Engagement

Ministerpräsident Bouffier verleiht Hessischen Verdienstorden

20.09.2016Hessische Staatskanzlei

Alfred Gollbach, Dr. Christiane Heinemann, Dr. Hartmut Heinemann, Professor Dr. Ursula Lehr und Bernfried Wieland ausgezeichnet

Ministerpräsident Bouffier verleiht den Hessischen Verdienstorden 2016 an Alfred Gollbach, Dr. Christiane Heinemann, Dr. Hartmut Heinemann, Professor Dr. Ursula Lehr und Bernfried Wieland
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Ministerpräsident Bouffier verleiht den Hessischen Verdienstorden 2016 an Alfred Gollbach, Dr. Christiane Heinemann, Dr. Hartmut Heinemann, Professor Dr. Ursula Lehr und Bernfried Wieland
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Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat heute Alfred Gollbach, der früheren Bundesministerin Prof. Dr. Ursula Lehr und dem ehemaligen Kreistagsvorsitzenden des Wetteraukreises, Bernfried Wieland, den Hessischen Verdienstorden verliehen. Die Eheleute Christina und Hartmut Heinemann wurden vom Regierungschef für ihr langjähriges Engagement mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande ausgezeichnet. „Unser Land und unsere Gesellschaft brauchen Menschen mit großem ehrenamtlichem Engagement, die ihr Wissen, ihr Können und ihr Tun zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen. Ohne bürgerschaftliches Engagement im Ehrenamt ist ein freiheitlicher, demokratischer und sozialer Staat nicht denkbar. Sie helfen, unsere Gesellschaft zusammenzuhalten und sind Vorbilder für Menschlichkeit und Miteinander“, sagte der Regierungschef. „Sie alle haben etwas geschaffen, das es ohne Ihre Initiative nicht geben würde. Dafür möchte ich Ihnen herzlich Danke sagen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier heute in der Hessischen Staatskanzlei.

Engagement für hilfs- und zuwendungsbedürftige Menschen

Seit mehr als fünf Jahrzenten engagiert sich Alfred Gollbach ehrenamtlich in vielfältiger Form. Als Mitglied im Ortsbeirat Rasdorf-Grüsselbach hat er sich von 1972 bis 2001 ununterbrochen für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatgemeinde stark gemacht. Während dieser Zeit war er fünf Jahre Abgeordneter der Gemeindevertretung in Rasdorf. Neben der Kommunalpolitik ist dem 76-Jährigen der Brandschutz ein besonderes Anliegen. Als aktiver Feuerwehrmann war er Wehrführer und vier Jahrzehnte lang Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Grüsselbach, deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Zudem war er lange Jahre Ortsbrandmeister in Rasdorf und zählte zu den Mitbegründern der Jugendfeuerwehren. Eine besondere Herzensangelegenheit ist ihm sein Engagement für hilfs- und zuwendungsbedürftige Menschen. Der gelernte Maurer und Fliesenleger ist Vorsitzender der Kyffhäuser Kameradschaft Grüsselbach, Vorsitzender im Kreisverband Hünfeld und Schatzmeister des Kyffhäuserbundes im Landesverband Hessen. „Seit mehr als 15 Jahren unterstützen Sie verschiedene Projekte der Tschernobyl-Opfer-Fürsorge. Sie scheuen dabei keinen Aufwand und keine Entfernung, um Geld- und Sachspenden zu sammeln und gesundheitlich geschwächte Kinder bei ihrem Erholungsurlaub in der Rhön oder im Kinderheim Motzlar in Thüringen zu unterstützen. Ihr soziales Engagement ist bemerkenswert“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Zudem organisiere er Ausflüge, Grillfeste sowie verschiedene Feierlichkeiten für die Betroffenen und unterstütze auf ähnliche Weise die Arbeit des Vereins „Kinder aus Shitkowitschi – Hilfe nach Tschernobyl“. Das ehrenamtliche Tätigkeitsspektrum Alfred Gollbachs erstreckt sich gerade in jüngster Zeit auch auf den kirchlichen Bereich. Seit drei Jahren hat er das Amt des Kirchenküsters der katholischen Kirchengemeinde St. Anna Grüsselbach inne und zeichnete sich insbesondere durch seinen Arbeitseinsatz bei der umfangreichen Renovierung des Kirchengebäudes aus. Darüber hinaus ist der Mitbegründer und Vorsitzende der Forstbetriebsvereinigung in Grüsselbach Mitglied in zahlreichen weiteren Vereinen seines Heimatortes wie beispielsweise im Karneval-Verein, dessen Komitee er mehr als zwei Jahrzehnte angehörte.

