Gesellschaftlicher Zusammenhalt & Integration

Hessische Aktionspläne zur Integration von Flüchtlingen & Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

Förderungen kommen allen Menschen in Hessen zugute

Die Landesregierung hat im Jahr 2015 als einziges Bundesland einen „Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ erstellt und 2016 fortgeschrieben. Damit hat Hessen die Grundlage für eine erfolgreiche Integration gelegt.

Fast drei Milliarden Euro fließen in den sozialen Wohnungsbau, Kitas, Schulen und Hochschulen sowie zusätzliche Lehrerstellen. Finanziert werden Kurse zur Berufsvorbereitung, Sprachförderprogramme und die psychosoziale Unterstützung der Opfer von Straftaten. Der Aktionsplan kommt so allen Hessinnen und Hessen zugute und nicht nur den Flüchtlingen. Damit weniger Menschen flüchten müssen, werden auch Projekte zur Bekämpfung von Fluchtursachen finanziert.

Im Asylkonvent ziehen alle an einem Strang

Die Bewältigung der Flüchtlingssituation im Jahr 2015, aber auch die Integration der nun hier lebenden Menschen war und ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Damit die Integration dieser Menschen gelingt und aus Flüchtlingen Mitbürgerinnen und Mitbürger werden, müssen an diesem Prozess Verantwortungsträger und Engagierte aus allen gesellschaftlichen Bereichen mitwirken.

Der Hessische Ministerpräsident hat zu diesem Zweck einen bundesweit einmaligen Asylkonvent ins Leben gerufen, der sich am 14. Oktober 2015 konstituierte. Ihm gehören mehr als 60 Spitzenvertreter aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen an.

Asylkonvent
Mehr als 60 Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagieren sich im Asylkonvent.

Die sieben Fachgruppen erarbeiten Maßnahmen für die zentralen Themenfelder Bildung, Arbeitsmarkt, Sicherheit, Wohnen, Gesundheit, Ehrenamt und Integration. In den bislang acht Tagungen hat der Asylkonvent gemeinsam eine ganze Palette an erfolgreichen Maßnahmen und Förderangeboten erarbeitet und umgesetzt.

Ob bei der Integration der Flüchtlinge in die schulische Bildung, in den Arbeitsmarkt, bei der Hilfe auf dem Wohnungsmarkt oder im Gesundheitsbereich: gemeinsam wurden in vielen Bereichen erhebliche Fortschritte realisiert.

Landesprogramm „MitSprache – Deutsch4U“

Seit 2016 werden mit dem neuen Programm „MitSprache – Deutsch4U“ niedrigschwellige zielgruppengerechte Deutschkurse für Geflüchtete unterstützt. Seit 2017 kann zusätzlich eine kursbegleitende Kinderbetreuung gefördert werden. Damit bekommen auch geflüchtete Mütter und Väter mit kleinen Kindern eine Gelegenheit, sich im Alltag zu orientieren und Deutsch zu lernen.

Für die Jahre 2017 und 2018 wurden die Mittel für das Programm von 1,5 Millionen Euro auf 2,7 Millionen Euro erhöht.

Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Für Flüchtlinge ab 18 Jahren, die eine Bleibeperspektive haben, sollen frühzeitig Brücken in die Arbeits- und Ausbildungswelt gebaut werden. Dafür wurde die berufsspezifische Sprach- und Arbeitsmarktförderung der Flüchtlinge im „Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget“ um 10,5 Millionen Euro aufgestockt. Durch eine gemeinsame Initiative von Kammern und kommunaler Ebene wird sichergestellt, dass die Maßnahmen auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmt sind.

Asylkonvent
Asylkonvent

Demografie-Reise
Berufsspezifische Sprach- und Arbeistmarktförderung für Flüchtlinge wurde um 10,5 Millionen Euro aufgestockt.

Wohnsitzauflage

Die Frage, wo jemand lebt, ist ein wesentlicher Punkt für das Gelingen von Integration. In Abstimmung mit den drei kommunalen Spitzenverbänden hat das Land eine Regelung gefunden, die es ermöglicht, Flüchtlingen einen festen Wohnort für drei Jahre zuzuweisen. Dadurch wird beispielsweise verhindert, dass Wohnraum, Sprachkurse und Integrationsmöglichkeiten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vor allem in den ländlichen Regionen ungenutzt bleiben. Durch eine gleichmäßige Auslastung von Integrationsangeboten und Wohnraum werden letztlich die individuellen Integrationschancen jedes einzelnen Schutzsuchenden in Hessen gestärkt.

Modellprojekt „Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen“

Das Modellprojekt „Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen“ ist in den hessischen Kommunen Roßdorf, Bad Soode-nAllendorf, Diemelstadt, Bürstadt, Eschborn, Gießen, Gudensberg, Mörfelden-Walldorf und Schöneck im Jahr 2017 der Frage nachgegangen, ob freiwilliges Engagement ein Baustein zur Integration geflüchteter Menschen sein kann und wenn ja, welche Voraussetzungen es zum Erfolg braucht. Das Modellprojekt konnte hierzu wertvolle Erfahrungen liefern. Ziel war es, neu Zugewanderte zu animieren, sich ehrenamtlich in die örtliche Gemeinschaft einzubringen. Alle lokalen Projekte zeigten, dass Geflüchtete gerne aktiv werden, um mit ehrenamtlicher Arbeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.

Förderprogramm Sport und Flüchtlinge
Programm "Sport und Flüchtlinge": Sport kann man über Sprachbarrieren hinweg gemeinsam betreiben.

Förderung des Ehrenamtes

Integration bedeutet neben dem Erlernen der Sprache und der Aufnahme von Arbeit auch, seine Freizeit in Gesellschaft von Einheimischen zu verbringen. Insbesondere Sport kann man über Sprachbarrieren hinweg gemeinsam betreiben. Mit dem Programm „Sport und Flüchtlinge“ werden Sport-Coaches ausgebildet, die den Kontakt zwischen Kommunen, Vereinen und Flüchtlingen herstellen. 240 Städte und Gemeinden wurden im vergangenen Jahr mit 1,7 Millionen Euro gefördert.

2017 konnte zudem jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt 30.000 Euro für die Umsetzungen von Projekten und Maßnahmen zur „Ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe“ erhalten. Damit wurden 200 Projekte und Maßnahmen mit rund 500.000 Euro gefördert – 60 Projekte mehr als 2016.

  • Modellprojekt zeigt: Flüchtlinge engagieren sich gerne ehrenamtlich.
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