Startseite » Presse » Pressemitteilungen » Pressearchiv » Ministerpräsident Bouffier und Staatsminister Al-Wazir stellen Zukunftsmonitor für Hessen vor
dimap-Umfrage

Ministerpräsident Bouffier und Staatsminister Al-Wazir stellen Zukunftsmonitor für Hessen vor

02.09.2016Hessische Staatskanzlei

„75 Prozent der Menschen in Hessen fühlen sich sicher und lassen sich nicht in ihrem Lebenswandel einschränken.“

fotolia_39231792_s.jpg

Eine Hand berührt eine Lichtlinie
© lassedesignen / Fotolia.com

„Nach einer aktuellen Bevölkerungsbefragung fühlen sich 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Hessen wohl und erwarten zu 89 Prozent eine positive Zukunftsperspektive für sich und ihre Familien – kurzum, die Menschen leben gerne hier und sehen positiv in die Zukunft. Dies bestätigen auch die weiteren Parameter, die abgefragt wurden. Dreiviertel der Menschen fühlen sich auf öffentlichen Straßen und Plätzen sicher – ein beachtlicher Wert angesichts der schrecklichen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit. Die Digitalisierung wird von der Mehrheit als positives Zukunftsthema gesehen, aber zunehmend wachsen die Sorgen im Hinblick auf das soziale Miteinander und die Datensicherheit im Netz. Positiv ragt die Umweltqualität heraus. Die große Mehrheit sieht die Umwelt in einem guten Zustand“, so fassten der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir die Ergebnisse des Zukunftsmonitor Hessen 2016 zusammen.

Schwerpunkte des Zukunftsmonitors sind die öffentliche Sicherheit, der Wirtschaftsstandort Hessen sowie Fragen zur Digitalisierung und zum Umwelt- und Klimaschutz. Alle Ergebnisse sind auf den Internetseiten des Landes vollumfänglich verfügbar.

Die Hessische Staatskanzlei hat die repräsentative Bevölkerungsbefragung heute veröffentlicht. Insgesamt wurden 1.102 über 18-jährige Bürgerinnen und Bürger vom 8. bis 19. August 2016 durch das Meinungsforschungsinstitut „dimap“ per Telefoninterview befragt. „Die aktuelle Studie dient dazu, langfristige Trends im Befinden der Bevölkerung abzulesen und aufzuzeigen, wo es Veränderungen gibt. All dies hilft dabei Schlussfolgerungen für die politische Arbeit zu ziehen. Insgesamt bestätigt der Zukunftsmonitor 2016, dass die positiven Ergebnisse der Vorgängerstudien aus den Jahren 2012 und 2013 mehr als nur Momentaufnahmen waren: Die Menschen blicken mit viel Optimismus auf ihr Land. Im Vergleich zu den Vorjahren und trotz der aktuellen Herausforderungen ist dieser Wert um starke 6 Prozentpunkte auf 89 Prozent gestiegen. Das ist ein bemerkenswerter Befund der Befragung. Dies bestätigt auch die 95 prozentige Zustimmung zur Frage, ob die Menschen gerne hier leben, die damit weiterhin unverändert zu den bisherigen Umfragen der Vorjahre auf einem sehr hohen Niveau liegt“, führte Regierungschef Volker Bouffier weiter aus.

„Ein wichtiger Grund für die Zuversicht der Bürgerinnen und Bürger ist der hohe Lebensstandard in Hessen. Fast 90 Prozent der befragten Frauen und Männer bewerten die gegenwärtige wirtschaftliche Lage als eher gut bis sehr gut. Diese positiven Einschätzungen sind auch der Wirtschaftsstärke und der guten Arbeitsmarktlage geschuldet“, ergänzte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Dieses Ergebnis wirft auch ein positives Licht auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Zahlen belegen, dass trotz aller Herausforderungen, vor denen wir stehen, eine positive Grundstimmung im Land herrscht. Bouffier und Al-Wazir betonten: „Es ist erfreulich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Hessen für populistische Stimmungsmache nicht anfällig ist und sich nicht gegeneinander ausspielen lässt.“ Die Ergebnisse des Zukunftsmonitors zeigten, dass die Menschen ein gutes Gespür für die positive Lage im Land hätten.

