Umwelt

Nachhaltig gestalten und Schöpfung bewahren

Energiewende, Klima- und Ressourcenschutz

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Priska Hinz sitzt am Fluss
© HMUKLV

900 Millionen Euro für den Klimaschutz

Wir haben es in der Hand, dem Klimawandel entschieden entgegenzutreten. Und das macht Hessen auch! Bis zum Jahr 2023 stellt die Landesregierung rund 900 Millionen Euro für den Klimaschutz bereit: Zum Schutz unserer Wälder, für mehr Rad- und Fußwege, für eine ökologische Landwirtschaft und vieles mehr. Für hessische Städte und Gemeinden, die sich daran beteiligen, übernimmt das Land bis 90 Prozent der Kosten. Das kommt gut an: Mehr als 200 Kommunen in Hessen haben sich bereits dem Bündnis der Klima-Kommunen angeschlossen.

100 Wilde Bäche für Hessen

Gewässer sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Viele Bäche in Hessen wurden in der Vergangenheit ausgebaut, begradigt und in ein Betonbett gedrängt. An ihren Ufern können keine Bäume mehr wachsen. Insekten finden keine Nahrung und Fische können nicht mehr ungehindert schwimmen. Mit dem Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ wird die Hessische Landesregierung Gewässer wieder in ihren natürlichen Zustand zurückversetzen. Die Wasserqualität profitiert davon maßgeblich. Das Land übernimmt nicht nur einen Großteil der Kosten, sondern kümmert sich auch um Planung und Umsetzung. Das Interesse vor Ort ist groß: Insgesamt sind 290 Bewerbungen eingegangen. Im ersten Quartal 2020 werden die 100 Bäche verkündet, die renaturiert werden.

Eine nachhaltige und tierwohlgerechte Landwirtschaft

Umweltministerin Hinz füttert Kühe.
Umweltministerin Hinz.

Hessen fördert eine nachhaltige Landwirtschaft, die unser Klima schützt, eine artgerechte Tierhaltung ermöglicht und die Umwelt schont. Die Aufgaben der Landwirtinnen und Landwirte sind vielfältig und anspruchsvoll. Deshalb unterstützt Hessen sie dabei und hat 2019 die Zuschüsse erhöht, beispielsweise bei der Umstellung von der Anbinde- auf die tiergerechte Laufstallhaltung bei Rindern. Nachhaltige Landwirtschaft beginnt aber schon auf dem Acker. Deshalb hat Hessen das Förderprogramm „Vielfältige Ackerkulturen“ gestartet. Damit wird beispielsweise der heimische Eiweißpflanzenanbau gefördert. Der Vorteil: Pflanzen wie zum Beispiel Erbsen und Soja reichern viel Stickstoff an. Dadurch entsteht mehr Humus, der wiederum CO2 bindet. Das Programm ist schon jetzt erfolgreich: 940 Betriebe werden ab 2020 auf 85.000 Hektar vielfältige Sorten anbauen. Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Hessen. Für all diese Maßnahmen stehen jährlich rund 13 Millionen Euro zur Verfügung.

Sofortprogramm für den Schutz der Wälder - Mitmachprojekt "Unser Wald" gestartet

Der Klimawandel stellt Hessens Wälder vor besondere Herausforderungen. Es wird künftig noch stärker darauf ankommen, sie auf die klimatischen Veränderungen vorzubereiten und sie nachhaltig zu bewirtschaften. Mit einem 12-Punkte-Plan macht sich die Hessische Landesregierung für den Erhalt und den Schutz der hessischen Wälder stark. Bis zum Jahr 2023 werden insgesamt 200 Millionen Euro investiert. Außerdem hat die Hessische Landesregierung das Mitmachprojekt „Unser Wald“ gestartet. Bürgerinnen und Bürger können den hessischen Wald aktiv unterstützen, indem sie für die Aufforstung spenden oder gar eigene Bäume pflanzen. Nähere Informationen gibt es auf dem Online-Auftritt von HessenForst.

Aktionsplan ländlicher Raum: Förderung des Entwicklungspotentials

Die Arbeit am Aktionsplan für den ländlichen Raum läuft auf Hochtouren. Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, das Entwicklungspotential der mehr als 400 Kommunen mit knapp 2.200 Dörfern zu erschließen und zu unterstützen. Beim Aktionsplan stehen unter anderem folgende Themen im Fokus: Arbeiten auf dem Land, Wohnen auf dem Land, Daseinsvorsorge, Mobilität und Gesundheit. Im Jahr 2020 stehen zusammen mit Bundes- und Landesmitteln Fördergelder von rund 46 Millionen Euro bereit. Die neue Förderrichtlinie für die Dorf- und Regionalentwicklung ist fortgeschrieben worden. Sie beinhaltet zusätzliche Angebote und deutlich verbesserte Konditionen für Kleinstunternehmen der Grundversorgung und des Gastgewerbes wie beispielsweise Dorfgasthäusern. In der Regionalentwicklung hat sich die Förderung positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt: Aus den 147 Bewilligungen an private Kleinstunternehmer sind fast 70 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

Ausblick

Natur schützen und biologische Vielfalt erhalten

Im Jahr 2020 werden die ersten Naturwaldflächen als Naturschutzgebiete in Hessen ausgewiesen. Bis Ende 2022 soll außerdem in jedem hessischen Landkreis ein Landschaftspflegeverband seine Arbeit aufgenommen haben. Landschaftspflegeverbände bringen Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen an einen Tisch. So können gemeinsame Lösungen entwickelt werden, um den Naturschutz im Einklang mit der Landwirtschaft in der Region zu stärken. Es entstehen konkrete Maßnahmen, wie die artengerechte Pflege von Hecken und Streuobstwiesen sowie die naturschutzgerechte Nutzung von Grünland oder Wegrainen und vielfältige Ackerlandschaften, die für Wildbienen, Feldhamster und Rebhuhn wichtig sind. Für die Umsetzung werden 2020 bis 2023 zusätzliche Landesmittel in Höhe von 12,3 Millionen Euro bereitgestellt.

