Telemedizin

Televisite Rheingau und Bescheid an das Joho Wiesbaden

Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Telemedizin ist die Brücke in die Zukunft – weiterhin wohnortnah hochwertige medizinische Versorgung“

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Telemedizin
© KatarzynaBialasiewicz / Thinkstock

Anlässlich seines Besuchs im St. Josefs-Hospital Rheingau in  Rüdesheim erklärte Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Wir konnten hier heute eindrucksvoll miterleben, wie hochwertige medizinische Einschätzungen mittels Telemedizin direkt zum Patienten gebracht werden. Die Nutzung von Tablet und Laptops wird die Brücke in die Zukunft schlagen. So kann eine Pflegekraft oder eine Praxisassistentin, die Rückfragen zu bspw. einer Wundversorgung während eines Hausbesuchs hat, unmittelbar Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen, der sich die Wunde in der Videokonferenz dann anschaut. Auch kann die Klinik per Konferenz bei Bedarf zugeschaltet und befragt werden. Mittels Telemedizin könnten die Patienten sich Wege und Doppeluntersuchungen ersparen und ein Arzt kann schnell zuverlässige Einschätzungen an die Pflegekraft vor Ort geben. „Damit werden wir viele Wege schneller gehen und weitere im ländlichen Raum überbrücken können“, so der Gesundheitsminister.

Interdisziplinärer Austausch per Videokonferenz

"Das lokale Versorgungsprojekt im Rheingau wurde im vergangenen Jahr im JoHo-Verbund mit den Standorten St. Josefs-Hospital Wiesbaden, Otto-Fricke-Krankenhaus Bad Schwalbach und St. Josefs-Hospital Rheingau in Rüdesheim ins Leben gerufen. Seit Dezember 2016 wird das Modell mit derzeit fünfzehn niedergelassenen Ärzten im Rheingau-Taunus-Kreis sektorenübergreifend weiterentwickelt. Gestartet hat das JoHo zunächst mit einer Video-Lösung im stationären Bereich, um die drei Häuser im Verbund in Wiesbaden, Bad Schwalbach und Rüdesheim zu vernetzen. Dadurch können sich Ärzte an allen Standorten interdisziplinär austauschen in täglichen Fallbesprechungen, in der wöchentlichen Tumorkonferenz oder bei prekären Notfällen“, erläutert Geschäftsführer Martin Bosch, „mit dem Projekt im Rheingau gehen wir aber noch einen Schritt weiter, da wir die niedergelassenen Ärzte wirkungsvoll einbinden.“

Modellprojekt Televisite einmalig in Hessen

„Die Televisite ist ein Modellprojekt, das in dieser Form in Hessen bislang einmalig ist“, sagte Klinikleiter Jens Gabriel aus dem St. Josefs-Hospital Rheingau, „gerade in den eher ländlichen Regionen, in denen die Anzahl an Hausärzten stetig abnimmt, wie auch im Rheingau-Taunus-Kreis, wird die Televisite eine wichtige Unterstützung, um eine wohnortnahe, qualitativ-hochwertige Gesundheitsversorgung ambulant-stationär leisten zu können.“   

"Die Televisite spart nicht nur Zeit und Geld, sie erspart auch Patienten den häufig sehr belastenden Transport in die Praxis oder auch eine nicht nötige Klinikeinweisung", erklärt der Chefarzt der Allgemein- und Unfallchirurgie, Dr. med. Michael Rössler,  aus dem St. Josefs-Hospital Rheingau, „die Televisite wird momentan vor allem bei Krankheiten eingesetzt, die sichtbar sind, so z.B. bei chronischen Wunden. Bei interdisziplinären Fallbesprechungen können wir Ärzte gemeinsam Daten und Bildmaterial – etwa Röntgenbilder, MRTs oder Labordaten – sichten und diskutieren. So lassen sich Experten der verschiedensten Disziplinen ohne lange Anfahrt einbinden. Und wir beziehen die Assistenzärzte im Klinik-Verbund mit in die Konferenzen ein. Der Lerneffekt ist groß, nicht nur für die jungen Ärzte“, so Chefarzt Rössler.

E-Health-Initiative bringt Innovation ins Gesundheitswesen

Grüttner betonte, dass die Landesregierung seit diesem Jahr im Rahmen des neuen Landesprogramms „Förderung von Innovationsprojekten in Telemedizin und E-Health“ die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Innovationsprojekte fördere. Das gemeinsame Kompetenzzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) bündelt hessische Initiativen und wird im Rahmen der hessischen E-Health-Initiative bei der Implementierung neuer, bedarfsgerechter Versorgungsformen unterstützen. Hierfür stellt das Land für 2017 rund 1,5 Millionen Euro und ab 2018 bis zu 6 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. „Die Klinik freut sich sehr über die E-Health-Initiative des Landes und die in Aussichtstellung von Projektfördermitteln“, erklärte Klinikleiter Jens Gabriel aus dem St. Josefs-Hospital Rheingau. Grüttner betonte: „Die Steigerung der Summe um das Vierfache spricht eine deutliche Sprache. Es ist uns wirklich wichtig, Sie die Akteure in diesem Themengebiet, zu unterstützen. Und es ist mir als Gesundheitsminister wichtig, die großen Chancen der Digitalisierung für das hessische Gesundheitswesen zu nutzen.“

20 Millionen Euro für das St. Josefs-Hospital Wiesbaden

Genauso wichtig sei die Förderung von wichtigen Vorhaben der hessischen Krankenhäuser, damit diese hochwertige Medizin in einem modernen Umfeld für ihre Patientinnen und Patienten anbieten können. „Deshalb fördern wird das St.Josefs-Hospital Wiesbaden mit 20 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln aus dem Sonderprogram des Landes zur Krankenhausfinanzierung leisten wir zusätzlich zur seit 2016 geltenden Pauschalförderung einen Beitrag, um die anstehende Neubaumaßnahme des Krankenhauses zu unterstützen. Das Land wird über die Krankenhausförderung hinaus durch eine beabsichtigte Gesetzesänderung auch die Tatsache honorieren, dass das St. Josefs-Hospital Wiesbaden mit dem St. Josefs-Hospital Rheingau in Rüdesheim und dem Otto-Fricke-Krankenhaus in Bad Schwalbach einen Verbund gebildet hat“, betonte Gesundheitsminister Stefan Grüttner. “ Insgesamt gehört das Land Hessen seit Jahren bundesweit zu den Spitzenreitern in der Krankenhausförderung.“

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