Die Umfrage brachte interessante Resultate aus verschiedenen Politikbereichen hervor, die ein differenziertes Bild der Hessinnen und Hessen zu den abgefragten Themen zeigen:

Digitalisierung

Eines der herausragenden Themen der Gegenwart und Zukunft ist die Digitalisierung. Der vorliegende Zukunftsmonitor hat insgesamt im Rahmen von 19 Einzelfragen zu diesem Komplex die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger abgefragt. „Wir wollten die Hoffnungen und Sorgen der Hessinnen und Hessen bei diesem wichtigen Thema besser kennenlernen. Arbeit und Freizeit werden massiv durch die Digitalisierung beeinflusst. Deshalb war es uns wichtig Informationen zu erhalten, wo und wie die Politik diese Entwicklung begleiten kann“, so Ministerpräsident Bouffier. Es hat sich gezeigt, dass die Mehrheit sehr große oder große Hoffnungen mit den digitalen Medien verbindet. Die weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten, die größere Flexibilität und die Chancen für das Berufsleben werden sehr positiv eingeschätzt. „Es ist beeindruckend zu sehen, dass über alle Altersklassen hinweg, eine positive Grundhaltung zu Digitalisierung besteht“, so der Ministerpräsident.

Die Hoffnungen der Befragten in die fortschreitende Digitalisierung sind breit gefächert und ausgeprägt. Sie reichen von dem Wunsch, praktisch mit jedem überall auf der Welt kommunizieren zu können (70 Prozent der Befragten haben große bis sehr große Hoffnungen), bis zu dem Aspekt, dass der Alltag durch den Einsatz digitaler Technik erleichtert wird (darin setzen 64 Prozent der Befragten große Hoffnungen). Eine tiefergehende Betrachtung der Zahlen zeigt, dass die positiven Erwartungen bei Jung und Alt, bei Frau und Mann jeweils ähnlich gelagert sind. Gerade bei den Jüngeren sind die Hoffnungen am größten, dass die digitale Technik auch neue Arbeitsplätz schafft (78 Prozent der 18-24Jährigen).

Die Umfrage belegt valide, dass die Kommunikation in den sozialen Netzwerken auch Schattenseiten hat, die immer deutlicher zu Tage treten. Dass jeder seine Meinung in den sogenannten sozialen Netzwerken anonym kundtun kann, wird mehrheitlich eher kritisch gesehen, gleich welchen Alters oder Geschlechts (85 Prozent der Befragten bereitet dies Sorgen). „Es verwundert nicht, dass die Verrohung der Sitten in den vermeintlich sozialen Netzwerken aufgrund der Anonymität mit großer Sorge betrachtet wird. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wieder mehr Respekt im gegenseitigen Umgang miteinander zu haben“, appelliert Ministerpräsident Volker Bouffier. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die bald beginnende Respekt-Kampagne des Landes, die auch diesen Bereich nicht außer Acht lassen wird. „Nur, dann, wenn es gelingt, dass auch im Netz das Miteinander sich an den Gepflogenheiten der realen Welt orientiert, werden die Vorteile der digitalen Kommunikation bestehen bleiben“, so Wirtschaftsminister Al-Wazir.

Und zunehmend zeigt sich auch ein Bewusstsein für die Gefahren des Missbrauchs von Daten und der zunehmenden Fülle von Informationen, die jeder über sich im Netz hinterlässt. So betrachten 75 Prozent der Befragten mit Sorge, dass Menschen immer „gläserner“ werden und die Privatsphäre darunter leidet. Sowohl Ministerpräsident Bouffier als auch Staatsminister Al-Wazir zeigten sich bestätigt, dass sie mit der „Digitalstrategie“ des Landes den richtigen Weg eingeschlagen haben. „Die Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung und insbesondere des Netzausbaus einerseits und zur Bekämpfung der Cybersicherheit und Stärkung des Datenschutzes andererseits gehen genau in die richtige Richtung. Die Umfrage zeigt, dass die Bürger hier zu Recht ein hohes Engagement der Landesregierung erwarten können.“

Sicherheit

75 Prozent der Hessen fühlen sich auf öffentlichen Straßen und Plätzen sicher. Damit ist das Sicherheitsgefühl im Vergleich zur dimap-Umfrage vom Januar 2016 um 5 Prozent leicht gestiegen. „In schwierigen Zeiten ist dieser Wert keineswegs selbstverständlich“, resümiert Hessens Ministerpräsident. Erfreulich ist besonders, dass lediglich ein Drittel der Befragten angaben, dass sie große Menschenansammlungen, z.B. auf Wochenmärkten oder Bahnhöfen, meiden. „Dies zeigt, dass sich die Menschen vom Terrorismus nicht einschüchtern lassen und Lebensfreude und das gesellschaftliche Miteinander erhalten bleibt. Dennoch gilt es wachsam zu sein und die Sicherheitsbehörden zu stärken“, so Ministerpräsident Bouffier. Diese Ansicht teilt die weit überwiegende Zahl der Befragten, die ebenfalls der Auffassung sind, dass die Anstrengungen für die Sicherheit weiter verstärkt werden müssen. Zumal insbesondere die Angst vor Terroranschlägen weiterhin vorhanden ist, wie die Umfrage belegt. 61 Prozent der Befragten gaben an, sich davor zu fürchten. Dies ist jedoch nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleich. Die Angst vor Terror ist beispielsweise besonders ausgeprägt bei Über-60Jährigen (68 Prozent). Die Details der Befragung lassen auch erkennen, dass besonders arbeitslose Menschen deutlich mehr Angst vor Terroranschlägen haben als Menschen mit einem positiveren Lebensumfeld. Die persönlichen Lebensumstände und die Einstellung zum Leben wirken sich demnach auch auf das Sicherheitsgefühl aus. Dies ist ein bemerkenswerter Befund. Der Unterschied von Männern und Frauen hingegen ist dabei mit 15 Prozent zu 21 Prozent eher gering.

