Sicherheit im Strassenverkehr

Mit Technik gegen den toten Winkel

Verkehrsminister Al-Wazir fordert Abbiege-Assistent für Lkw

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Stadtverkehr
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Zum Schutz von Radfahrern und Fußgängern vor abbiegenden Lastwagen fordert Hessen einen breiten Ansatz von der Öffentlichkeitsarbeit bis zu technischen Assistenzsystemen: „Der Ausdruck „toter Winkel“ bekommt leider allzu oft eine traurige wörtliche Bedeutung“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag im Hessischen Landtag und erinnerte an schwere Verkehrsunfälle unter anderem in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt. Als Erfolg wertete er das einstimmige Votum der Verkehrsministerkonferenz, die sich für Abbiege-Assistenten bei Lastkraftwagen ausgesprochen hatte.

Am Freitag wird sich auch der Bundesrat mit dem Thema befassen. Allein in Hessen gab es im vergangenen Jahr 48 von abbiegenden Lkws verursachte Verkehrsunfälle bei denen Radfahrer verletzt oder gar getötet wurden. Die  Unfallforschung der Versicherer (UDV) schätzt, dass jeder dritte im Straßenverkehr ums Leben gekommene Radfahrer Opfer eines Abbiegeunfalls ist. Die meisten dieser Unfälle passieren an Ampelkreuzungen, während die Radfahrer Grün haben.  

40 Prozent der Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern könnten verhindert werden

„Diese Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf“, sagte Al-Wazir. „Wir müssen auf mehreren Ebenen ansetzen: Bei den Verkehrsteilnehmern müssen wir das Bewusstsein für solche Situationen schärfen. In der Infrastruktur können abgetrennte Fahrradspuren und bessere Ampelschaltungen die Sicherheit verbessern. An den Lastwagen können bessere Außenspiegel den toten Winkel verkleinern. Aber wir brauchen für unübersichtliche Situationen auch Assistenzsysteme, die den Fahrer bei Annäherung an Fußgänger oder Radfahrer warnen und im Notfall sogar eine Vollbremsung einleiten. Denn solche Systeme können einer Studie der Versicherer zufolge 40 Prozent der Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern verhindern.“ 

Der Minister bezeichnete es als Aufgabe der Hersteller, solche Systeme auf den Markt zu bringen. Von der Bundesregierung verlangte er, sich auf internationaler Ebene bei der EU und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) für eine Nachrüstpflicht einzusetzen: „Angesichts der vielen ausländischen Lkw auf unseren Straßen bringt eine rein nationale Regelung kaum etwas. Auch eine nur auf Neufahrzeuge begrenzte Pflicht reicht nicht aus. Solange keine allgemeine Pflicht besteht, muss die Bundesregierung Investitionen in solche Systeme fördern. Auch die Versicherer könnten etwas zu ihrer Verbreitung beitragen, wenn sie Rabatte gewähren für Fahrzeuge, die entsprechend ausgerüstet sind.“

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