Tierschutz

Ausstieg aus der Kükentötung – Hessen das einzige Bundesland mit rechtskräftigem Verbot

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Frisch geschlüpfte Küken
Frisch geschlüpfte Küken
© kharhan - Fotolia

Nach der Ankündigung des Bundesagrarministers Schmidt, zur Vermeidung der Tötung von Eintagsküken über 1 Mio. Euro in die Entwicklung eines Prototyps zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu geben, zeigt sich die für Tierschutz zuständige Ministerin Priska Hinz zufrieden. „Die Entscheidung ist eine gute und ein Schritt hin zu mehr Tierschutz. Denn mit dem vom Bund erteilten Mitteln rückt der Ausstieg aus der systematischen Tötung von Eintagsküken in greifbare Nähe“. Hessen hatte die Forschung der Uni Leipzig bereits 2004 initiiert und zunächst als einziges Bundesland mitfinanziert.

Hessen ist auch das einzige Bundesland, das ein rechtskräftiges Verbot zur Beendigung der Tötung männlicher Küken erlassen hat: „Wir haben in dem Erlass festgehalten, dass ein marktreifes Verfahren unverzüglich von der Brüterei angewendet werden muss, damit endlich Schluss ist mit der Tötung von Eintagsküken! Wir hoffen, dass dies ab 2017 der Fall sein wird!“

Hintergrund:

Die extreme Leistungszucht in der Geflügelwirtschaft hat dazu geführt, dass einerseits Hühnerlinien mit hoher Legeleistung, andererseits schnell wachsende Mastlinien mit hohem Brustfleischanteil verwendet werden. Da sich die männlichen Küken der Legelinien weniger Fleisch ansetzen, argumentiert die Geflügelwirtschaft damit, dass sich deren Mast nicht rechne. Darum wurden diese gesunden Küken Jahrzehnte lang systematisch nach dem Schlupf aussortiert und getötet.

Dieses Vorgehen wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. In Deutschland werden jährlich etwa 40 Millionen männliche Eintagsküken getötet. Früher wurden die Küken überwiegend wie Müll entsorgt, heute werden sie teilweise verfüttert. In Hessen steht eine der größten Brütereien Deutschlands, mit 15 Millionen getöteten Küken pro Jahr.

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