Bauland- und Infrastrukturkonferenz

Kommunale Zusammenarbeit ist Voraussetzung für Wohnraumversorgung in Mittelhessen

Wohnungsbauministerin Priska Hinz wirbt bei zweiter Regionalkonferenz in Mittelhessen für engen Austausch zwischen Land, Kommunen und Wohnungswirtschaft

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Bau eines Mehrfamilienhauses
© Michael Jäger - lorhem, mitifo - Fotolia

„Mittelhessen rückt beim Wohnungsbau zunehmend in den Fokus – daher muss auch hier in regionalen Zusammenhängen gedacht werden“, erklärte Wohnungsbauministerin Priska Hinz bei der „Regionalen Bauland- und Infrastrukturkonferenz“ im mittelhessischen Gießen. Diese war die zweite von vier regionalen Konferenzen, die das zuständige Umweltministerium veranstaltet.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist zunächst eine Herausforderung der Universitätsstädte und Oberzentren Gießen, Marburg und Wetzlar. Aber nahezu alle Kommunen in Mittelhessen müssen sich um das Thema Wohnungsbau kümmern. Sei es im Bestand, durch Neubau oder im Hinblick auf die Art des Angebots zum Beispiel für ältere Bürgerinnen und Bürger. Eine ausgewogene Zusammenarbeit zwischen den Städten und ihrem Umland sollte in eine tragfähige Entwicklungsstrategie für Mittelhessen münden. „Mittelhessen zeichnet sich in besonderem Maß durch viele Kleinstädte mit Potenzial aus, die über eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, über ein breites Spektrum an Arbeitsplätzen, aber auch über moderne Wohngebiete sowie Schulen und Kitas verfügen. Von attraktiven Oberzentren und einem attraktiven Umland profitieren alle“, machte Priska Hinz deutlich.

„Die Baulandoffensive ist eine Erfolgsgeschichte."

„Es ist wichtig, dass es eine regional abgestimmte Vorgehensweise gibt, die wir dann mit den Bauland- und Infrastrukturkonferenzen unterstützen können“, erläuterte die Ministerin die Rolle der Regionalkonferenzen. Diese finden auf Anregung der Allianz für Wohnen zur besseren Vernetzung der Regionen bei Wohnungsbau und Infrastruktur statt. Die Konferenzen geben Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen kommunalen Vertretern, der Wohnungswirtschaft, Trägern von sozialen Einrichtungen und anderen Akteuren und sollen dazu beitragen, die Zusammenarbeit auszubauen. Das Land unterstützt so auch den Wissenstransfer in Sachen Wohnungsbau und Infrastruktur in Hessen.

Mit unterschiedlichen Instrumenten hilft das Land, für mehr Wohnraum zu sorgen oder das vorhandene Angebot an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Zum Beispiel über die Baulandoffensive: Kommunen werden dabei unterstützt, brachliegende und schwierige Grundstücke als Bauland zu erschließen. „Die Baulandoffensive ist eine Erfolgsgeschichte. Für zahlreiche Flächen wurden bereits Machbarkeitsstudien erstellt. Dieses Instrument kann auch in Mittelhessen helfen, Potentiale für Wohnungsbau zu erschließen. Darüber hinaus wird das Land auch eigene Grundstücke günstig an die Kommunen veräußern, wenn darauf geförderte Wohnungen entstehen“, machte Ministerin Hinz deutlich.

Nachhaltige Entwicklung der Zentren und Ortskerne

Auch im Rahmen der Förderprogramme der nachhaltigen Stadtentwicklung unterstützt das Land mittelhessische Kommunen Mittelhessen dabei, ihre Attraktivität als Lebensmittelpunkt für breite Schichten der Bevölkerung zu stärken und auszubauen. Die Förderung zielt auf die nachhaltige Entwicklung der Zentren und Ortskerne, auf die Stärkung von Einzelhandel und Kultur, auf die Erhaltung und Belebung öffentlicher (Grün)Räume und nicht zuletzt auf den Wohnungsbau in den Oberzentren und Kleinstädten Mittelhessens.

„Im Wohnungsbau haben wir die verschiedenen Förderprogramme ausgebaut sowie neue Maßnahmen auf den Weg gebracht und alles im Masterplan Wohnen gebündelt“, erklärte Ministerin Hinz. So wurden für die Förderprogramme „geringe Einkommen“, „mittlere Einkommen“, „studentisches Wohnen“ und „Modernisierung Mietwohnungen“ die Richtlinien zusammengeführt, vereinfacht und verbessert: Die Fördersätze wurden erhöht, die Förderzuschüsse steigen von 10 auf bis zu 25 Prozent und die Sozialbindung der Wohnungen wurde verlängert. 1,7 Milliarden Euro fließen in den geförderten sozialen Wohnungsbau. „Damit stellt das Land Mittel zur Verfügung um über 20.000 Wohnungen für über 60.000 Menschen zu bauen“, so Ministerin Hinz weiter.

Um in Regionen wie Mittelhessen die Herausforderungen steigender Mieten und Wohnungspreise in den Universitätsstädten auf der einen Seite, aber auch die Entwicklung vielfältiger Potenziale der zahlreichen Kleinstädte und die Revitalisierung eher ländlicher Gemeinden auf der anderen Seite anzupacken, muss es Bund, Land und Kommunen gelingen, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft und Versorgungsträgern künftige Wohn- und Infrastrukturbedarfe zu erkennen und zukunftsfähige Modelle für Wohnen und Arbeiten, z.B. durch gezielte Innenentwicklung, möglich zu machen. Ministerin Hinz betonte noch einmal, dass „die Kommunen über ihre Planungshoheit eine Schlüsselposition bei Stadtentwicklung, bei der Ausweisung von Bauland und dem Bau von Wohnungen hätten. Ich freue mich, dass wir mit der heutigen Konferenz einen Beitrag zu weiterhin konstruktiven Zusammenarbeit leisten“, so Priska Hinz abschließend.

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