30.10. bis 03.11.2013

Start der B3 Biennale des bewegten Bildes

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Pressekonferenz am 30. Oktober mit Staatssekretär Ingmar Jung zur B3 Biennale des bewegten Bildes.
Pressekonferenz am 30. Oktober mit Staatssekretär Ingmar Jung zur B3 Biennale des bewegten Bildes.
© Dominik Dresel / HMWK

Startschuss für die neue B3 Biennale des bewegten Bildes ist morgen: An fünf Tagen, vom 30.10. bis zum 03.11.2013 debütiert sie in Frankfurt und der Rhein-Main-Region. Unter dem Leitthema »Expanded Narration. Das neue Erzählen« kommen 200 Künstler, Filmemacher, Designer, Internetspezialisten, Gamesentwickler und Wissenschaftler zusammen, um über die Chancen und Perspektiven des bewegten Bildes zu sprechen. Mit dabei sind internationale Stars der Szene wie Robert Wilson, Ziad Doueiri, Rhianna Pratchett, Dick Hebdige, Veena Sud, Don Daglow und viele mehr. B3 richtet sich nicht nur an das Fachpublikum, die Biennale steht allen Besuchern offen. Es gibt unterschiedliche Eintrittskarten – von der Tageskarte oder dem Einzelevent bis zum Biennale-Pass.

Über 120 Veranstaltungen an mehr als 20 Orten

Die inhaltlichen Schwerpunkte bilden die Themenfelder Serien, Games, Immersion, Transmedia, Kino, Kunst und Wissenschaft. Hierzu finden über 120 Veranstaltungen an mehr als 20 Orten statt – von Ausstellungen und Installationen über Filmvorführungen, Multimedia-Präsentationen, Performances und Konzerten bis hin zu international besetzten Panel-Diskussionen und zahlreichen Vorträgen sowie einem umfangreichen Weiterbildungsprogramm für Studierende und Jugendliche, für Existenzgründer und Start-ups.

Veranstalter der B3 Biennale des bewegten Bildes ist die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Träger sind das Land Hessen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) sowie die Stadt Frankfurt am Main.

Auf der heutigen Pressekonferenz im Frankfurter Kunstverein, dem B3 Festivalzentrum, wurde das Projekt am Tag vor der offiziellen Eröffnung vorgestellt von Ministerin Eva Kühne-Hörmann (Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst), Prof. Wolfgang Thaenert (Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien), Stadtrat Markus Frank (Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main), Dr. Holger Kube Ventura (Direktor Frankfurter Kunstverein) und Prof. Bernd Kracke (Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Leiter der B3 Biennale).

Denkanstöße weit über Hessen hinaus

»Die B3 Biennale will neue Allianzen schmieden, indem wir die internationalen Akteure der Bewegtbildszene und der Film- und Medienwirtschaft mit dem kreativen Nachwuchs, den Kulturinstitutionen sowie den Branchenvertretern hier in Hessen zusammen bringen. Ich bin sicher, dass wir mit der B3 Biennale des bewegten Bildes das richtige Format gefunden haben, mit dem wir weit über Hessen hinaus Denkanstöße geben können und für intensive Debatten sorgen werden“, sagte Ministerin Eva Kühne-Hörmann.

Prof. Wolfgang Thaenert betonte in seinem Beitrag die Bedeutung der Nachwuchsförderung: »Angesichts der digitalen Revolution ist die Förderung des Nachwuchses von großer Bedeutung, die B3 ist deshalb genau die richtige Plattform, auf der sich einerseits die Bewegtbild-Branche trifft, andererseits aber auch der Weiterentwicklung der Medienkompetenz junger Leute Rechnung getragen wird.«

Stadtrat Markus Frank hob insbesondere die Bedeutung der B3 für die Stadt Frankfurt als Standort der Kreativwirtschaft hervor: »Die B3 Biennale ist eine großartige Bereicherung für die Stadt Frankfurt mit ihrer lebendigen Kreativszene. Besonders freue ich mich über die neuen Vernetzungsmöglichkeiten der verschiedenen Akteure der Kreativwirtschaft, wie etwa die Talentvermittlung durch den B3 Campus Markt, dem Mentorenprogramm und der ›Recruiting-Session‹. Hier erhalten renommierte Firmen die Chance, neue Talente zu entdecken – und natürlich umgekehrt«.

Prof. Bernd Kracke Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und Mitinitiator und Leiter der ersten B3 stellte die Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit des neuen Biennale-Formats heraus: »Das Bewegtbild bietet heute einen Artenreichtum, wie wir ihn noch nie gesehen haben. B3 präsentiert und reflektiert diese Vielfalt auf bisher einmalige Weise. Sie leuchtet die wegweisenden Themen und neuesten Entwicklungen in den Bereichen Fernsehserien, Games, Immersion, Transmedia, Kino, Kunst, Wissenschaft aus. Sie dient der Vernetzung, dem Gespräch, der Diskussion. Erst eine Allianz des bewegten Bildes hat diese prickelnde Vielfalt ermöglicht, und das Leitmotiv ›Expanded Narration. Das neue Erzählen‹ ist das verbindende Element der vielfältigen Programmpunkte«.