Hessen setzt konsequent Klimaschutzmaßnahmen um

Hessen engagiert sich für mehr Klimaschutz. Eines der wichtigsten Instrumente dafür ist der Integrierte Klimaschutzplan (IKSP) mit 140 Einzelmaßnahmen. 79 davon befinden sich bereits in der Umsetzung. Im Jahr 2020 wird der Klimaschutzplan auf den Prüfstand gestellt und ein Monitoring veröffentlicht. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen zur Wirksamkeit des Klimaschutzplans wird die Fortschreibung 2021 unter breiter Öffentlichkeitsbeteiligung in die Wege geleitet.

Weniger Plastik für Hessen

Die Plastikvermeidungsstrategie geht 2020 in die weitere Umsetzung. Die immer größeren Mengen von Plastikmüll sind weltweit eines der schwersten Umweltprobleme unserer Zeit. Die Landesregierung strebt an, überflüssige und schnelllebige Verpackungen sowie Wegwerfprodukte zu reduzieren. Zugleich sollen auch die wichtigsten Ursachen für Mikroplastik in der Umwelt bekämpft werden. Zum einen initiiert das Land eine Plattform Plastikvermeidung im Einzelhandel. Außerdem setzt sich Hessen für die Vernetzung von Coffee-to-go-Mehrwegbechersystemen ein. Das Hessische Umweltministerium hat unter anderem mit dem Innenministerium vereinbart, dass das Land neue Sportplätze ab sofort nur noch fördert, wenn anstelle des Kunststoffgranulats geeignete natürliche Materialien wie Kork oder Sand verwendet werden. Die Landesregierung wird sich zusätzlich auf Bundes- und EU-Ebene dafür einsetzen, die Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von plastikhaltigen Produkten zu verbessern. Hessen wird zusätzlich die Kontrollen beim Export von Kunststoffabfällen verstärken, damit tatsächlich recycelt wird.

Nationalpark Kellerwald-Edersee: Weltnaturerbe wird erweitert

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee hat sich seit seiner Gründung zum regionalen Erfolgsmodell entwickelt. Nicht nur die Menschen und die Region profitieren von diesem einzigartigen Weltnaturerbe, das jährlich Tausende Touristen anzieht. Auch die Natur kann sich dort entfalten, denn im Nationalpark entsteht die Wildnis von morgen. Knorrige Buchen, urige Wälder und klare Quellen prägen diese Landschaft, in der sich viele seltene Arten wohl fühlen, für die Hessen eine besondere Verantwortung hat. Mit einer Erweiterung wird der Nationalpark um weitere außergewöhnliche und schützenswerte Lebensräume bereichert. Die rund 1.950 Hektar große Gebietskulisse wurde zusammen mit der Bevölkerung vor Ort entwickelt. Im Sommer 2020 soll die Erweiterung Nationalparks auf insgesamt rund 7.500 Hektar abgeschlossen werden.

K+S: Ab 2021 keine Versenkung von Salzabwässern 

Es bleibt dabei: Spätestens 2021 soll die Versenkung von Salzabwässern beendet werden. Die Hessische Landesregierung strebt an, die bestmögliche Gewässerqualität in der Werra herzustellen. Da sich der Gewässerzustand schon jetzt positiv verändert hat, kann auf den Bau einer Leitung an die Weser verzichtet werden. Das ist eine gute Botschaft für die Umwelt und für die gesamte Region. Denn der Bau hätte einen großen Eingriff in Natur und Landschaft bedeutet. Auch mit anderen Maßnahmen kann ein besserer ökologischer Zustand der Werra erreicht werden.

Hessen stärkt den ländlichen Raum

Die Arbeit am Aktionsplan für den ländlichen Raum läuft auf Hochtouren. Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, das Entwicklungspotential der mehr als 400 Kommunen mit knapp 2.200 Dörfern zu erschließen und zu unterstützen. Beim Aktionsplan stehen unter anderem folgende Themen im Fokus: Arbeiten auf dem Land, Wohnen auf dem Land, Daseinsvorsorge, Mobilität und Gesundheit. Im Jahr 2020 stehen zusammen mit Bundes- und Landesmitteln Fördergelder von rund 46 Millionen Euro bereit. Die neue Förderrichtlinie für die Dorf- und Regionalentwicklung ist fortgeschrieben worden. Sie beinhaltet zusätzliche Angebote und deutlich verbesserte Konditionen für Kleinstunternehmen der Grundversorgung und des Gastgewerbes wie beispielsweise Dorfgasthäusern. In der Regionalentwicklung hat sich die Förderung positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt: Aus den 147 Bewilligungen an private Kleinstunternehmer sind fast 70 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

Mehr Geld für den Wohnungsbau

Noch nie gab es in Hessen mehr Geld für sozialen Wohnungsbau: Bis 2024 stehen 2,2 Milliarden Euro bereit. Besonders günstige Wohnungen baut die landeseigene Nassauische Heimstätte. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft vergrößert ihren Bestand von jetzt 60.000 Wohnungen auf perspektivisch 75.000 Wohnungen. Die ersten 5.000 sind bereits konkret projektiert oder sogar schon im Bau. 

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