Die Verdienste von Dr. Christiane Heinemann und Dr. Hartmut Heinemann gingen im gesamten Verlauf der mehr als 30-jährigen Dienstzeit weit über ihre beruflichen Verpflichtungen hinaus. Christiane Heinemann erstellte als Archivoberrätin beim Hessischen Hauptstaatsarchiv zahlreiche Gutachten zur urkundlichen Ersterwähnung von Städten und Gemeinden und war als Leiterin „Altes Archiv“ für das Staatstheater Wiesbaden und das Landesamt für Denkmalpflege zuständig. Bereits seit 1982 ist die heute 66-Jährige stellvertretende Vorsitzende im Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung.  Hier kümmert sie sich um die Erstellung der Vortragsreihen und in den Sommermonaten um die Planung und Durchführung von Exkursionen. Darüber hinaus bereitet sie die Jahreshauptversammlungen und die jährlich stattfindenden „Ortsgeschichtlichen Tagungen“ vor und betreut diese. In der Historischen Kommission für Nassau ist Christiane Heinemann seit fast drei Jahrzehnten als Schriftführerin auch für das Lektorat und die Redaktion der Publikationen sowie den Vertrieb und die öffentlichen Buchpräsentationen zuständig. Des Weiteren wirkt sie seit fast zwanzig Jahren bei der Organisation des Projektes „Jüdische Friedhöfe in Hessen“ mit. „Auch nach der Verabschiedung in den Ruhestand hat Christiane Heinemann gemeinsam mit ihrem Mann Tag für Tag, die ehemalige Dienststelle aufgesucht, um sich dort weiterhin der ehrenamtlichen Tätigkeiten widmen zu können. Das verdient Respekt und Anerkennung“, sagte der Ministerpräsident. Ebenfalls im Hauptstaatsarchiv war Hartmut Heinemann als Archivoberrat für die Erschließung der umfassenden Bestände der Abteilung „Altes Archiv“ sowie für die Übernahme und Betreuung der Nachlässe zuständig. Ebenso wie seine Frau ist auch er seit vielen Jahren in die Arbeit des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und in das Projekt „Jüdische Friedhöfe in Hessen“ eingebunden und begleitet seit 1987 das Amt des Schriftführers. Seit fast drei Jahrzehnten begleitet der Verfasser zahlreicher Publikationen das Amt des Vorsitzenden der „Familienkundlichen Gesellschaft für Nassau und Frankfurt“ und ist darüber hinaus Mitglied in der Historischen Kommission für Nassau, der Historischen Kommission Darmstadt und in der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung. Der 75-Jährige gehört zu den Gründungsvätern des 1983 ins Leben gerufenen „Freundeskreis Kloster Eberbach e.V.“, der sich unter anderem der Erforschung der Klostergeschichte widmet. „Hartmut Heinemann begleitet das Amt des 2. Vorsitzenden, bindet mit seinen Vorträgen zahlreiche Besucher in die wissenschaftliche Welt des Klosters ein und hat die mehr als 4.000 Eberbacher Urkunden komplett erfasst, neu bearbeitet und registriert“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier, der auch das ehrenamtliche Engagement Heinemanns im Vorstand der „Gesellschaft zur Förderung der Rheingauer Heimatforschung e.V.“ hervorhob. Hier habe Hartmut Heinemann beispielsweise die Grundlagen für eine Übungsreihe unter dem Titel „AN die Quellen! Einführung in das Lesen alter Schriften“ gelegt, die unter aktiven Heimatforschern großen Zuspruch finde und seit dem jährlich stattfinde. „Das erfolgreiche Wirken der geschichtlichen Einrichtungen, Vereine und Kommissionen wäre ohne die unermüdliche Tätigkeit der Eheleute Heinemann nicht vorstellbar“, sagte der Regierungschef abschließend.