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Lage ist nach Meinung der Befragten mit 89 Prozent eher gut bis sehr gut, nur 8 Prozent sehen diese als eher schlecht an. „Das sind herausragende Werte, die zeigen, wie gut unser Land dasteht. Aber sie sind auch Verpflichtung, die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin zu stärken“, betonte der Hessische Wirtschaftsminister. Der Zukunftsmonitor gibt Hinweise darauf, wo auch künftig Investitionen wichtig sind. Bildung und Wissenschaft stehen dabei bei den Befragten an oberster Stelle. „Es war richtig, von Beginn der Legislaturperiode an, den Schwerpunkte auf Bildung und Wissenschaft zu legen: 88 Prozent der Befragten halten es nach wie vor für wichtig, dass hier investiert wird“, so der Hessische Ministerpräsident. Aber auch Investitionen in den Ausbau und Erhalt von Straßen sichern den Wirtschatstandort Hessen, davon zeigten sich 88 Prozent überzeugt. Der Ausbau der regenerativen Energien in Hessen erreicht mit 79 Prozent ebenfalls hohe Zustimmungswerte. Etwas geringer hingegen wird der Ausbau schneller Internetverbindungen bewertet: Immerhin 70 Prozent halten die „Straßen der Zukunft“ für einen Bereich, in dem vor allem investiert werden soll. Bemerkenswert, dass dieser Wert im Zukunftsmonitor 2012 nur 57 Prozent betrug. Das zeigt deutlich die Zunahme des Stellenwertes, den schnelles Internet für den Wirtschaftsstandort Hessen bedeutet. „Dies bestätigt uns darin, die Anstrengungen in diesem Bereich weiter zu intensivieren. Unser Ziel ist es, bis Ende 2018 flächendeckend alle hessischen Haushalte im Land mit Hochgeschwindigkeitsinternetanschlüsse zu versorgen“, so Wirtschaftsminister Al-Wazir. Der Langzeitvergleich zeigt noch eine Auffälligkeit: Während im November 2012 die Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt mur 54 Prozent der Befragten als einen Bereich ansahen, in den vor allem investiert werden sollte, sind dies jetzt 65 Prozent. „Die Zunahme ist sicherlich auch den gegenwärtigen Entwicklungen im Hinblick auf die Börsenfusion und den Brexit geschuldet. Es ist aber auch ein klarer Auftrag an die Landesregierung, hier weiterhin hoch engagiert für die Stärkung des Finanzplatzes zu arbeiten“, so Al-Wazir weiter.

Umwelt

Anhand der Umfrageergebnisse ist festzustellen: Die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes hat für die Bevölkerung einen hohen Stellenwert. In allen abgefragten Bereichen halten die Hessen die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes für wichtig oder gar besonders wichtig.  So ist der Schutz der Umwelt beim Erhalt der Gesundheit (97 Prozent), der persönlichen Lebenszufriedenheit (92 Prozent), dem Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen (ebenfalls 92 Prozent) und der Stärkung der Hessischen Wirtschaft (88 Prozent) von hoher Bedeutung. Die Thematik ist somit nachweislich kein politisches Randthema, sondern betrifft einen Kernbestand des Alltagslebens der Mehrheit der Menschen. „Es ist deshalb erfreulich, dass auch die zweite Frage in diesem Themenblock gute Ergebnisse zeigt: Die Umweltqualität in ihrer unmittelbaren Umgebung beurteilen die Befragten mit beachtlichen 89 Prozent als eher gut bzw. sehr gut. Ein herausragender Wert, der in allen Gegenden und Regionen dieses Landes erzielt werden konnte. Das ist auch mit ein Erfolg der Prioritätensetzung dieser Landesregierung“, so Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir. 

Kontakt für Pressevertreter