Startseite Presse Pressemitteilungen Pressearchiv Raus aus der Schuldenfalle - Hilfe für die Täter hilft den Opfern: Justizminister Hahn überreicht Bundesverdienstkreuz an OLG-Richter Dr. Christoph Gebhardt
Auszeichnung

Raus aus der Schuldenfalle - Hilfe für die Täter hilft den Opfern: Justizminister Hahn überreicht Bundesverdienstkreuz an OLG-Richter Dr. Christoph Gebhardt

Der Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn überreichte am Montag im Auftrag des Herrn Bundespräsidenten dem Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Frankfurt, Dr. Christoph Gebhardt, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

dsc00544.jpg

Der Geehrte, Dr. Christoph Gebhardt, seine Ehefrau Dr. Christine Gutmann und Justizminister Jörg-Uwe Hahn, der dem Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Frankfurt im Historischen Saal des Justizministeriums die Auszeichnung überreichte.
Der Geehrte, Dr. Christoph Gebhardt, seine Ehefrau Dr. Christine Gutmann und Justizminister Jörg-Uwe Hahn, der dem Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Frankfurt im Historischen Saal des Justizministeriums die Auszeichnung überreichte.
© Marlene Grimm

Justizminister Jörg-Uwe Hahn würdigte das außergewöhnliche Engagement von Dr. Gebhardt für die Opfer und Zeugen von Straftaten, aber auch für die Resozialisierung der Täter.  „Sie haben Gespür für die Menschen. Sie sehen hin, wo andere wegsehen. Sie organisieren aus der hervorragenden Sachkenntnis des Richters und aus christlicher Überzeugung heraus Hilfe für Schwächere. Dafür gebührt Ihnen ausdrücklich Dank.“

Dr. Christoph Gebhardt ist Vorstand der „Wiesbadener Hilfe“, einer Opfer- und Zeugenhilfe. Zudem ist er Geschäftsführer der „Stiftung Resozialisierungsfonds für Straffällige“ und Vorstandsmitglied des „Fördervereins für die Hessischen Opfer- und Zeugenhilfen e.V.“.

Herr Dr. Gebhardt studierte Rechtswissenschaften und Psychologie in Frankfurt und in Gießen. Für seine Doktorarbeit hat er im Auftrag des Bundeskriminalamtes eine Studie über die Kriminalität von Drogenabhängigen erarbeitet. Nach den Examen war er als Richter an verschiedenen Gerichten tätig, so am Landgericht Darmstadt und am Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Von 1991 bis 1999 war Herr Dr. Gebhardt Referent in der Strafrechtsabteilung des Hessischen Justizministeriums. Seit 2008 ist er Vorsitzender Richter am Oberlandes­gericht Frankfurt am Main.

Schon als Student der Psychologie war Herr Dr. Gebhardt in den frühen 70er Jahren mehrere Jahre als ehrenamtlicher Helfer und Betreuer in der Justizvollzugs­anstalt Rockenberg tätig. Er hat sich ferner in verschiedenen Einrichtungen der Drogenhilfe in Gießen, Darmstadt und Frankfurt engagiert.

Seit der Gründung der „Wiesbadener Hilfe“ im Jahre 1992 ist Herr Dr. Gebhardt dort Vorstand. Damals war er vom Hessischen Justizministerium gebeten worden, in Wiesbaden eine Opfer- und Zeugenhilfe zu gründen. Er engagierte sich nicht nur im Vorstand des Vereins. Er verankerte die Tätigkeit des Vereins auch in der Gesellschaft, wo er mit großer Überzeugungskraft Spendengelder einwarb.

Seit 1998 ist Herr Dr. Gebhardt ehrenamtlicher Geschäftsführer der „Stiftung Resozialisierungsfonds für Straffällige“.  Zweck der Stiftung ist es, finanzielle Notlagen von Straffälligen zu lindern. Justizminister Hahn: „Sie haben Hilfe organisiert, die den Tätern, die ihre Strafe abgebüßt haben, einen Neuanfang ermöglicht. Sie erhalten Unterstützung beim Abtrag der Schulden und können Schmerzensgeld- oder Schadenersatzzahlungen an ihre Opfer leisten. Sie ermöglichen mit Ihrem Einsatz, dass die Täter den Weg in die Gesellschaft zurückfinden. Bis heute konnten durch die Hilfe der Stiftung mehr als 2.000 Umschuldungen mit einem Gesamtforderungsvolumen von über 20 Millionen Euro abgewickelt werden. Auf diesem Wege konnten auch vielen Opfern von Straftaten Schmerzensgeld und Schadensersatz ausgezahlt werden.  Dafür danken wir Ihnen sehr.“

Im Jahre 2000 wurde Herr Dr. Gebhardt Gründungs- und ehrenamtliches Vorstandsmitglied des „Fördervereins für die Hessischen Opfer- und Zeugenhilfen e.V.“, der die hessischen Hilfeeinrichtungen unterstützt. Die Finanzierung des Vereins erfolgt über Spenden und Bußgeldzuweisungen durch Gerichte und Staatsanwaltschaften.

Darüber hinaus ist Herr Dr. Gebhardt seit 2001 auch auf Bundesebene ehrenamtlich im geschäftsführenden Ausschuss des Arbeitskreises der Opferhilfen in Deutschland e.V. (ado), einem Dachverband der professionellen Opferhilfen, tätig. Seit 2011 arbeitet er kontinuierlich an der Basis mit und hat den ado unter anderem am runden Tisch der Bundesregierung gegen Missbrauch an Kindern vertreten. Den geschäftsführenden Ausschuss des ado, der vier– bis sechsmal im Jahr tagt, berät er in rechtlichen Fragen.

Justizminister Jörg-Uwe Hahn: „Herr Dr. Gebhardt hat sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl eingesetzt. Er engagiert sich ganz konkret im Alltag für die Würde des Menschen, für die Würde der Opfer, aber auch der Täter. Er ist ein Vorbild für die jüngere Generation.

Justizminister Hahn würdigte auch die außergewöhnliche, kriminologische Einzelfallstudie, die Herr Dr. Gebhardt, zusammen mit seiner Frau, Dr. Christine Gutmann, verfasst hat: „Der Arzt, Dein Freund und Mörder“ Darin beschreiben die Autoren einen realen Kriminalfall, der zunächst in Hessen und dann in Bayern spielt: Ein Arzt ermordet aus Habgier einen Patienten. Nach 17 Jahren Haft wird er entlassen, erlangt seine Approbation wieder und ermordet, erneut aus Habgier, einen weiteren Patienten. Hahn: „Akribisch recherchiert, psychologisch sowie juristisch präzise aufgearbeitet und bewertet. Hervorragend geschrieben.“ Erschienen 2012 im Hirzel-Verlag.  

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Dr. Hans Liedel
Schließen