E-Government

3 Gründungsmitglieder = 1 neue IT-Genossenschaft: Die KOPIT eG

18.06.2015Hessisches Ministerium der Finanzen

Goethe-Universität Frankfurt, ekom21 und das Land Hessen gründen IT-Kooperationsplattform für öffentliche Auftraggeber

Gründung KOPITeG Finanzminister Schäfer

Heute wurde die  KOPIT eG (Kooperationsplattform IT öffentliche Auftraggeber) in Wiesbaden gegründet.
Zeitgemäße Form der Kooperation für eine moderne Verwaltung: Vertreter des Landes Hessen, der Goethe-Universität Frankfurt sowie der ekom21 haben heute die KOPIT eG („Kooperationsplattform IT öffentliche Auftraggeber“) gegründet. Mit dabei: Finanzminister und CIO des Landes Hessen, Dr. Thomas Schäfer (1.v.l.).
© Andreas Stampp / HZD

Die ständig fortschreitende technologische Entwicklung und die zunehmende Etablierung des digitalen Verwaltungshandelns (E-Government) erfordern zwischen den öffentlichen IT-Trägern neue Formen der Zusammenarbeit. Aus diesem Grund wurde heute in Wiesbaden die KOPIT eG (Kurzform für „Kooperationsplattform IT öffentliche Auftraggeber“) gegründet. Die neue eingetragene Gesellschaft soll zukünftig die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informationstechnologie zwischen dem Land Hessen, den hessischen Kommunalverwaltungen, den Universitäten sowie weiteren öffentlich rechtlichen Institutionen fördern. Gründungsmitglieder der KOPIT eG sind zum einen das Land Hessen, vertreten durch die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD), sowie die ekom21 – KGRZ Hessen (Körperschaft des öffentlichen Rechts) und die Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Neue Genossenschaft bündelt Beschaffung von Hard- und Software sowie IT-Dienstleistungen

„Aufgabe der Genossenschaft ist die gemeinsame Beschaffung von Hard- und Software sowie IT-Dienstleistungen aller Art“, berichtete Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der zugleich Chief Information Officer (CIO) und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie des Landes ist. Schäfer erklärte weiter: „Die neue Gesellschaft schaut im Einzelnen, welchen Bedarf ihre Mitglieder haben und ob es dann vorteilhafter ist, eine gemeinsame Anschaffung zu tätigen. Anschließend führt sie auch die Vergabeverfahren für ihre Mitglieder durch. Weitere Leistungen und gemeinsame Aktivitäten der Mitglieder sollen entwickelt werden. Die KOPIT eG wird darüber hinaus auch als Plattform zum Erfahrungsaustausch und Transfer von Informationen und Wissen rund um die Informationstechnologie dienen.“

Hessens Finanzminister und CIO zeigte sich von den Vorteilen, die eine derartige Gesellschaft mit sich bringt, überzeugt: „Die KOPIT soll Zeit und Geld sparen. Unser Ziel ist es, zukünftige IT-Kooperationen über die Verwaltungsebenen hinweg, ohne die üblicherweise langwierigen Entscheidungsprozesse und komplexen Organisations- und Finanzierungsfragen, noch effektiver und wirtschaftlicher realisieren zu können. Der Nutzen für die KOPIT-Mitglieder liegt unter anderem in der zu erwartenden Reduzierung von Beschaffungspreisen bei IT-Produkten bzw. -Dienstleistungen.“

KOPITeG soll Kostenvorteile für ihre Mitglieder bringen und Wissenstransfer unterstützen

Auch Bertram Huke, Direktor der ekom21 – KGRZ Hessen, dem größten kommunalen IT-Dienstleister des Landes, hat die Wirtschaftlichkeit fest im Blick: „Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Durch gemeinsame Beschaffungen, Zusammenarbeit bei Vergaben und Services sowie gegenseitigen Wissenstransfer ist die KOPIT darauf ausgerichtet, enorme Kostenvorteile für ihre Mitglieder zu erbringen“. Prof. Enrico Schleiff, der für IT zuständige Vizepräsident der Goethe-Universität, sagte: „Als größte hessische Universität beteiligen wir uns an KOPIT, weil wir darin die Chance für eine vernetztere IT-Infrastruktur zwischen öffentlichen Einrichtungen sowie ein erhebliches Potenzial für Kosteneinsparungen sehen.“

