Erhalt des historischen Erbes | Informationsportal Hessen
Kunst & Kultur

Erhalt des historischen Erbes

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Staatspark Fürstenlager
Historisches Erbe: Staatspark Fürstenlager
© Kilian Schönberger

Dachmarke „Kultur in Hessen“

Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst hat die Hessen Agentur im Jahr 2017 erstmals eine Dachmarke für die hessischen Landesmuseen, Schlösser und Gärten entwickelt, die im sogenannten Mandant „Historisches Erbe“ zusammengefasst sind. Ziel ist es, das historische kulturelle Erbe, das in der Obhut des Landes steht, zu vereinen und überregional, national wie europäisch bekannter zu machen. Jede Einrichtung hat ihr spezielles Potential als „Startkapital“ in die Dachmarke eingebracht, bewahrt dennoch gleichzeitig auch ihre Eigenständigkeit. Hierfür bündeln die Häuser einen Teil ihrer Budgets.

Recherche nach NS-Raubkunst: Provenienzforschung in Hessen

Im Januar 2015 hat das Ministerium für Wissenschaft und Kunst die „Zentrale Stelle für Provenienzforschung“ errichtet, um die Landeseinrichtungen bei der Erforschung ihrer Sammlungs- und Objektgeschichten nachhaltig zu stärken. Seither werden die musealen Bestände des Landes gezielt auf NS-Raubgut durchsucht. Die Forschungsstelle ist die erste ihrer Art in Deutschland und unterstützt die hessischen Museen darin, sich ihrer historischen Verantwortung aktiv zu stellen.

Professur für hessische Geschichte geplant

Um die hessische Historie wissenschaftlich aufzuarbeiten, ist an der Phillips-Universität in Marburg eine Professur für Landesgeschichte geplant. Die Professur wird für drei Jahre mit 120.000 Euro jährlich aus Mitteln aus dem Innovations- und Strukturbudget finanziert und danach mit der Leitung des Landesamtes für geschichtliche Landeskunde verbunden werden.

Goethe-Haus Frankfurt am Main
Goethe-Haus Frankfurt am Main

Mehr Mittel für private Museen

Mit mehr als 400 Museen aus den Bereichen Kunst- und Kulturgeschichte, Naturwissenschaften, Technik- und Industriegeschichte weist Hessen ein kulturelles Angebot auf, das alle Bevölkerungskreise jeden Alters in Stadt und Land erreicht. Seit 2017 ist es gelungen, die Mittel von ursprünglich 331.100 Euro um 100.000 Euro auf nunmehr 431.100 Euro dauerhaft anzuheben. Ab 2019 sollen die Projektfördermittel für privatrechtlich geführte Museen nochmalig um 140.000 Euro auf dann insgesamt 571.100 Euro erhöht werden.

Das Deutsche Ledermuseum (DLM) in Offenbach ist das weltweit einzige Museum, das ausschließlich alles rund um den Werkstoff Leder dokumentiert, sammelt und präsentiert. Es besitzt somit ein klares Alleinstellungsmerkmal. Im Jubiläumsjahr 2017, in dem das Museum seinen 100. Geburtstag feierte, stellte das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst dem DLM Sondermittel für eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle plus Sachmittel (70.000 Euro plus 20.000 Euro) bereit. Zusätzlich wurden noch 60.000 Euro zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie bewilligt. Hiermit wurde das Fundament für eine Neuausrichtung des DLM gelegt.

Erhalt des schriftlichen Kulturguts

Das schriftliche Kulturerbe in Archiven und Bibliotheken ist vom Papierzerfall bedroht. In den Jahren 2018 und 2019 steht dafür erstmalig jeweils eine Million Euro zur Verfügung, um Maßnahmen zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts durchzuführen.

Hessen-Stipendium für Promotionsstudierende

Mit dem 2017 eingeführten „Hessen-Stipendium“ erhalten Promotionsstudierende im Kunst- und Kulturbereich mehr Unterstützung. Das Hessen-Stipendium wurde erstmals im Sommer 2017 vergeben und schafft den zusätzlichen Anreiz, sich intensiv mit der Historie und Kunst des Landes zu befassen. Gefördert wird jeweils ein Dissertationsvorhaben mit einer monatlichen Unterstützung von 1.400 Euro und einer maximalen Laufzeit von drei Jahren.

Poelzig-Bau
Poelzig-Bau, ehemals IG Farbenhaus Frankfurt am Main

Bestand des IG-Farben-Archives ist gesichert

Infolge der im Dezember 2015 erfolgten Auflösung der Stiftung I.G. Farbenindustrie hat das Hessische Landesarchiv im Oktober 2016 die Unterlagen der I.G. Farbenindustrie AG im Umfang von rund 570 Regalmetern als Archivgut übernommen.

Der für die zeit- und wirtschaftsgeschichtliche Forschung bedeutende Bestand ist damit dauerhaft gesichert. Für dringende Restaurierungsmaßnahmen wurden dem Landesarchiv zusätzliche Mittel bereitgestellt.

  • In den drei Hessischen Staatsarchiven in Wiesbaden, Darmstadt und Marburg können Leseratten in den insgesamt 400.0000 Büchern und Druckschriften vor Ort stöbern und ihren Wissensdurst stillen.
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