Sprachförderung

Erfolgreicher Start des InteA-Programms

22.01.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz informiert sich über die Intensivsprachförderung an den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg

Kultusminister Lorz informiert sich über die Intensivsprachförderung an den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg
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Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat heute die Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg besucht. Rund fünf Monate nach dem Start des InteA-Programms (Integration und Abschluss) zum Schuljahr 2016/2017 informierte er sich über den aktuellen Stand der Beschulung der 16- bis 18-jährigen Flüchtlinge und Zuwanderer an der Berufsschule und zog dabei ein erstes überaus positives Fazit: „Ich bin wirklich begeistert, mit welchen Engagement hier alle Beteiligten sich der großen vor uns liegenden Aufgabe widmen, den vielen Flüchtlingen und Zuwanderern die deutsche Sprache zu vermitteln und sie somit in unsere Gesellschaft bestmöglich zu integrieren.“

InteA (Integration und Abschluss) ist ein wesentlicher Bestandteil des hessischen Gesamtsprachförderkonzepts, das an den beruflichen Schulen angesiedelt und zum aktuell laufenden Schuljahr gestartet ist. So besuchen aktuell rund 3.000 sogenannte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger eine der 210 InteA-Klassen in Hessen, für sie stehen 237 Lehrerstellen zur Verfügung. Ins Leben gerufen wurde der Baustein für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ab 16 Jahren bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres mit dem Ziel, ihnen grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache in Verbindung mit einem beruflichen Fachsprachenerwerb zu vermitteln und somit den Übergang in eine Berufsausbildung oder den Wechsel in einen anderen Bildungsgang zu ermöglichen und zu erleichtern. Die Förderung dauert in der Regel bis zu zwei Jahre. Unterstützung erfährt dieser Baustein durch ein sozialpädagogisches Angebot, welches durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration finanziert wird.

An den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg werden aktuell 105 Schülerinnen und Schüler in fünf InteA-Klassen von 15 Lehrkräften unterrichtet. Die Einrichtung einer sechsten Klasse ist zum Halbjahreswechsel am 1. Februar vorgesehen. Dem hoch motivierten und engagierten Kollegium stehen 20 Wochenstunden für Deutsch als Zweitsprache sowie acht weitere Stunden für einen sogenannten sprachsensiblen Fachunterricht zur Verfügung. Schwerpunktmäßig ist dies in Dillenburg Holztechnik, Bautechnik, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Körperpflege und ab Februar zusätzlich die Berufsfelder Metalltechnik, KFZ-Technik und Sozialpflege. Während im ersten Jahr vor allem die Sprachförderung im Mittelpunkt steht, zielt das zweite Jahr auch auf eine mögliche Spezialisierung und Orientierung für die jeweiligen Berufsfelder ab. So lernen die Schülerinnen und Schüler bereits früh die verschiedenen Berufsfelder kennen, erlernen Fachbegriffe, Fingerfertigkeiten, Arbeitsmoral und Arbeitsvorschriften und bekommen eine Vorstellung über ihre Interessen und Neigungen. Unterstützt wird der Unterricht durch Praktika im letzten Schulhalbjahr und eine Projektprüfung, die begleitend zur Hauptschulprüfung bzw. qualifizierten Hauptschulprüfung ablegt werden kann. „InteA ermöglicht es uns, junge Ausländerinnen und Ausländer auf dem Weg in unsere Gesellschaft und in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt umfassend zu unterstützen und somit auch einen guten Einstieg in eine duale Ausbildung zu fördern“, erklärte Schulleiter Paul Alhäuser.

Seit Schuljahresbeginn 80 neue InteA-Klassen in Hessen

„Allein seit dem Schuljahresbeginn im September hat sich die Anzahl der InteA-Gruppen von 129 auf nun 210 um etwa 60 Prozent erhöht. Diese Zahl bzw. diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, dass wir uns der Herausforderung stellen und mit unseren umfassenden schulischen Fördermaßnahmen in Hessen hervorragend aufgestellt sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch mit diesem letzten Baustein unseres Gesamtsprachförderkonzepts auf dem richtigen Weg sind“, so Lorz. Wie auch in den anderen schulischen Sprachfördermaßnahmen erfolgt bei InteA eine monatliche Anpassung der erforderlichen Lehrerstellen.

Zum Abschluss seines Besuchs dankte der Kultusminister der gesamten Schulgemeinde und den beteiligten Lehrkräften für den erfolgreichen Start von InteA in Dillenburg: „Die hier geleistete Arbeit ist wahrlich nicht selbstverständlich und verdient deshalb unsere besondere Wertschätzung und Beachtung. Ich nehme ein gutes Gefühl mit auf den Rückweg nach Wiesbaden und weiß, dass die vielen jungen Menschen nicht nur hier bei Ihnen in eine positive Zukunft blicken können.“

Hintergrund:

Die Gewerblichen Schulen Dillenburg sind eine Kreisberufsschule im Lahn-Dill-Kreis. 2.196 Auszubildende, Studierende sowie Schüler werden von 137 Lehrkräften in sieben Berufsfeldern, acht Schulformen und vielseitigen Maßnahmen in verschiedenen Fachrichtungen und Schwerpunkten unterrichtet. Die Schule arbeitet in beständiger und enger Kooperation mit den regionalen Betrieben und Institutionen, Gewerkschaften, Verbänden und sozialpädagogischen Einrichtungen sowie Ämtern und Behörden zusammen. Darüber hinaus sind die Gewerblichen Schulen seit mehreren Jahren zertifizierte Europaschule und pflegen intensive Kontakte und Partnerschaften mit anderen europäischen Bildungseinrichtungen.

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