»Ein wichtiger Bestandteil der B3 Biennale ist unsere große Medienkunst-Ausstellung Per Speculum Me Video. Sie hat die Konstruktion des Selbst in der gegenwärtigen Videokunst und Fotografie zum Thema und wird mit Fragen nach Identität, Gender, Selbst- und Fremdwahrnehmung einen starken Kontext bilden für das im Frankfurter Kunstverein stattfindende B3 Festivalprogramm. Der Dialog, in den die oft raumgreifenden Video- und Fotoarbeiten in den fünf Festivaltagen mit dem Publikum treten werden, wird sicher sehr reizvoll und spannend sein«, freute sich Dr. Holger Kube Ventura auf der Eröffnungspressekonferenz. »Noch wirkungsvoller wird die Ausstellung dann ab dem 5. November sein, wenn alle Kunstwerke vollständig zu sehen sind«.

Die Ziele der B3

Ziel der Biennale ist es, eine breit angelegte Allianz für das bewegte Bild zu schaffen. Hierbei arbeitet die B3 bereits mit über 20 Partnern aus dem Bereich der Museen, Galerien und Ausstellungsräume in der Region, mit der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), in der sich die 13 hessischen Hochschulen mit Lehrangeboten im Bereich Film und Medien zusammengeschlossen haben, mit dem Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie mit Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen.

Die Biennale agiert dabei interdisziplinär und genreübergreifend, sie bietet eine internationale Plattform für den Diskurs und die Vernetzung von Film- und Fernsehmachern, Künstlern, Designern, Wissenschaftlern, Technologieanbietern, Branchenteilnehmern und Nachwuchstalenten.

Das Leitthema: Expanded Narration. Das neue Erzählen

»Expanded Narration. Das neue Erzählen« ist das übergeordnete Thema der ersten Ausgabe der B3 Biennale des bewegten Bildes 2013. Das Festival widmet sich den veränderten und erweiterten Erzählformen, die durch technologische Innovationen und eine fortschreitende Medienkonvergenz alle Formen des bewegten Bildes betreffen.

Die digitale Revolution unserer Zeit hat eine Medienwirklichkeit entstehen lassen, die ein neues Miteinander und Nebeneinander der unterschiedlichen Medien ermöglicht. Dabei sind völlig neue Formen des cross und transmedialen, partizipativen, simultanen oder polyperspektivischen Erzählens entstanden. Die Biennale wird sich dieser Expansion des Erzählens stellen, wird innovative Erzähltechniken in Film und Fernsehen, Kunst, Kommunikation, Design, Social Media und Games präsentieren und zur Diskussion stellen.

Die Module der Biennale: Festival, Parcours und Campus

Drei Module, die sich miteinander vernetzen und Querverbindungen eingehen werden, prägen die B3 Biennale des bewegten Bildes: das Festival, der Parcours und der Campus. Jedes dieser Module hat seinen eigenen Charakter, wird sich aber mit ähnlichen Fragestellungen auseinandersetzen.

B3 Festival

Die Festivalsektion bildet in Ausstellungen, Screenings, Performances, Vorträgen und Diskussionen die sechs Schwerpunkte der Biennale ab: Sie widmet sich eingehend den neuen Fernsehserien, beleuchtet technische wie inhaltliche Innovationen der Games-Welt, taucht mit dem Übertitel »Immersion« in räumliche Bildwelten ein und überschreitet die verbliebenen Genregrenzen auf dem Feld des transmedialen Erzählens. Beiträge aus Kino, Kunst, Transmedia und Wissenschaft ergänzen das Themenspektrum.

B3 Parcours

Für den Parcours konnte die Biennale zahlreiche wichtige Kulturinstitutionen in Frankfurt und in der Region für eine Zusammenarbeit gewinnen. Sie tragen mit eigenständig kuratierten Ausstellungen und Veranstaltungen, die sich mit dem bewegten Bild in all seinen Facetten beschäftigen, zum Programm der B3 bei.

Das Deutsche Filmmuseum zeigt etwa mit der Ausstellung »Fassbinder – JETZT. Film- und Videokunst«, wie junge Filmemacher und Videokünstler heute auf das Werk des radikalen Regisseurs reagieren. Der Kunstverein widmet sich mit der Schau »Per Speculum Me Video« dem Selbstporträt in der zeitgenössischen Videokunst. Die basis zeigt eine Ausstellung zum narrativen Künstlerfilm mit dem Titel »Taming the narrative«. Die Städelschule präsentiert zusammen mit dem Portikus Screenings von Douglas Gordon und Michel Auder.

