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Forschungsförderung

Ministerpräsident Bouffier und Wissenschaftsminister Rhein eröffnen die LOEWE-Woche

21.08.2015Hessische Staatskanzlei

Volker Bouffier: „Wir setzen die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms konsequent fort“

Ministerpräsident Bouffier und Wissenschaftsminister Rhein eröffnen die LOEWE-Woche
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© Staatskanzlei

„Forschung und Entwicklung sind die Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit des Landes Hessen“, sagt der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Deshalb hat die Landesregierung 2008 das bundesweit einzigartige Forschungsförderungsprogramm „LOEWE“ etabliert. Der Ministerpräsident und Wissenschaftsminister Boris Rhein haben acht Jahre nach der Gründung eine außerordentlich positive Bilanz des Projektes gezogen und angekündigt, dass LOEWE ein elementarer Bestandteil der hessischen Forschungspolitik bleibt. „Die Forschungsförderung ist ein ausgewiesener Schwerpunkt in der Landespolitik. Deshalb setzen wir die Erfolgsgeschichte von LOEWE konsequent fort“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier heute in Wiesbaden. In der kommenden Woche besuchen zahlreiche Mitglieder des Kabinetts herausragende Forschungsprojekte aus dem Programm.

Die Abkürzung „LOEWE“ steht für „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“, das Programm ist neben dem kürzlich erneut geschlossenen Hochschulpakt und dem Bauprogramm HEUREKA die dritte Säule der Hochschulförderung in Hessen. Im Zeitraum von 2008 bis 2014 stellte das Land insgesamt rund 520 Millionen Euro für LOEWE bereit. Im Jahr 2015 beträgt das LOEWE-Budget rund 84 Millionen Euro. Die Mittel werden vorrangig zur Anschubfinanzierung von neuen Zentren und Schwerpunkten an hessischen Hochschulen eingesetzt.

Vernetzung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

LOEWE fördert nicht nur herausragende wissenschaftliche Forschung, sondern insbesondere auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft. „LOEWE hat in der hessischen Forschungslandschaft und an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sehr viel in Bewegung gesetzt. Die Forschungsprojekte tragen dazu bei,  gegenwärtige und künftige Herausforderungen wie zum Beispiel die Erhaltung der Gesundheit und der Umwelt zu meistern. Hier geht es um IT-Sicherheit, Elektromobilität oder die Bekämpfung von tückischen Krankheiten wie Malaria“, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier. „LOEWE ist aufgrund seiner Konzeption und seines Finanzvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig.“

Die Projekte sind in unterschiedlichen Bereichen angesiedelt: Lebenswissenschaften, Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften, Natur- und Ingenieurwissenschaften.  Sie  konzentrieren sich auf Themen mit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz. Wissenschaftler und Forscher bearbeiten hochaktuelle Themen wie zum Beispiel:

  • Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Artenvielfalt aus? (LOEWE-Zentrum „BIK-F“, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt)
  • Wie kann Kommunikation über Internet und Smartphones künftig sicherer gemacht werden? (LOEWE-Zentrum „CASED“, TU Darmstadt)
  • Welche Rolle spielen Entzündungsprozesse bei der Entstehung und beim Wachstum von Tumoren? (LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung, Philipps-Universität Marburg)
  • Wie entwickelt man Arzneistoffe wirksamer, sicherer und kostengünstiger (LOEWE-Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie“, Goethe-Universität Frankfurt)

Förderung von KMU-Verbundprojekten

Die Ausrichtung auf Grundlagenforschung ist häufig gekoppelt an einen starken Transferbezug in die Wirtschaft. Zudem fördert LOEWE sogenannte KMU-Verbundprojekte. Das sind Zusammenschlüsse von hessischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit den Wissenschaftseinrichtungen. Hier liegt der Fokus auf der Einführung marktfähiger und innovativer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

„Mit dieser speziellen Förderung geben wir dem Mittelstand die Möglichkeit, die Zeit zwischen einer Erfindung und der Einführung auf dem Markt erheblich zu verkürzen. Damit erzielen die Unternehmen früher Gewinne und sichern so nachhaltig die Beschäftigung in der Hessischen Wirtschaft“, erläuterte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

LOEWE zeigt sichtbare Erfolge:

