Initiativen & Strukturen im Gesundheitssystem | Informationsportal Hessen
Gesundheit & Pflege

Initiativen & Strukturen im Gesundheitssystem

Flexibilität & Planungssicherheit für Kliniken

Auch das bereits im Jahr 2014 verabschiedete Hessische Krankenhausgesetz bildet ein Fundament für eine moderne medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger. Ab 2016 wurde die Krankenhausförderung in Hessen weitestgehend pauschaliert. Krankenhäuser erhalten Fördermittel für Baumaßnahmen jetzt als jährliche Pauschale und nicht mehr nach einem langwierigen Bewilligungsverfahren. Für die Kliniken bedeutet dies mehr Flexibilität und Planungssicherheit, da sie selbstständig über Investitionen entscheiden können.

Für Patienten-Sicherheit: Kampf gegen multiresistente Erreger

Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist für die Landesregierung von großer Bedeutung. Deshalb hat sie 2016 gemeinsam mit den Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft ein Qualitätssicherungsprojekt zu multiresistenten Erregern (MRE) gestartet. Ziel ist es, Infektionen in Krankenhäusern zu vermeiden. Multiresistente Erreger sind Bakterien, die widerstandsfähig gegen Antibiotika sind. Sie gefährden Menschen mit geschwächten Abwehrkräften und sind daher vor allem in Kliniken und Pflegeheimen ein Problem.

Gesetz regelt Hilfen für psychisch Kranke

Seit dem 1. August 2017 ist das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in Kraft. Mit diesem Gesetz gelingt es erstmals, Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch kranke Menschen zusammenzuführen. Koordinierungs- und Steuerungsaufgaben auf kommunaler und Landesebene sowie Regelungen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen im Falle der akuten Selbst- oder Fremdgefährdung haben nun eine umfassende gesetzliche Grundlage. Dazu gehören auch vorsorgende und nachsorgende Hilfen, um die Unterbringung möglichst zu vermeiden. Alle Maßnahmen haben den Zweck, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Hessisches Krebsregister für effektive Behandlung

Eine schnellere und effektivere Behandlung von Krebskranken ermöglicht das im Herbst 2014 in Kraft getretene Gesetz zum Hessischen Krebsregister. Die Aufgabe des Krebsregisters besteht in der Erfassung personenbezogener Daten aller an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten. Damit soll der komplette Krankheitsverlauf mit Diagnosen und Therapiemaßnahmen dokumentiert werden. Berechtigte Ärzte können auf die Daten zugreifen und Tumore sowie Krankheitsverläufe vergleichen. Es wird damit möglich, Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse zu prüfen und Empfehlungen für die weitere Behandlung zu machen.

Hilfen für junge & ältere Patientinnen & Patienten

Hessen unterstützt unheilbar kranke Kinder und ihre Familien. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 wurde der Aufbau von drei Kinderpalliativteams mit einer Anschubfinanzierung von 150.000 Euro gefördert.

Ältere Menschen, die an mehreren Krankheiten leiden, profitieren vom Hessischen Geriatriekonzept. Mittlerweile ist eine beispielhafte stationäre Versorgungsstruktur entstanden, die den spezifischen Bedürfnissen der alten Menschen bei Krankheit und Behinderung gerecht wird. Das Konzept beruht auf einem interdisziplinären Ansatz. Die Einbindung der Geriatrie in den Bereich der Krankenhausversorgung hat sich bewährt.

Gesundheitsförderung & Prävention

Viele Krankheiten und gesundheitliche Probleme lassen sich präventiv erkennen oder ganz verhindern. Gesundheitsförderung und Prävention, Begleitung und medizinische Versorgung von Volkskrankheiten wie Diabetes und Rheuma oder spezifischen Infektionen wie HIV sind Aufgaben, denen sich die Hessische Landesregierung konsequent stellt. Als erstes Bundesland hat Hessen bereits im April 2016 mit zahlreichen Ersatzkassen und anderen Versicherungsträgern eine Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung des Präventionsgesetzes des Bundes geschlossen. Im Bereich Diabetes beispielsweise werden in Hessen bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Wissen über die Ernährung zu vermitteln und die Bewegung in Kita, Schule oder Betrieb zu fördern.

Erfolgreiches Engagement gegen „Koma-Saufen“

In der aktuellen Legislaturperiode wurden die Rahmenbedingungen für den Jugendschutz, die Alkohol- und Suchtprävention und den Gesundheitsschutz weiterentwickelt. Das von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) koordinierte Programm „HaLT“ gegen das sogenannte Koma-Saufen wird flächendeckend angewandt. Ein besonders schöner Erfolg: Die Zahl der alkoholvergifteten hessischen Jugendlichen in Krankenhäusern ist bereits zurückgegangen. In Zusammenarbeit mit der HLS wird derzeit der Modellversuch „Drug-Checking“ vorbereitet. Das Programm soll insbesondere junge Menschen interaktiv vor dem Konsum von Rauschmitteln warnen.

  • Krankenhäuser erhalten seit 2016 Pauschalen und können selbst über Investitionen entscheiden.
  • Das Krebsregister sammelt Daten aller an Krebs Erkrankten und ermöglicht eine schnellere und effektivere Behandlung.
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