Familien, Senioren & Soziales

Arbeit & Gesundheitsschutz

Nachhaltige Fachkräftesicherung

Ein Baustein der hessischen Arbeitsmarktstrategie für Langzeitarbeitslose ist das Förderangebot „Kompetenzen entwickeln – Perspektiven ermöglichen“, das Arbeitslosen, die seit mindestens zwei Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen, das Nachgehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ermöglicht. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Programm mit vorab definierten förderfähigen Maßnahmen. Unterschiedliche Akteure wie Landkreise bzw. kreisfreie Städte, Jobcenter, Qualifizierungsträger und Unternehmen können gemeinsame Projektkonzepte entwickeln und sich damit um eine Förderung bewerben. Die neu geschaffenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse werden über einen Zeitraum von bis zu 32 Monaten mit einem Budget von bis zu 750.000 Euro pro Konzept gefördert. Für die fünfjährige Laufzeit des Förderinstruments stehen insgesamt zehn Millionen Euro für bis zu 300 teilnehmende Personen zur Verfügung.

Stabsstelle Fachkräftesicherung erarbeitet neue Strategien

Bereits zum 1. August 2014 hat die Stabsstelle Fachkräftesicherung im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration ihre Arbeit aufgenommen. Mit ihr steht erstmals ein zentraler Ansprechpartner für alle arbeitsmarktpolitischen Akteure und Institutionen zur Verfügung. Die Stabsstelle will den Fachkräftebedarf in Hessen auf den drei Handlungssäulen Aus- und Weiterbildungpotenzialorientierte Arbeitsmarktpolitik sowie Internationalisierung als Standortfaktor – Zuwanderung und Integration sichern. Daneben koordiniert sie die landesweiten Maßnahmen und erarbeitet neue Strategien.

Verbesserung der Arbeitsmarktsituation (HePAS I+II)

Im Mai 2014 startete das Hessische Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS), das vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV Hessen) in enger Zusammenarbeit mit den Trägern der Arbeitsvermittlung entwickelt wurde. Dank des Programms konnten bis Mitte 2017 rund 250 neue Ausbildungsplätze und über 2.030 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die kommenden drei Jahre wurde das Programm HePAS II für die Verbesserung der Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen festgeschrieben.

In das Perspektivenprogramm wurden Ziele des bisherigen Hessischen Schwerbehinderten-Programmes und die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem seit September 2011 geltenden Bundesarbeitsmarktprogramm „Initiative Inklusion“ integriert.

Es bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente: Von der Förderung von Praktika und Probebeschäftigungen, der Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über besondere Unterstützungsleistungen für Integrationsabteilungen bis hin zur Projektförderung Dritter sind vielfältige Maßnahmen vorgesehen.

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel mit Azubi Marcel Wüsterich
Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel mit einem Auszubildenden.

Programm JOBLINGE

JOBLINGE ist eine gemeinnützige Initiative, die bürgerschaftliches Engagement zahlreicher Partner aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft bündelt, um sozial benachteiligte Jugendliche auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu unterstützen. In einem sechsmonatigen Programm qualifizieren sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Praxis und erarbeiten sich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in einem JOBLINGE-Partnerunternehmen. Dank der Initiative haben in Hessen bereits mehr als 1.000 junge Menschen ihren Weg in Ausbildung oder Arbeit gefunden. Auf lokaler Ebene wird das Programm von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAG) getragen. Die gAG FrankfurtRheinMain ist mit derzeit sieben Standorten mit jährlich 330 Jugendlichen die mit Abstand größte gAG bundesweit. Seit 2012 wurden für die Förderung der JOBLINGE rund 2,7 Millionen Euro aus Landesmitteln und Geldern des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung gestellt.

Lohnatlas für Gerechtigkeit bei der Bezahlung

Damit das Credo „gleicher Lohn für gleiche Arbeit” Realität wird, hat die Hessische Landesregierung im Sommer 2017 den Hessischen Lohnatlas veröffentlicht. Lohnungleichheit abzubauen, ist eines der dringendsten Ziele im Bereich der Gleichstellung. Der Hessische Lohnatlas wurde im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt erstellt und enthält Daten für Hessen und seine 26 Regionen, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern dokumentieren.

Gleiche Chancen für Frauen & Männer

Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz wurde 2015 novelliert. Es enthält maßgebliche Erleichterungen für den Aufstieg von qualifizierten Frauen in Führungspositionen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Wahrnehmung von Familienaufgaben wie Kinderbetreuung und Pflege. Weder bei Frauen noch bei Männern sollen aufgrund familiärer Aufgaben Nachteile entstehen und der sogenannte Karriereknick, insbesondere bei der Inanspruchnahme von Teilzeit, Beurlaubung oder Telearbeit, verhindert werden. Für den beruflichen Einstieg werden zahlreiche Projekte, u.a. das „Netzwerk Wiedereinstieg“ gefördert. Zudem werden die Rechte der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten mit einem eigenen Organklagerecht, einem frühzeitigen Beteiligungsrecht und einer konkreten Freistellungsregelung für Dienststellen mit 150 bis 300 Beschäftigten gestärkt.

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Das landesweite Konzept zum gesundheitlichen Arbeitsschutz setzt bei dem Beratungs- und Überwachungsauftrag der hessischen Arbeitsschutzbehörden an und beschäftigt sich mit Schwerpunkten wie der Sicherheit am Arbeitsplatz, einer gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie, dem Kampf gegen Krebs am Arbeitsplatz und der Vielfalt von Beschäftigung, Anforderungen und Bedürfnissen.

  • Hilfe auf dem Arbeitsmarkt: Mehr als 250 neue Ausbildungsplätze und mehr als 2.030 neue Arbeitsplätze für Schwerbehinderte.
  • Joblinge: Unterstützung für sozial benachteiligte Jugendliche auf dem Weg in die Arbeitswelt.
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