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Strategie Digitales Hessen: Schnelles Internet für alle

Hessen treibt die Digitalisierung voran

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Wirtschaftsminister Al-Wazir besucht CeBIT in Hannover
Wirtschaftsminister Al-Wazir besucht die CeBIT in Hannover
© Hessen-IT

Um die Chancen der Digitalisierung für Hessen zu nutzen, hat die Landesregierung 2016 in einem breiten Dialogprozess mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft die Strategie „Digitales Hessen“ formuliert. Sie bündelt die Aktivitäten von sieben Landesministerien, um die Digitalisierung in Hessen voranzutreiben.

Die Strategie deckt alle Bereiche ab: vom Bildungswesen – wo es darum geht, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Beschäftigte bestmöglich auf die Digitalisierung vorzubereiten – über die Verwaltung, die durch Digitalisierung bürgerfreundlicher, schneller und effizienter werden kann, bis zum Verbraucherschutz. Für die Umsetzung stehen allein im Wirtschaftsministerium für die Jahre 2018 und 2019 rund 81 Millionen Euro zur Verfügung. Folgende Maßnahmen sind unter anderem geplant:

Flächendeckender Ausbau der Breitbandanschlüsse schon 2018

Breitband ist die Basis-Infrastruktur für die Digitalisierung der Gesellschaft. Auch für Kommunen ist die Verfügbarkeit von schnellem Internet zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Erschließung für private Telekommunikationsunternehmen jedoch nicht immer wirtschaftlich. Deshalb unterstützt das Land die Kommunen bei ihren Bemühungen, den Breitbandausbau voranzutreiben.

Das Land Hessen stellt in der aktuellen Legislaturperiode für den Ausbau seiner digitalen Infrastrukturen rund eine halbe Milliarde Euro bereit – an Darlehen, Beratungsleistungen und erstmals direkten Zuschüssen, die sich auf über 100 Millionen Euro summieren. Darin fließen Mittel der EU, des Bundes und des Landes zusammen.

Die Investitionen haben sich gelohnt: Ende 2017 hatten fast fünf von sechs hessischen Haushalten (84  Prozent) schnelles Internet mit Breitbandanschlüssen von 50 Mbit/s oder mehr. Hessen zählt damit zu den Top 3 der Flächenländer.

Mit einer Novelle der Hessischen Gemeindeordnung im Jahr 2014 hat das Land dafür gesorgt, dass Kommunen rechtssicher im Breitbandausbau selbst aktiv werden können, wenn der Markt nicht für ein ausreichendes Angebot sorgt. Dies war ein maßgeblicher Impuls für den Ausbau in ländlichen Gebieten. Die Landesregierung will gleichwertige digitale Bedingungen für ganz Hessen.

Bis Ende 2018 wird in Hessen flächendeckend schnelles Internet von mindestens 50 Mbit/s – oder die konkrete Perspektive darauf – zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind gemäß TÜV Rheinland/Goldmedia (Informationsstand Januar 2018) bereits 62,5 Prozent aller hessischen Haushalte mit Anschlussmöglichkeiten von mehr als 400 Mbit/s versorgt. Das gemäß der Strategie Digitales Hessen für das Jahr 2020 prognostizierte Szenario hat sich damit bereits Anfang 2018 realisiert.

Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Gewerbegebiete sollen im Zuge aktuell laufender und künftiger geförderter Erschließungsmaßnahmen gleich einen direkten Anschluss an das Glasfasernetz erhalten. Die Schulträger zum Beispiel haben die Möglichkeit, im Rahmen der Kreisprojekte von diesen Mitteln zu profitieren und die Breitbandversorgung ihrer Schulen bedarfsgerecht auszubauen. Der Landkreis Limburg-Weilburg beispielsweise will diese Möglichkeit nutzen, um alle seine 71 Schulen mit schnellem Internet auszustatten.

Digitale Dorflinde: Förderung von freien WLAN-Hotspots

Öffentliche WLAN-Hotspots sind ein wichtiger Beitrag zur mobilen Anbindung ländlicher Gebiete. Die Landesregierung unterstützt Kommunen bei der Einrichtung solcher Angebote mit zwei Millionen Euro. Damit können bis zu 2.000 WLAN-Hotspots entstehen.

Eine Strategie für die Gigabit-Gesellschaft Hessen

Die Anforderungen an Bandbreiten wachsen ständig. Die Landesregierung plant bereits jetzt den Weg in die Gigabit-Gesellschaft. Im Oktober 2017 haben Vertreter aus Politik, Verwaltung, Telekommunikationsunternehmen und anderen Organisationen die Hessische Gigabit-Allianz gegründet. Ziel ist die Erarbeitung einer Gigabit-Strategie zur zielgerichteten Weiterentwicklung der Dateninfrastruktur. Die stufenweise Realisierung ultraschneller Glasfasernetze soll bedarfsgerecht und möglichst marktgetrieben erfolgen. Die Strategie wird auch den neuen Mobilfunkstandard 5G sowie WLAN berücksichtigen.

