Schienenverkehr

Viergleisiger Ausbau der S6: Vorabmaßnahmen für den Bau sind beauftragt

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Bild eines Zuges
© HMWEVL

Der Ausbau der S6 von Frankfurt nach Bad Vilbel (Main-Weser-Bahn) kommt voran. Für die bauliche Realisierung des Vorhabens sind Vorabmaßnahmen beauftragt, wie die Deutsche Bahn und das Hessische Verkehrsministerium am 15. Mai 2015 in Frankfurt mitteilten.

Der Ausbau der S6 ist eines der zentralen Schienen-Infrastrukturprojekte der Region: Derzeit kann die S-Bahn nicht ohne Beeinträchtigungen - wie beispielsweise planmäßige Überholungen durch schnellere Züge, Taktabweichungen und überlange Standzeiten –verkehren. Die S-Bahn muss zudem als langsamster Zugverkehr gegebenenfalls verspäteten, aber schnelleren Zügen den Vortritt lassen. Die daraus resultierenden Verspätungen der Linie S6 übertragen sich in der Folge bei Einfahrt in die Tunnelstammstrecke auf die S-Bahn-Linien S1-S5 sowie S8/S9. Durch den viergleisigen Ausbau der hochfrequentierten Main-Weser-Bahn erhält der S-Bahn-Verkehr der Linie S6 zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel eigene Gleise, um unbeeinträchtigt vom schnelleren Fern- und Güterverkehr zu fahren, die Pünktlichkeit der Züge zu erhöhen und einen stabilen 15-Minuten-Takt an allen Stationen zu ermöglichen.

S-Bahn-Betrieb gewinnt an Qualität

Der S-Bahn-Betrieb gewinnt mit der Umsetzung des Projekts auch an Qualität für die Nutzer: So sollen die Stationen Bad Vilbel, Bad Vilbel Süd, Frankfurt-Berkersheim, Frankfurt-Frankfurter Berg und Frankfurt-Eschersheim barrierefrei umgebaut werden. Zusätzlich entsteht eine neue Station Frankfurt-Ginnheim.

In dem Projekt werden auf einer Länge von 12,6 km zwei zusätzliche Gleise verlegt, fünf Stationen umgebaut und eine neue Station errichtet. Zudem werden die vorhandenen Bahnübergänge angepasst und Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt. Für den Abschnitt zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel (1. Baustufe) kam es im Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahren zwischen 1998 und 2004 zu langwierigen Gerichtsverfahren. Diese wurden im November 2011 durch den Verwaltungsgerichtshof Kassel und im Januar 2013 durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig mit der Bestätigung des formalen Baurechts abgeschlossen; in der abschließenden Bearbeitung ist ein Planänderungsverfahren zum Erschütterungsschutz.

Auftragsvergabe für den Gleiswechselbetrieb

Um den Ausbau der S6 realisieren zu können, müssen einzelne Streckenabschnitte gesperrt und Verbindungen im dicht befahrenen Netz des Rhein-Main-Gebiets umgeleitet werden. Voraussetzung dafür ist als Vorabmaßnahme ein sogenannter Gleiswechselbetrieb, für dessen Einrichtung nun die Aufträge vergeben werden. Der Beginn der Hauptbaumaßnahmen ist dann für das 2. Halbjahr 2017 vorgesehen.

Nach Abschluss der Planungsphasen hat die Deutsche Bahn die früheren Kostenschätzungen auf der Grundlage der Bauausführungsplanung in eine konkrete Kostenrechnung überführen können. Auf dieser Grundlage reicht sie nun zur Freigabe der Projektfinanzierung eine Ergänzung zum sogenannten Kategorie „a“-Antrag beim Eisenbahn-Bundesamt sowie beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein.

Aktuelle Kostenberechnung

Auf der Grundlage der Kostenberechnung ergibt sich nach den aktuellen Berechnungen der Bahn ein Gesamtkostenvolumen von rund 323 Millionen Euro, einschließlich der Planungskosten (Preisstand 2014). Die Kostenberechnung weist die wesentlichen Änderungen in Zusammenhang mit  Bahnübergängen bzw. Kreuzungsbauwerken auf, die zu einer Erhöhung der Projektkosten um 34 Millionen Euro führen. Weitere Anpassungen in Höhe von 47 Millionen Euro beziehen sich u. a. auf die Entwicklung des Baupreisindex, die Entsorgung und spezielle Marktpreisentwicklungen in der Eisenbahnausrüstungstechnik. Nötig geworden ist die aktuelle Kalkulation nicht zuletzt durch die lange Dauer des Projekts: Die ersten Planungen liegen inzwischen fast 20 Jahre zurück.

Über die Gesamtkosten in Höhe von rund 323 Millionen Euro hinaus können gegebenenfalls weitere Risiken wie z.B. erhöhte Transport- und Entsorgungskosten für den Erdaushub während der Bauausführung eintreten. Daneben ist inflationsbedingt von heute aus betrachtet bis zum Projektende mit Kostenanpassungen zu rechnen. Die Projektpartner wirken intensiv auf die Vermeidung bzw. Reduzierung der Risiken hin.

Infrastrukturentwicklungsprogramm Frankfurt RheinMainplus

Der Ausbau der S6 ist Teil des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt RheinMainplus, das gemeinsam vom Land Hessen, der Region, der Stadt Frankfurt am Main, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der DB AG vorangetrieben wird. Die Finanzierung erfolgt auf Basis des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) durch Mittel des Bundes, des Landes und der beteiligten Kommunen.

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