Die föderale Struktur von Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene bringt eine Vielzahl von IT-Providern mit ähnlichen Aufgaben und Anforderungen hervor. Ein Aspekt, den der Direktor der HZD, Joachim Kaiser, in seinen Ausführungen unter anderem ansprach: „Ich sehe zahlreiche Chancen, die die Gründung der KOPIT eG für das Land Hessen und die HZD bietet. Um nur drei zu nennen: Die Genossenschaft kann einen Beitrag dazu leisten, die heterogenen IT-Strukturen innerhalb des Landes zu homogenisieren und gemeinsame Standards zu setzen. Die gebündelte IT-Beschaffung der Mitglieder bringt unmittelbare wirtschaftliche Vorteile für Hessen.  Außerdem eröffnet die Kooperation neue Möglichkeiten bei der Durchführung von gemeinsamen IT-Projekten und der Entwicklung neuer IT-Verfahren und IT-Produkte im öffentlichen Bereich“, so der Direktor der HZD.

Innerhalb der hessischen Verwaltungen besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit der Landes- und Kommunalebene im IT-Bereich. Das Land Hessen sowie die ekom21 – KGRZ Hessen kooperieren eng im Bereich der gemeinsamen Ausschreibungen, der Öffentlichkeitsarbeit sowie beim Wissenstransfer. Durch die Gründung der KOPIT eG soll diese Zusammenarbeit gestärkt, ausgebaut und um den Bereich Forschung und Lehre erweitert werden. Mitglieder der Genossenschaft können grundsätzlich alle öffentlich rechtlichen Institutionen und solche Unternehmen in privatrechtlich verfassten Rechtsformen werden, die originär dem öffentlichen Vergaberecht unterliegen.

Bei der heutigen Gründungsversammlung und anschließenden ersten Generalversammlung der KOPIT eG im Hessischen Ministerium der Finanzen in Wiesbaden konstituierte sich auch der Vorstand, dem Bertram Huke (Direktor der ekom21– KGRZ Hessen) und Dr. Johann Schweinitz (HZD, bevollmächtigt für das Land Hessen) angehören.

Die Gründungsmitglieder

Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) vertritt das Land Hessen in der KOPIT eG. Die HZD ist ein in Deutschland führender IT-Dienstleister für die öffentliche Verwaltung. Das gilt insbesondere für die Bereiche der Softwareentwicklung, IT-Produktion, Projektberatung und –Durchführung. Die HZD verfügt über eine umfassende Vergabeerfahrung im IT-Bereich. Als zentraler IT-Dienstleister bedient sie alle Ressorts des Landes Hessen. Dazu gehören Systemhausleistungen von der Planung bis zur Entwicklung und Produktion, Dienstleistung für alle Ressorts (Steuerverwaltungs-, Polizei-, Justiz-, Geoinformations-, Dokumentenmanagement-, Lehrer- und Schüler-Managementsysteme, SAP-basierte Systeme, usw.), Green IT, Virtualisierung der Rechner- und Speicherleistung, Virtuelle Desktops, Verwaltungs-PC-Service (> 50.000) und Druckservice für die Landesdienststellen.

Die ekom21 – KGRZ Hessen (Körperschaft des öffentlichen Rechts) ist der drittgrößte kommunale IT-Dienstleister in Deutschland. Hervorgegangen aus den Kommunalen Gebietsrechenzentren, bietet die ekom21 – KGRZ Hessen (Körperschaft des öffentlichen Rechts) für ihre Kunden ein umfangreiches Produkt-, Lösungs- und Dienstleistungsportfolio an. Dazu gehören Beschaffung und Bereitstellung von informationstechnischen Anlagen und Lösungen sowie Entwicklung, Wartung und Vertrieb von ganzheitlichen und innovativen Lösungen. Die ekom21 – KGRZ Hessen (Körperschaft des öffentlichen Rechts) betreut über 700 Kunden mit über 30.000 Anwendern in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zu den kommunalen Kunden gehören Landkreise, Städte, Gemeinden, kommunale Eigenbetriebe, Zweckverbände, Anstalten, Krankenhäuser, Heime und andere öffentliche Einrichtungen.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt und mit über 45.000 Studierenden die drittgrößte Universität Deutschlands. In der hessischen LOEWE-Offensive überzeugen die Universität und ihre Partner mit vier Zentren und sieben Schwerpunkten. An der Universität Frankfurt wurden seit 2010 umfassende Erkenntnisse in der Nutzung des Cloud Computing in der Forschungsgemeinschaft Frankfurt Cloud gewonnen. Die Bereitstellung von Rechenleistung für Forschungsprojekte sowie deren Verwaltung, Sicherheit und Administration sind ein Schwerpunkt.

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