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Welterbe

Künstlerkolonie Mathildenhöhe auf offizieller Vorschlagsliste für UNESCO-Welterbe

Blick auf den Eingang mit den beiden Portalfiguren
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Ernst-Ludwig-Haus
© Alex Deppert / Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Stadt Darmstadt

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein begrüßt den aktuell gefassten Beschluss der Kultusministerkonferenz, die Künstlerkolonie Darmstadt Mathildenhöhe auf die offizielle Vorschlagsliste Deutschlands für künftige UNESCO-Welterbestätten zu setzen.

Zentrum des Jugendstils

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Mit der offiziellen Aufnahme ist der Welterbe-Status dieser einzigartigen Künstlerkolonie in greifbare Nähe gerückt. Die Kultusministerkonferenz würdigt damit die weltweite Bedeutung der Mathildenhöhe als Zentrum des Jugendstils. Die Künstlerkolonie ist ein Markstein in der Entwicklung der Künste und Architektur auf dem Weg in die Moderne des 20. Jahrhunderts und gilt darüber hinaus zugleich als hervorragendes Beispiel eines architektonisch geschlossenen Bauensembles.“

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen hatte die Darmstädter Künstlerkolonie 1899 ins Leben gerufen, um die damals als rückständig geltende Industrie mit kreativen Ideen zu inspirieren. Das Konzept ging auf, die hessische Kunstgewerbe- und Möbelindustrie nahm in den folgenden Jahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges einen deutlichen Aufschwung.

Auf der Mathildenhöhe entstanden beispielsweise das Atelierhaus als Mittelpunkt der Künstlerkolonie sowie als sichtbares Wahrzeichen der Hochzeitsturm. Außerdem hatten die sieben Künstler – Peter Behrens, Rudolf Bosselt, Paul Bürck, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich die Möglichkeit, eigene Häuser zu bauen. Die Mathildenhöhe gilt als das kunsthistorisch bedeutendste und wertvollste erhaltene Jugendstil-Ensemble in Deutschland. Ihre Arbeiten präsentierten die Künstler bis zum Ende der Kolonie 1914 in insgesamt vier Ausstellungen.

Künstlerkolonie erfüllt UNESCO-Kriterien

Nach den UNESCO-Kriterien darf jeder Vertragsstaat pro Jahr eine potentielle Welterbestätte benennen. Voraussetzung dafür ist unter anderem der Nachweis des außergewöhnlichen universellen Wertes (OUV). Zudem muss das potentielle Welterbe eine Lücke in der Reihe der bereits als Welterbe benannten Stätten schließen. Nach Auffassung des international besetzten Fachbeirates erfüllt die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt diese Kriterien in vollem Umfang. Die Kultusministerkonferenz hat deshalb jetzt beschlossen, die Bewerbung aus Hessen für das Jahr 2019 als Deutschen Beitrag auf die offizielle Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste zu setzen.

„Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe hat das Potential, die siebte Welterbestätte in Hessen zu werden. Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz unterstreicht einmal mehr die kulturhistorische Bedeutung Hessens mit seinen herausragenden Zeugnissen der Geschichte der Menschheit und der Natur“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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