Gesellschaftlicher Zusammenhalt & Integration

Heimat Hessen: Die ländlichen Regionen stärken

85 Prozent der Fläche des Landes ist ländlich geprägt, jeder zweite Hesse ist hier zu Hause – und das sehr gerne, wie die Umfrage „Zukunftsmonitor Hessen 2017“ zeigte: Knapp 70 Prozent der Menschen ziehen das Leben auf dem Land der Großstadt vor. Daher ist die Förderung des ländlichen Raums ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der Landesregierung.

Mit der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ bündelt und verstärkt die Landesregierung ihre Aktivitäten für die ländlichen Regionen. Mit den Maßnahmen aller Ministerien und der Regierungsfraktionen stehen in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt rund 1,8 Milliarden Euro Landesmittel bereit, um die hessische Heimat noch attraktiver zu machen.

Ein wichtiges Instrument für die spezifische Regionalentwicklung ist der Entwicklungsplan für den ländlichen Raum. Darin ist unter anderem die Dorfentwicklung oder die Förderung der LEADER-Regionen (ländliche Regionalentwicklung) enthalten. Hier sind 651 Millionen Euro in der Förderperiode 2014 bis 2020 geplant, davon 319 Millionen Euro aus EU-Mitteln, die aus nationalen Mitteln (Bund, Land) kofinanziert werden.

Demografie-Reise
Staatsminister Wintermeyer auf Demografie-Sommerreise.

Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs für den ländlichen Raum

Mit der Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs (KFA) im Jahr 2016 wurde der besondere Bedarf ländlicher, vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffener Kommunen berücksichtigt, indem sie höhere Zuweisungen erhalten. Seit 2015 sind die Mittel von 456 Millionen Euro über 569 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 606 Millionen Euro 2017 gestiegen. Ein weiterer Zuwachs wird erfolgen. Maßnahmen wie das Kommunale Investitionsprogramm, die Investitionspauschale für Kommunen im ländlichen Raum sowie die Investitionsstrukturpauschale für Mittelzentren stärken die Handlungsfähigkeit der Kommunen zusätzlich.

Arbeits- & Ausbildungsplätze

Arbeits- und Ausbildungsplätze sind für einen starken ländlichen Raum elementar. Daher unterstützt Hessen überbetriebliche Ausbildungsstätten mit rund 2,8 Millionen Euro jährlich aus EU-Fördermitteln und verbessert die Studienmöglichkeiten in ländlichen Regionen durch die Förderung des dualen Studiums.

Zudem garantiert die Landesregierung so lange wie möglich den Erhalt kleiner Grundschulen bzw. Grundschulstandorte und unterstützt die Bildung von Verbundschulen.

Hessischer Gesundheitspakt 2.0

Die Menschen in Hessen können auf eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung auf hohem medizinischen Niveau vertrauen. Mit dem Hessischen Gesundheitspakt 2.0 wurde ein umfangreiches Paket geschnürt, um die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Hierzu gehören unter anderem eine Förderung für Ärzte, die in den ländlichen Raum wechseln, die Erstattung von Umzugskosten oder die Übernahme von Kinderbetreuungskosten.

In der Förderperiode 2016 bis 2018 stellt die Landesregierung 2,21 Millionen Euro bereit, um regionale Gesundheitsnetze zu fördern und so heute und in Zukunft die bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Versorgung mit Gesundheitsleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen, egal in welchem Teil Hessens sie zu Hause sind.

Auswärtige Kabinettsitzung in Dillenburg
Die Landesregierung engagiert sich für eine gute ärztliche Versorgung auf dem Land.

Medizinische Versorgungszentren

Mit der Förderung von medizinischen Versorgungszentren und der Neubesetzung von freiwerdenden Landarztstellen unterstützt die Landesregierung kommunale Aktivitäten zur ärztlichen Nachwuchsgewinnung mit drei Millionen Euro.

Gemeindeschwester 2.0

Eine der großen Zukunftsaufgaben ist eine zukunftsfeste und weiterhin wohnortnahe, qualitativ hochwertige ärztliche Versorgung. Die Menschen werden älter und es wird immer mehr medizinische Versorgung nachgefragt. Daher ist es wichtig, neue Wege zur Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Versorgung zu beschreiten. Hier geht das Projekt Gemeindeschwester 2.0 einen besonderen Weg: Indem die Gemeindeschwester die Ärzte unterstützt, entsteht ein ganzes Netzwerk, das Versorgungssicherheit schafft. Für das Modell Gemeindeschwester 2.0 werden 3,7 Millionen Euro eingesetzt.

Verbesserung der Mobilität

Im Doppelhaushalt 2018/19 sind 274 Millionen Euro für den Bau von Landes- und Bundesfernstraßen vorgesehen, von denen auch der ländliche Raum profitiert. Aber die Mobilität von Morgen braucht neue Ideen. Daher fördert die Landesregierung zum Beispiel den Erwerb und Betrieb von Bürgerbussen mit 1,3 Millionen Euro pro Jahr und unterstützt das 2017 gegründete Fachzentrum für Mobilität im ländlichen Raum mit 500.000 Euro.

Gemeindeschwester 2.0
Der Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat ein offenen Ohr für die Bedürfnisse und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger.

Verlagerung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum

Die Landesregierung bringt die Arbeit zu den Menschen, damit sie wohnortnah ihrem Beruf nachgehen können und nicht mehr lange pendeln müssen. Wegweisend ist hier die Verlagerung von 500 qualifizierten Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum, die 2017 von der Steuerverwaltung angestoßen wurde.  Mit der Einführung von sogenannten CoWorking-Spaces, zusätzlichen Stellen für die Polizei („Schutzmann vor Ort“) oder speziellen Programmen zur Nachwuchsgewinnung trägt die Landesregierung dazu bei, dass Menschen dort arbeiten können, wo sie zuhause sind. Davon profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso wie die Landesbehörden, die als Arbeitgeber und Ausbildungsstätten attraktiver werden, und letztendlich die gesamte ländliche Region.

Förderprogram Starkes Dorf

Die Hessische Landesregierung hat das Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ gestartet. Insgesamt 300.000 Euro stehen 2018 und 2019 bereit, damit Vereine, Verbände und Freiwilligenagenturen, aber auch gemeinnützige Organisationen und private Initiativen ihre Ortskerne aktivieren und verschönern können. Gefördert werden Projekte von 1.000 bis zu 5.000 Euro, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Dorfes oder Ortsteils stärken, das Miteinander der Generationen fördern und die Lebensqualität dörflicher Zentren verbessern. Das kann zum Beispiel die Gestaltung eines Platzes sein, aber auch das gemeinsame Errichten eines Spiel- oder eines Grillplatzes.

  • Knapp 70 Prozent der Menschen in Hessen leben lieber auf dem Land als in der Großstadt.
  • Ein wichtiges Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung zu sichern. Für alle und überall.
  • Mobilität auf dem Land sichern: 1,3 Millionen Euro jährlich für Bürgerbusse.
Schließen