Ganztagsangebot

„Pakt für den Nachmittag“: In Gießen-Land kann’s losgehen

02.06.2015Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz, Gießens Landrätin Schneider und Schuldezernentin Schmahl unterzeichnen erste Kooperationsvereinbarung

Gruppenbild vor der Wiesengrundschule in Linden-Leihgestern
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Gruppenbild vor der Wiesengrundschule in Linden-Leihgestern
© HKM

Ziemlich aufgeregt waren die Schülerinnen und Schüler der Wiesengrundschule in Linden-Leihgestern als sie gestern Morgen Besuch aus dem Hessischen Kultusministerium und der Kreisverwaltung bekamen. Mit sogenannten Boomwhackers wurden Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Landrätin Anita Schneider und Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl musikalisch begrüßt. Die Vertreter aus Wiesbaden und Gießen waren gekommen, um hier die erste Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land und einem Schulträger für den ‚Pakt für den Nachmittag‘ – dem Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen zu unterzeichnen. „Ich freue mich sehr, dass wir nun den ersten Vertrag über unsere Kooperation für Bildungs- und Betreuungsangebote aus einer Hand schließen können“, sagte Kultusminister Lorz. „Das ist der Auftakt für das größte Programm zum Ausbau von Ganztagsangeboten, das es je in Hessen gab. Und es ist ein großer Schritt hin zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie einer besseren individuellen Förderung für die einzelnen Schüler.“ Die Wiesengrundschule ist eine von 20 Schulen in Gießen-Land, die im Rahmen eines Pilotprojekts zum kommenden Schuljahr starten.

Ganztagsangebote führen zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Neben den genannten Vorteilen für Eltern und Kinder habe der Ausbau von Ganztagsangeboten auch einen gesellschaftlichen Auftrag und Nutzen, denn er führe zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe, erklärte Landrätin Schneider. „Bildung ist der wichtigste Baustein für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unseres Landes. Deshalb nehmen wir entsprechend Geld in die Hand und investieren in die bauliche Infrastruktur wie auch in die Betreuungsangebote vor Ort.“

Das Land stellt darüber hinaus die personellen Ressourcen in Form von Lehrerstellen zur Verfügung und leistet damit einen wichtigen Beitrag für ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot, das hohen pädagogischen Standards entspricht, die im Landkreis Gießen genauso gelten wie andernorts. Der Kultusminister betonte, dass nun erstmals gemeinsame Angebote von Land und Kommunen geschaffen würden: „Und wir entwickeln die ganztägig arbeitende Schule aus einer Hand und mit einem gemeinsamen Konzept weiter.“ Wichtig sei ihm, dass beim ‚Pakt für den Nachmittag‘ keine bestehenden Angebote verdrängt, sondern diese vielmehr ergänzt und miteinander verzahnt würden.

Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr

Kern der Vereinbarung ist ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr. Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr. Der Schulträger leistet seinen Beitrag rechnerisch für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien. Vorhandene Träger bewährter Bildungs- und Betreuungsangebote vor Ort werden in die Angebote einbezogen. Grundlage der Ressourcenberechnung von Seiten des Landes ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der jeweiligen Grundschule. Insgesamt stellt das Land für die sechs Pilotschulträger bis zu 145 Stellen zusätzlich zur Verfügung.

Schuldezernentin Schmahl hob noch einmal die ausgesprochen konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kultusministerium, Staatlichen Schulamt, Kreisschulverwaltung sowie den Schulen und Gemeinden vor Ort hervor: „Die Zusammenarbeit war von Anfang an vom gemeinsamen Willen geprägt, hier ein nachhaltiges Modell zu entwickeln, von dem alle Seiten profitieren.“ Denn die Nachfrage nach einem größeren Bildungs- und Betreuungsangebot steige nicht nur in den Großstädten und Ballungszentren. „Wir erleben auch im ländlichen Bereich einen wachsenden Bedarf“, so Schmahl. Sie bedankte sich auch noch einmal bei den Betreuungsvereinen an den Schulen, die sich von Beginn an konstruktiv eingebracht hätten und nun eine Entlastung – insbesondere im administrativen Bereich – erführen.

Hintergrund zum „Pakt für den Nachmittag“

Zum kommenden Schuljahr startet der Pakt zunächst in sechs Pilotregionen: Mit Frankfurt, Kassel und Darmstadt sowie Gießen-Land, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße waren dafür drei Großstädte und drei Landkreise als Pilotschulträger ausgewählt worden.  Mit dem ‚Pakt für den Nachmittag‘ sollen innerhalb von fünf Jahren an allen Grundschulen, die dies wünschen, gemeinsame Ganztagsangebote von Land und Kommunen eingerichtet werden. Das Ganztagsangebot wird bedarfsorientiert aufgestellt und erstmals ist eine Ferienbetreuung integraler Bestandteil. Insgesamt werden nach jetzigem Stand 58 Grundschulen in den sechs Pilotschulregionen im kommenden Schuljahr mit dem Pakt starten.

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