Das Museum Angewandte Kunst eröffnet eine durchaus auch kritische Debatte über die Möglichkeiten und Grenzen des bewegten Bildes im Museumskontext. Im Museum für Kommunikation stellen die Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich ihre Installation »Dreh dein Ding – das Handyfilmprojekt« vor. Das Museum Wiesbaden beteiligt sich mit einer Vorführung von Filmen, die frühe Körperperformances aus den 1970er Jahren der Künstlerin Rebecca Horn dokumentieren. Das Weltkulturen Museum steuert die »Encyclopaedia Cinematographica« bei, eine Auswahl von außergewöhnlichen Kurzfilme aus der Sammlung des Museums.

Das MMK Museum für Moderne Kunst veranstaltet einen Filmabend mit Material aus dem Nachlass des brasilianischen Künstlers Hélio Oiticica. Die Schirn Kunsthalle lädt im Rahmen der Reihe »Double Feature« die Künstlerin Judith Hopf ein. Die Galerie Anita Beckers wird sich, gemeinsam mit der Galerie Heike Strelow und dem Atelier Frankfurt, mit dem internationalen Videokunstprogramm »nonliteral« am B3 Parcours beteiligen.

B3 Campus

Der Campus richtet sich an Studierende, Schüler und Lehrende. Als Begegnungsplattform bringt er Nachwuchstalente mit professionellen Künstlern und Branchenprofis zusammen. Gäste der Biennale werden hier in Werkstattgesprächen, Masterclasses und Workshops einen Einblick in ihr Schaffen geben. Insbesondere der B3 Campus Markt, der ganztägig am 30. und 31.10.2013 in den Römerhallen stattfinden wird, soll junge Talente mit Entscheidern der Branche zusammen bringen. Der B3 Campus Markt wird am Mittwoch, 30.10., 10 Uhr in Anwesenheit von Ministerin Eva Kühne-Hörmann (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Stadtrat Markus Frank (Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main) und Bernd Kracke (Präsident HfG Offenbach und Leiter der B3) eröffnet.

Kooperationspartner ist die hessische Film- und Medienakademie (hFMA), das Netzwerk der 13 hessischen Hochschulen mit Lehrangeboten im Bereich Film und Medien. Schon im Vorfeld haben sich Lehrende und Studierende mit Ideen und Vorschlägen in die Konzeption des Campus eingebracht.

BEN: Die Preise der B3

Die B3 Biennale des bewegten Bildes zeichnet etablierte Künstler und junge Talente mit dem BEN aus. Den Preis entworfen hat der südafrikanische Künstler Trevor Gould. Entstanden ist er aus dem Projekt »Three Dimensional Blur«, das seinen Anfang an der Hochschule für Gestaltung Offenbach hatte, wo Gould 2002 als Gastprofessor unterrichtete. Die Idee dahinter war: Wie lässt sich Bewegungsunschärfe als dreidimensionales Objekt darstellen?

Mit einem BEN geehrt werden Künstler aus dem Programm der Biennale, die sich in ihrem Werk in besonders innovativer Form mit neuen Erzähltechniken auseinandersetzen. Die drei Hauptpreise und drei Nachwuchspreise werden in den Kategorien Linear, Nicht-linear und Transmedial vergeben. Der B3 Ehrenpreis, den Laurie Anderson für ihr Lebenswerk erhält, wird mit großzügiger Unterstützung von Friedrich und Sylvia von Metzler übergeben.

Das Festivalzentrum

Für fünf Tage, vom 30.10. bis zum 03.11.2013, wird die B3 Biennale des bewegten Bildes im Frankfurter Kunstverein Quartier beziehen. Hier wird rund um die Uhr ein Austausch der Gedanken und Positionen stattfinden – in Künstlergesprächen, Screenings, Panels, Vorträgen und Performances. Der Frankfurter Kunstverein wird sich dabei auch mit einer Ausstellung am B3 Parcours beteiligen.

Tickets und Preise

Regulär und ermäßigt

Tagespass – 15 EUR / 12 EUR
Halbtagspass (ab 16 Uhr) – 10 EUR / 8 EUR
Wochenendpass – 25 EUR / 18 EUR
Festivalpass – 50 EUR / 30 EUR

Specials

Halloween-Party mit Baby of Control, 31.10.13, 22:30 Uhr – 5 EUR
Party & Konzert Atom™ und DJ Christine Lang, 01.11.13, 22:30 Uhr – 8 EUR
»1 Have You Been Here Before – 2 No This Is The First Time«, Ein Abend mit Robert Wilson, 02.11.13, 18 Uhr – 10 EUR

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Dr. Ulrich Adolphs
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
+49 611 32 32 30
+49 611 32 32 99
pressestelle@hmwk.hessen.de
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