Seit 2008 sind elf LOEWE-Zentren und 38 LOEWE-Schwerpunkte zur Förderung entstanden, an denen insgesamt sechs Universitäten, drei Fachhochschulen, eine Hochschule besonderen Typs (Hochschule Geisenheim) und 19 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt sind. „Mehr als 1.500 Menschen hatten im März aufgrund des LOEWE-Programms einen Arbeitsplatz, darunter waren 65 Professorinnen und Professoren. Außerdem sind landesweit bereits 214 KMU-Verbundprojekte bewilligt worden. Diese Forschungs- und Entwicklungsprojekte verzeichnen insgesamt rund 700 Partner aus Hochschulen,  kleinen und mittleren Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Vereinen. Die Wirtschaft beteiligt sich finanziell mit insgesamt rund 55 Millionen Euro. Die LOEWE-Projekte strahlen durch Beteiligungen von Wissenschaftseinrichtungen und vielen kleinen und mittleren Unternehmen mittlerweile in alle hessischen Landkreise aus. 

Die Bilanz von LOEWE kann sich durchaus sehen lassen und zeigt wie erfolgreich unser Forschungsförderungsprogramm auch aus volkswirtschaftlicher Sicht arbeitet“, erläuterte Ministerpräsident Volker Bouffier. Die Wissenschaftseinrichtungen in Hessen betrachten LOEWE als strategisches Instrument für ihre Entwicklungsplanung. Sie bilden interdisziplinäre und standortübergreifende Forschungsverbünde. Nahezu alle LOEWE-Zentren und LOEWE-Schwerpunkte werden von solchen Verbünden getragen.

Erweiterung und Neuansiedlung von Forschungseinrichtungen

Hessen holt – dank des LOEWE-Programms  – auch bei der Erweiterung und Neuansiedlung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf: Zwei wissenschaftlich hervorragend aufgestellte LOEWE-Zentren in Frankfurt wurden bereits in die Leibniz-Gemeinschaft und damit in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern aufgenommen:

  1. das Zentrum „Individual Development and Adaptive Education of Children Risk“. Es wurde zum 1. Juli 2014 in das Leibniz-Institut Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung DIPF (Frankfurt) integriert.
  2. das Zentrum Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Es ist seit 1. Januar 2015 institutioneller Bestandteil der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Aufgrund des Finanzvolumens von knapp 6,5 Millionen Euro pro Jahr ist dies der bislang größte Erfolg des auf nachhaltige Strukturentwicklungen ausgerichteten LOEWE-Programms. Hierzu hat auch beigetragen, dass das Zentrum über modernste Infrastruktur in einem aus LOEWE-Mitteln finanzierten Neubau (rund 21 Millionen Euro) verfügt. 

„Das bundesweit einmalige Forschungsförderprogramm LOEWE ist ein Erfolgsmodell, das das Land Hessen voranbringt und dazu beiträgt, die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu stärken. Seit 2008 haben sich bereits mehrere hundert Gutachter aus dem In- und Ausland an LOEWE-Evaluierungen beteiligt. Der Programmbeirat und die Gutachtergruppen gewährleisten die hohe wissenschaftliche Qualität des LOEWE-Programms. Nur die kontinuierliche Investition in den Ausbau unseres Vorsprungs in Wissenschaft, Forschung und Lehre sichert uns im Wettstreit um die klügsten Köpfe sowie als Wirtschaftsstandort unseren Platz in der Welt. Deshalb bin ich Ministerpräsident Bouffier dankbar, dass er entschieden hat LOEWE auch künftig als wichtiges Element der Forschungsförderung zu nutzen“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein. 

Die LOEWE-Woche

Vom 21. bis 28. August 2015 besuchen zahlreiche Mitglieder des Kabinetts herausragende Forschungsprojekte aus dem LOEWE-Programm. Ministerpräsident Volker Bouffier stellt das Forschungsförderungsprogramm in den Fokus seiner Sommerreise und besucht am 27. August  das LOEWE-Zentrum „Insektenbiotechnologie und Bioressourcen ZIB“ an der Universität in Gießen und an der Universität Marburg das LOEWE-Zentrum  „Synthetische Mikrobiologie“.

Wissenschaftsminister Boris Rhein besucht im Anschluss an die Pressekonferenz das LOEWE-Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie“ an der Universität Frankfurt.    

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