Erforschung des demografischen Wandels

Bereits seit der Studienzeit befasst sich Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr intensiv mit dem Älterwerden der Menschen und der Alterung der Gesellschaft insgesamt. Nach dem Abitur in Offenbach studierte die gebürtige Frankfurterin Psychologie, Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Mit der Promotion und Habilitation an der Universität Bonn hatte die heute 86-Jährige den ersten deutschen Lehrstuhl für Gerontologie an der Universität Heidelberg inne, an dem die Entwicklungsprozesse im Alter, die Bewältigung seiner Anforderungen und das Altersbild erforscht wurden. „Frau Professorin Lehr hat sich bereits früh der Gerontologie verschrieben und mit ihren Forschungen für die Entwicklungen im Alter begonnen. Sie war damit bereits in den 80er Jahren Vorreiterin und Pionierin bei der Erforschung des Alterns von Menschen und hat sich damit schon früh mit der Erforschung des demografischen Wandels unserer Gesellschaft befasst. Mit ihrer Forschung hat sie die Lebenssituation berufstätiger Frauen mit der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und zu pflegenden Angehörigen analysiert. Damit hat sie erhebliche Fortschritte auf diesem Gebiet ermöglicht und das Bewusstsein der Öffentlichkeit über die Pflege von Familienangehörigen und den damit einhergehenden physischen und psychischen Belastungen erst geschärft“, sagte der Regierungschef. „Als ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit im Kabinett von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl hatten Sie einen großen Anteil an der Einführung und den Reformen des Pflegeversicherungsgesetzes“, lobte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier bei seiner Laudatio zur Verleihung des Hessischen Verdienstordens. Parallel zu ihrem politischen und universitärem Engagement war die verwitwete Mutter zweier Söhne seit 1998 treibende Kraft bei der Gründung des „Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA)“ in Heidelberg, bei dessen Stiftung sie 1995 Gründungsrektorin wurde. Dazu war die ehemalige Bundestagsabgeordnete von 1997 bis 1999 Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie. Seit 2008 ist sie zudem im Wissenschaftlichen Beirat des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung sowie seit 2009 als Kuratoriumsmitglied des Max-Planck-Instituts „Demografischer Wandel“ in Rostock aktiv. „Das über 50 Jahre währende unermüdliche und beispielgebende Wirken von Professorin Lehr, das von so immenser und nachhaltiger Bedeutung für die gesamte Bundesrepublik ist, würdigen wir mit der Auszeichnung des Hessischen Verdienstordens“, so Ministerpräsident Volker Bouffier.

Bernfried Wieland aus Büdingen hat sich über vier Jahrzehnte in der Kommunalpolitik für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatregion eingesetzt. Der heute 81-Jährige war mehr als zwanzig Jahre Mitglied im Kreistag des Wetteraukreises, davon fünf Jahre lang Kreistagsvorsitzender. „Mit seinen fundierten Kenntnissen der wirtschaftlichen und juristischen Zusammenhänge gelang es ihm stets, auch in schwierigen politischen Situationen, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen und auf eine zielorientierte Lösung hinzuwirken. Er lenkte die Beratungen souverän und sein persönlicher Stil brachte ihm über die Fraktionsgrenzen hinweg Anerkennung“, so der Regierungschef. Zudem war Bernfried Wieland dreißig Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung seiner Heimatstadt Büdingen und begleitet in diesem Zeitraum sechzehn Jahre lang das Amt des Stadtverordnetenvorstehers. Als Studiendirektor hat er sich auch außerhalb der Schule für die Unterstützung junger Menschen eingesetzt. Dank seiner Initiative wurde jungen Menschen mit dem 18. Lebensjahr der Bürgerbrief der Stadt verliehen. Diese Veranstaltung ermöglichte den jungen Menschen erste Kontakte und Gespräche mit den anwesenden Unternehmern, Politkern und Persönlichkeiten der Region. „Bernfried Wieland hat nicht nur das Ehrenamt gelebt und ausgeübt, sondern auch gefördert“, sagte Ministerpräsident Volker Boufier. Er habe zu den Initiatoren der Bürgerplakette und der Verleihung des Wilhelm-Thylmann-Preises gezählt. Die Verdienstmedaille wird an Personen verliehen, die sich um die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht haben. In Erinnerung an Pfarrer Wilhelm Thylmann, der an der Gründung des Mathildenhospitals wesentlichen Anteil hatte, wird der Preis an Menschen oder Institutionen vergeben, die sich für soziale Themen in Büdingen engagieren. Im kulturellen Bereich engagiert sich der in Neisse (Oberschlesien) Geborene seit fünf Jahren als zweiter Vorsitzender im Geschichtsverein Büdingen und zählt zu den Mitgründern der Musik- und Kunstschule, des Kulturkreises sowie des Verschwisterungsvereins seiner Heimatstadt. Zudem gehörte er von 1984 bis 2001 dem Verwaltungsrat der Sparkasse Oberhessen an und war  im Anschluss zehn Jahre lang Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Verwaltungsrates.

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