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Regierungserklärung

Zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler: Herausforderungen meistern – Bildungsqualität stärken!

26.09.2017Hessisches Kultusministerium

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Präsident!

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete!

Wir erleben derzeit einen immer rasanteren gesellschaftlichen Wandel, sei es ein Wandel der Arbeitswelt, der Berufsbilder und des Erwerbslebens, etwa aufgrund des Digitalisierungsprozesses. Aber wir erleben auch einen Wandel im Familienleben, vor allem weil immer mehr Eltern zu gleichen Teilen arbeiten gehen. Nicht zuletzt tragen auch die Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen zu diesem gesamtgesellschaftlichen Prozess bei.

Dieser Wandel birgt erhebliche Chancen, denn ohne Wandel gibt es keine Entwicklung und keinen Fortschritt. Dieser Wandel birgt aber auch Risiken, weil er die Anforderung stellt, Qualifikationen und Erfahrungen immer wieder anzupassen.

Mit dem derzeitigen Wandel der Arbeits- und Berufswelt und des gesellschaftlichen Lebens insgesamt verändert sich in vielen Bereichen auch die Schule.

Wir als Hessische Landesregierung stellen uns den damit verbundenen Herausforderungen! Wir haben uns dafür entschieden, den Wandel als Chance zu begreifen und ihn in unseren Schulen im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler proaktiv zu gestalten.

Was kann und soll Schule in dieser sich ständig wandelnden Welt leisten?

Schule muss ein umfassendes Ziel verfolgen, nämlich eine qualitativ hochwertige Bildung und Ausbildung der Gesamtheit aller charakteristischen Eigenschaften eines Menschen. Das wollen wir als Hessische Landesregierung.

Die bestmögliche Bildung in diesem Sinne erreichen wir für unsere Schülerinnen und Schüler durch die bestmögliche Qualität der Arbeit an und in unseren Schulen.

So lautet auch für dieses neue Schuljahr die zentrale Frage: Wie können wir unsere Schulen und Lehrkräfte so unterstützen, dass sie ihr Leistungsvermögen, ihre ganze Qualität voll zum Einsatz bringen können?

Denn dies muss unser vordringlichstes Ziel sein. Nur durch eine hohe Qualität von Schule und Unterricht können unsere Kinder und Jugendlichen ihre vielfältigen Potentiale in ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung bestmöglich entfalten.

Aus diesem Grund ist einer unserer Leitgedanken für jegliche Gestaltung von Wan-del in der hessischen Bildungslandschaft die optimale individuelle Förderung der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Wir möchten sie zu mündigen, eigenständig denkenden und sozial handelnden Erwachsenen heranbilden. Das bedeutet, dass die Qualität jeder schulischen Arbeit – ob der Einzelschule oder jeder einzelnen Lehrerin und jedes einzelnen Lehrers – sich daran auszurichten hat.

Die Bildungspolitik der hessischen Landesregierung und der sie tragenden Koalition aus BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU wird von zwei Grundsätzen geprägt: Das ist zum einen die Bewahrung des Bewährten, denn wir haben bereits sehr viel erreicht.

Und zweitens geht es um Innovation mit Augenmaß überall dort, wo es sinnvoll und notwendig ist.

Die Novellierung des Hessischen Schulgesetzes in diesem Frühjahr verfolgt deshalb drei wesentliche Leitlinien im Hinblick auf die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an unseren Schulen, wie ich sie schon bei der Verabschiedung des Schul-gesetzes im Mai verkündet habe, die ich aber heute gerne noch einmal betone, da sie die Grundlage unseres Handelns bilden:

  1. Die Stärkung der Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit im hessischen Bildungssystem
  2. Die bestmögliche individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler
  3. Die Sicherung und Entwicklung der Qualität von Schule und Unterricht

Lassen Sie mich diese Leitlinien im Folgenden anhand verschiedener Maßnahmen-pakete verdeutlichen, mit deren Hilfe wir die großen Themen des gesellschaftlichen Wandels im Bereich der Bildung erfolgreich gestalten werden:

Wir haben für unsere angehenden Lehrerinnen und Lehrer mit der 1. und 2. Phase ihrer Ausbildung nicht nur eine bewährte, sondern auch eine qualitativ sehr gute Ausbildung. Was im Studium und im Referendariat an Inhalten und Methoden vermittelt wird, ist als Grundausstattung gut, richtig und wichtig. Aber Gutes kann man immer noch besser machen; vor allem in diesen von mir zu Beginn angesprochenen schnelllebigen Zeiten. 