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Wirtschaft 4.0: Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 in Darmstadt

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum in Darmstadt ist zentraler Ansprechpartner für Unternehmen, die ihre Produktions- und Arbeitsprozesse digitalisieren wollen. Es bietet mit Seminaren, Beratung sowie Umsetzungsprojekten vor Ort die Möglichkeit, sich über digitale Produktionsprozesse zu informieren.

Wegbereiter für das Kompetenzzentrum war die ETA-Modellfabrik (Energieeffizienz, Technologie und Anwendungszentrum). 2016 an der TU Darmstadt eröffnet, zeigt sie, wie durch die Vernetzung eines Gebäudes mit den Maschinen einer Produktionsstrecke Energie besonders effizient genutzt wird. Hier wird unter Realbedingungen geforscht, wie sich Fabriken energetisch optimieren lassen. Die Landesregierung hat die Einrichtung der Modellfabrik gefördert.

Förderung & Beratung für Unternehmen, Freiberufler & Handwerker

Hessen bietet für Unternehmen mit dem Digitalisierungs-Check, einem kostenlosen Online-Tool, neutrale Informationen über den digitalen Status des jeweiligen Unternehmens sowie Hinweise für individuelle Digitalisierungsstrategien. Die Auswertung umfasst alle wichtigen Themen wie Unternehmensorganisation, Mitarbeiter, intelligente Prozesse, Kunden-, Partner- und Zuliefererbeziehungen bis hin zu Produkten, Service und Ressourceneffizienz.

Die Landesregierung fördert als weiteren Schritt die Digitalisierungsberatung für kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie das Handwerk und macht Hessens Unternehmen so fit in Sachen Digitalisierung. Ab Mitte 2018 unterstützt die Landesregierung den digitalen Transformationsprozess in Unternehmen zudem mit einem Digitalisierungs-Zuschuss von bis zu 10.000 Euro bzw. 50 Prozent der Projektkosten. Weitere Fördermittel stehen für digitale Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie für den Wissenstransfer bereit.

Wirtschaftsminister Al-Wazir besucht die CeBIT in Hannover

In Deutschland einzigartiger Studiengang zur digitalen Transformation

Um den Führungsnachwuchs fit für die rasanten Veränderungen zu machen, wurde vom House of IT in Kooperation mit der Goethe Business School, der TU Darmstadt, der Universität Kassel und mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums ein neuer Master-Studiengang konzipiert. Mit seiner interdisziplinären und praxisorientierten Ausrichtung kombiniert er klassische Managementkenntnisse mit aktuellen Inhalten, die auf die digitale Transformation von branchenübergreifenden Arbeitsprozessen und deren Auswirkungen auf strategische Entscheidungen Bezug nehmen. Im Wintersemester 2017/18 ist der neue und in dieser Form in Deutschland einzigartige Studiengang „Executive Master of Digital Transformation“ an der Goethe-Universität Frankfurt gestartet. Parallel dazu arbeitet die Hessische Landesregierung an einem Konzept der digitalen Weiterbildung für die Weiterbildungsträger in Hessen.

Darmstadt: Sieger des Wettbewerbs digitale Stadt

Die Stadt Darmstadt hat im Juni 2017 den Bitkom-Wettbewerb „Digitale Stadt“ gewonnen. Darmstadt kann mit seinen innovativen Ideen zum Vorbild für andere Städte und Regionen werden. Die Landesregierung hat die Teilnahme am Wettbewerb von Anfang an unterstützt und wird die Stadt auch weiterhin bei der Realisierung ihrer Projekte begleiten.

Gut vernetzt in Richtung Zukunft

  • Bis Ende 2018 soll in Hessen eine flächendeckende Versorgung oder konkrete Versorgungsperspektive mit schnellem Internet von mindestens 50 Mbit/s geschaffen werden.
  • Für den Anschluss von Haushalten, Gewerbegebieten und Schulen stehen an direkten Zuschüssen rund 100 Millionen Euro bereit.
  • Auch die Mobilität profitiert: Denn erst Digitalisierung und Vernetzung machen den Verkehr „intelligent“: Sie sind die Basis für automatisiertes Fahren und multimodale Mobilität, bei der verschiedene Verkehrsträger im Alltag flexibel kombiniert werden.
  • Für die Energiewende 2.0: Mit Hilfe der Digitalisierung startet die nächste Phase der Energiewende. Intelligente (dezentrale) Netze und Smart Homes sind Bestandteile unseres Energiesystems der Zukunft.
  • Wirtschaft & Industrie von Morgen: Produzenten, Lieferanten, Partner und Kunden werden miteinander vernetzt. Dadurch wird der Weg zum Kunden kosten- und energiesparender.
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