Wohnen in Hessen

Wohnungsleerstand soll amtlich ermittelt werden

Bundesrat empfiehlt Änderungen am Zensus-Gesetz - Ausmaß und Gründe des Wohnungsleerstands in Hessen sollen amtlich erhoben und ausgewertet werden.

fotolia_178230912_s.jpg

Wohnungen im Rheingauviertel
© Carl-Jürgen Bautsch / Fotolia.com

Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir begrüßte am Freitag die Empfehlung des Bundesrats, im Zuge der für 2021 geplanten Volkszählung (Zensus 2021) bundesweit auch Daten zum Wohnungsleerstand abzufragen.

Unerlässlich für eine zielgerichtete Wohnungspolitik

„Diese Informationen sind unerlässlich für eine zielgerichtete Wohnungspolitik. Deshalb fordern wir den Bund auf, diesen Aspekt beim geplanten Zensus aufzunehmen“, sagte Al-Wazir. „Bislang haben wir zwar keine Hinweise, dass spekulativer Wohnraumleerstand in Hessen über Einzelfälle hinausgeht“, so der Minister unter Berufung auf eine Studie des Darmstädter Instituts für Wohnen und Umwelt. Darin wird die Leerstandsquote für Frankfurt mit 1,4 Prozent als deutlich unterdurchschnittlich ausgewiesen. „Andererseits ist jede ungenutzte Wohnung im Ballungsraum ein Ärgernis. Zusätzliche gesicherte Erhebungen können dabei nur hilfreich sein.“

Mehr belastbare Daten notwendig

Beim vorangegangenen Zensus 2011 wurde zwar auch der Leerstand erhoben, jedoch nicht unterschieden, ob dieser lediglich kurzfristig war – etwa wegen Mieterwechsels – oder ob der Eigentümer sie vom Markt nahm, um auf den Anstieg des Mietniveaus zu spekulieren oder sie teuer zu verkaufen. „Für die Beurteilung ist es aber entscheidend, ob eine Wohnung real am Markt verfügbar ist“, sagte Al-Wazir. „Dazu brauchen wir mehr belastbare Daten.“

Minister Al-Wazir kündigte an, den Städten kurzfristig Instrumente an die Hand zu geben, um gegen die Ursache der Zweckentfremdung vorzugehen. Dazu sollen die Städte rechtlich in die Lage versetzt werden, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu untersagen. „Damit können wir eine wesentliche Ursache für spekulativen Leerstand und die kalte Entmietung von Wohnungen unterbinden“, so der Minister. Die entsprechende Regelung soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Franziska Richter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
+49 611 815 20 20
+49 611 815 22 25
presse@wirtschaft.hessen.de
Schließen