Gute Gesundheitsversorgung: für alle & überall | Informationsportal Hessen
Gesundheit & Pflege

Gute Gesundheitsversorgung: für alle & überall

Mit der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ legt die Landesregierung einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die ländlichen Regionen. Ein wesentlicher Bestandteil der Offensive ist die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung auf dem Land.

Gesundheitszentren für ländliche Regionen

Hessen hat eine gute ärztliche Versorgung sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Weil die Menschen immer älter werden und gleichzeitig viele Allgemeinmediziner ihre Praxen altersbedingt aufgeben, müssen jedoch neue Wege gegangen werden. Die Landesregierung trägt ihren Teil dazu bei und stellt beispielsweise zur Fortführung von Landarztpraxen ohne Nachfolger bis 2019 eine Million Euro zur Verfügung.

Über den Gesundheitspakt 2.0 und das Landesprogramm „Bildung regionaler Gesundheitsnetze“ soll ärztlicher Nachwuchs für den ländlichen Raum gewonnen und Kooperationen gefördert werden. Dazu gehört der Aufbau von Gesundheitszentren.

Im März 2018 ist das erste von der Hessischen Landesregierung geförderte Zentrum in der neuen Odenwald-Kommune Oberzent eröffnet worden. Gesundheitszentren, in denen Fachärzte vernetzt im Team arbeiten, haben viele Vorteile: Sie bieten den Patientinnen und Patienten eine gesundheitliche Versorgung aus einer Hand und jungen Medizinerinnen und Medizinern attraktive Arbeitsbedingungen auf dem Land.

Hilfe für Ältere durch die Gemeindeschwester 2.0

Um die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen zu verbessern, wird das Land den Einsatz von 50 Gemeindeschwestern finanzieren. 3,7 Millionen Euro stehen dafür 2018 und 2019 bereit. Die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen umfasst mehr als eine medizinische Untersuchung und Behandlung. Gerade im Alter, wenn neben körperlichen Erkrankungen auch Einschränkungen im Alltag zum Tragen kommen, brauchen viele Menschen einen Ansprechpartner, der sich vor Ort einen Überblick über die Versorgungssituation verschafft und Hilfen anbietet und koordiniert. Dies wird die Kernaufgabe der durch das Land geförderten Gemeindeschwester 2.0 sein. Hausärztinnen und Hausärzte sowie Kommunen können Anträge auf Unterstützung stellen.

Krankenhaus
Gesundheitliche Versorgung älterer Menschen verbessern.

Schnelle Informationen im Notfall dank „IVENA“

Um für Notfallpatientinnen und -patienten in kürzester Zeit eine Klinik zu finden, gibt es das System „IVENA“ (Integrierter Versorgungsnachweis). Damit lassen sich im Rettungswagen alle umliegenden Kliniken anzeigen, die von den Rettungsdiensten angefahren werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste erhalten die Information, welches Krankenhaus im Umkreis in der Lage ist, die Patienten in der medizinisch gebotenen Zeitspanne gut versorgen zu können.

Medizin im ländlichen Raum
Das Team der Praxis Dr. Ziegler in Ehrenberg erlaubt Studierenden, die Medizin im ländlichen Raum intensiv zu erleben.

Medizinische Versorgung im ländliche Raum
Sozialminister Stefan Grüttner besucht das Gesundheitszentrum in Gelstertal.

Die aufnehmende Klinik erhält nicht nur die Mitteilung, dass in kurzer Zeit ein Notfall eingeliefert wird, sondern auch Details über die benötigte Versorgung. Kostbare Zeit wird hier schon zur Vorbereitung der Behandlung genutzt. Hessen ist mit „IVENA“ ein Vorreiter und war das erste Bundesland, das über ein solches System der Telemedizin verfügte.

Vorreiter mit Kompetenzzentren für die Weiterbildung

Hessen kümmert sich um die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin und hat dafür als erstes Bundesland Kompetenzzentren an Universitäten mit einer medizinischen Fakultät gegründet. Dadurch sollen Medizinstudentinnen und -studenten so früh wie möglich für das Fachgebiet begeistert werden. Diese Struktur haben inzwischen andere Länder übernommen. Seit 2012 fördert das Land mit dem „Hessischen Pakt zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung“ die Arbeit an den Universitäten Frankfurt und Marburg. Diese kümmern sich insbesondere um eine Weiterbildung „aus einem Guss“, den nahtlosen Übergang von Aus- zur Weiterbildung und die Organisation eines studienbegleitenden Seminarprogramms. Über den im März 2015 geschlossenen Hessischen Gesundheitspakt 2.0 werden beide Kompetenzzentren bis Ende 2018 mit 250.000 Euro jährlich unterstützt.

Bessere Versorgung: Hessen nutzt digitale Chancen

Die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft eröffnet auch Chancen für das Gesundheitssystem. Zu den neuen Elementen in der medizinischen Versorgung gehören E-Health und die Telemedizin, für die das Land pro Jahr rund sechs Millionen Euro bereitstellt. Sie helfen, Distanzen zu überwinden und eine sehr spezialisierte Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Dazu gehören beispielsweise Online-Sprechstunden und elektronische Patientenakten, die an konsultierende Ärzte verschickt werden können. Für die Patientinnen und Patienten werden darüber hinaus die Fahrten zum Spezialisten vermieden. So kann beispielsweise bei einem Schlaganfall, der in der Klinik in Dillenburg behandelt wird, ein Neurologe aus Wetzlar über einen Bildschirm zugeschaltet und damit die Kompetenz ohne Zeitverlust ins Krankenhaus geholt werden.

Medizin

Gefördert werden vor allem Maßnahmen, die das Expertenwissen zum Beispiel von Facharztzentren in die Fläche bringen, die häusliche Versorgung von älteren Menschen insbesondere in ländlichen Regionen optimieren und die Notfallversorgung effizienter gestalten. Im August 2017 hat die Hessische Landesregierung eine Kooperationsvereinbarung über die Gründung eines Kompetenzzentrums an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen geschlossen. Am 1. Januar 2018 hat es die Arbeit aufgenommen.

  • Für eine gute Versorgung auf dem Land werden Gesundheitszentren aufgebaut. Im März 2018 startete das erste im Odenwald.
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