Verkehrssicherheit

Verkehrsministerkonferenz einstimmig für Notbrems- und Abbiege-Assistenten

fahrradstreifen_il.jpg

Fahrradsymbol auf Straße
© HMWEVL

Besserer Schutz von Radfahrern und Fußgängern vor abbiegenden Lastwagen: Die Verkehrsministerkonferenz in Nürnberg hat sich heute einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Bundesregierung das Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen zu Notbremsassistenzsystemen vorantreibt, sich für Abbiege-Assistenten bei Lastkraftwagen ausgesprochen und die Bundesregierung gebeten, auf der nächsten Konferenz der Verkehrsminister im Herbst über die Ergebnisse zu berichten. Der Einsatz für Abbiege-Assistenten und die technische Weiterentwicklung dieser Systeme müssen vorangetrieben werden. Ziel muss es sein, dass diese Systeme im Notfall eine Vollbremsung einleiten“, erläuterte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Freitag in Nürnberg. Der Minister erinnerte an schwere Verkehrsunfälle unter anderem in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt, bei denen Radfahrerinnen und Radfahrer von abbiegenden Lkw schwer bzw. tödlich verletzt worden.“ 

Hessen fordert Pflicht für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen

Der Bundesrat wird sich in der kommenden Woche ebenfalls mit diesem Thema befassen. Dort ist Hessen einer entsprechenden Initiative aus Berlin beigetreten. Assistenz-Systeme sollen den Fahrer warnen, wenn Radler und Fußgänger in unmittelbare Nähe kommen. Hessen will, dass solche Vorrichtungen für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen Pflicht werden – nicht nur bei Neuzulassungen, sondern bei allen im Verkehr befindlichen Fahrzeugen. Dafür soll sich die Bundesregierung bei der EU und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) einsetzen. „Da hier nicht mit schnellen Ergebnissen zu rechnen ist, müssen wir auch kurzfristig etwas unternehmen“, sagte Al-Wazir. „Deswegen verlangen wir von der Bundesregierung auch, Investitionen in solche Systeme zu fördern. Auch die Versicherer könnten etwas zu ihrer Verbreitung beitragen, wenn sie Rabatte gewähren für Fahrzeuge, die entsprechend ausgerüstet sind.“ 

Die meisten Abbiegeunfälle an Ampelkreuzungen

Der Minister verwies auf Schätzungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass jeder dritte im Straßenverkehr getötete Radfahrer Opfer eines Abbiegeunfalls ist. Die meisten dieser Unfälle ereignen sich an Ampelkreuzungen, während die Radfahrer Grün haben. „Alleine in Hessen gab es im Jahr 2017 48 Verkehrsunfälle bei denen Radfahrer verletzt oder gar getötet wurden, die durch einen LKW beim Abbiegen verursacht wurde. Es besteht also dringender Handlungsbedarf“, sagte Al-Wazir.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Franziska Richter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
+49 611 815 20 20
+49 611 815 22 25
presse@wirtschaft.hessen.de
Schließen