Nachhaltigkeit im Wald – seit 250 Jahren modern

250. Geburtstag von Georg Ludwig Hartig

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Wald mit Blick auf den Edersee - © Nationalpark Kellerwald-Edersee
Wald mit Blick auf den Edersee
© Nationalpark Kellerwald-Edersee

Aus Anlass des 250. Geburtstages Georg Ludwig Hartigs fand heute, in seiner Geburtsstadt Gladenbach, eine Festveranstaltung mit 250 Gästen statt. Hartig gilt als der bedeutendste „forstliche Klassiker“ und als einer der Begründer des Gedankens der forstlichen Nachhaltigkeit.

Umweltministerin Priska Hinz würdigte in einer Ansprache die Verdienste Hartigs und nutze die Gelegenheit die aktuelle Forstpolitik der hessischen Landesregierung vorzustellen. „Die Neuausrichtung der Landesrichtlinien zur Waldbewirtschaftung sind ganz im Sinne Georg Ludwig Hartwigs. Er würde sich darüber sicherlich freuen. Denn mit der schrittweisen Zertifizierung des hessischen Staatswaldes nach den FSC-Kriterien erreichen wir eine neue Stufe in der nachhaltigen Bewirtschaftung der heimischen Wälder.“ Die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes zeichnet sich besonders durch die Stilllegung von bis zu 8% der Fläche und der Stärkung des Bannwaldschutzes aus.

Nachhaltigkeit - Leitprinzip der Forstwirtschaft.

Durch seinen unermüdlichen Einsatz machte er Nachhaltigkeit zum Leitprinzip der Forstwirtschaft. „Sein Einfluss auf eine geregelte, langfristige Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland und der Welt ist nicht zu unterschätzen.“, betonte Carsten Wilke, Vorstandsvorsitzender der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung.

Die Festredner Dr. Joachim Hamberger von der Bayrischen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Prof. Dr. Norbert Weber von der TU Dresden referierten über die Bedeutung Hartigs für die Entwicklung eines forstlichen Berufsbildes und die Nutzung von Holz als wichtigster nachwachsender Rohstoff im gesamtgesellschaftlichen Kontext.

Verleihung des Georg-Ludwig-Hartig-Preises

Im Rahmen der Feier wurde Herrn Prof. Dr. Rödig der mit 5.000 € dotierte Georg-Ludwig-Hartig-Preis verliehen. Herr Rödig hat sich in seinem Berufsleben in vielfältiger Weise um den Wald und die multifunktionale, nachhaltige Forstwirtschaft in Hessen verdient gemacht. Seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge im Ökosystem Wald zu erkennen, aus ihnen Schlussfolgerungen zu ziehen und diese einer größeren Öffentlichkeit näherzubringen machte neben der wirkungsvollen, umfassenden Arbeit in zahlreichen Bereichen und Funktionen seine Würdigung aus.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Berthold Riedesel Freiherr zu Eisenbach würdigte in seiner Laudatio die Leistungen Prof. Dr. Rödigs, da er sich aus Sicht der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung in besonderem Maße um die Nachhaltigkeit im Sinne Hartigs verdient gemacht hat.

Zum Lebenslauf von Prof. Dr. Rödigs

Er promovierte nach einem Studium der Forstwissenschaften 1962 an der Universität Freiburg und arbeitete, seinem Referendariat folgend, 20 Jahre lang, anfangs als Forsteinrichter, ab 1971 als Dezernatsleiter, für die Hessische Forsteinrichtungsanstalt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren dort u.a. die Automatisierung der Aufstellung von forstlichen Flächenwerken, Rationalisierung der Kartenproduktion, die Landesinventurleitung der Bundeswaldinventur und das Vergleichsprojekt Naturgemäße Waldwirtschaft.

Seit 1985 nahm Prof. Dr. Rödig einen Lehrauftrag an der Universität Gießen wahr, wo er auch im Fachbereich Umweltsicherung habilitierte. Von 1988 bis zu seinem Ruhestand war er weiterhin Waldbaureferent in der Forstabteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten. Untrennbar mit seinem Namen sind auch zahlreiche Veröffentlichungen und Vorgaben wie zum Beispiel die Richtlinien zur Bewirtschaftung des Staatswaldes, die Waldbaufibel oder die Hessischen Anweisungen für Forsteinrichtungsarbeiten verbunden.

Gleichzeitig mit der Veranstaltung wurde eine Ausstellung über Georg Ludwig Hartig eröffnet, welche die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gladenbach über sein Leben und Wirken informiert. Am Nachmittag rundete eine Exkursion in der Umgebung von Gladenbach zu forsthistorisch interessanten Stätten die Veranstaltung ab.

Hintergrund:

Die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung ist eine landeseigene Stiftung. Sie vergibt den Preis alle zwei Jahre und fördert die Stiftung „Arbeiten forstlicher Nachwuchskräfte“, die im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens tätig sind. Um das literarische Werk Hartigs eine breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sammelt und veröffentlicht die Stiftung außerdem die Bücher Hartigs.

Georg Ludwig Hartig wurde 1764 im hessischen Gladenbach geboren. Er wirkte als Oberförster in Hungen, war Landforstmeister im damals nassauischen Dillenburg, Oberforstrat in der württembergischen Forstverwaltung und ab 1811 Leiter der preußischen Forstverwaltung. 1821 richtete er an der Universität in Berlin einen Lehrstuhl für Forstwirtschaft ein, aus dem wenige Jahre später die Forstliche Hochschule Eberswalde wurde. Nach dem Tod Hartigs 1837 wurde sein Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin vom Senat der Stadt als Ehrengrab gewidmet.

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