendungen. Mit einem Bewilligungsvolumen von knapp 4,8 Millionen Euro ermöglicht das Land das Archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ in Weimar (Lahn). Sie soll mit einem Besucher- und Informationszentrum und fünf sogenannten Zeitstationen einen authentischen Eindruck vom Leben und Alltag in vorgeschichtlicher Zeit vermitteln. Dazu zeigt die „Zeiteninsel“ Rekonstruktionen von der Mittelsteinzeit bis zur Römischen Kaiserzeit.

Außerdem unterstützt die Landesregierung den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums in Frankfurt mit zwei Millionen Euro. Damit fördert das Land die Ausstattung der sogenannten Familienräume der Familien Rothschild und Frank und die Präsentation der Judaica.

Brentano-Haus
Zentrum der Deutschen Rheinromantik: Brentano-Haus im Rheingau.

Kulturelles Erbe & die „Route der Romantik“

Das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt stellt mit dem Brentano-Haus in Oestrich-Winkel und dem Osteinschen Park im Niederwald die wesentlichen Bausteine der Romantik in Hessen dar. Die kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert dauerte, umfasste vor allem die Malerei, Musik und Literatur. Das Land fördert neben dem Goethehaus in Frankfurt den entstehenden Neubau des Romantik-Museums mit vier Millionen Euro. Die Landesregierung hat mit dem 1,2 Millionen Euro teuren Ankauf das Brentano-Haus vor dem Verfall gerettet und bewahrt damit das geistig-kulturelle Zentrum der deutschen Rheinromantik. Rund zehn Millionen Euro an Fördervolumen ermöglichen die „Route der Romantik“ und den Bau des Deutschen Romantik Museums in Frankfurt.

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