Von daher setzen wir hinsichtlich unserer Qualitätsoffensive bei der Fortbildung und Beratung nicht auf die einzelnen Lehrkräfte im Sinne von Einzelkämpfern, sondern möglichst auf ganze Kollegien. Denn gerade im Bereich  kurzfristiger Entwicklungen in Gesellschaft und Pädagogik müssen wir auch mit kurzfristigen Maßnahmen antworten können.

Das gilt umso mehr bei den aktuellen Themen der Bildungspolitik wie Integration, Inklusion, Medienbildung, Lesen-Schreiben-Rechnen, Ganztag und Berufliche Bildung. Gemeinsam mit der Hessischen Lehrkräfteakademie und den Staatlichen Schulämtern entwickeln wir hier abgestimmte, passgenaue Veranstaltungen, um die neuen Herausforderungen anzugehen.

Die Lehrerbildung ist ein Dreh- und Angelpunkt, wenn wir die Qualität an unseren Schulen weiter sichern und optimieren wollen. Für mich spielt dabei nach der qualitativ hochwertigen fachwissenschaftlichen, didaktischen und methodischen Ausbildung in der 1. und 2. Phase die 3. Phase der Lehrerbildung – also die Fort- und Weiterbildung – eine zentrale Rolle. Besonders dort müssen wir auf die verschiedenen Entwicklungen und Herausforderungen eingehen und unsere Lehrkräfte entsprechend vorbereiten.

Hierauf wollen und werden wir weiterhin unser wesentliches Augenmerk richten, denn schulische Qualität steht und fällt mit unseren Lehrerinnen und Lehrern. Ihnen wollen wir ein Höchstmaß an Unterstützung gewähren.

Schulen können sich mit ihrem speziellem Fortbildungs- bzw. Beratungsbedarf direkt an ihr zuständiges Staatliches Schulamt wenden und erhalten dort durch die neu eingerichteten multithematischen Teams eine entsprechende Unterstützung – von den Bedarfen der Schule aus gedacht und systematisch gesteuert. So werden z.B. Ange-bote zum sprachsensiblen Fachunterricht wie auch zur Demokratie- und Werteerziehung ausgebaut werden.

Für eine verbesserte Diagnosefähigkeit unserer Lehrkräfte hat das Land zudem Projektbüros aufgebaut, die sie bei der Umsetzung und Optimierung der individuellen Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler beraten und unterstützen.

Weiterhin haben wir in Hessen entschieden, eine groß angelegte Initiative zur Fort-bildung aller Lehrkräfte im Bereich der digitalen Bildung mit dem Ziel umzusetzen, unsere Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen in der Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.

Dies ist eine enorme Kraftanstrengung, die wir gemeinsam mit den Schulträgern und der Schulverwaltung stemmen müssen.

Auch die Anforderungen an die Schulleiterinnen und Schulleiter haben sich in den vergangenen Jahren sowohl im administrativen als auch im pädagogischen Bereich signifikant gewandelt. Aus diesem Grund wurde vielerorts der Wunsch an uns her-angetragen, Lehrkräfte bereits vor der Übernahme dieses verantwortungsvollen Amtes noch besser vorzubereiten und zu fördern, als es bislang der Fall war.

Dafür haben wir eine neue Qualifizierung von Schulleiterinnen und Schulleitern entwickelt. Die Ergebnisse der Evaluation aus dem Pilotprojekt, das im letzten Schuljahr durchgeführt wurde, haben die Tragfähigkeit und hohe Qualität unseres neuen Konzepts bestätigt.

Dadurch sehen wir uns in unserem Vorhaben bestärkt, die Qualifizierung von Schulleiterinnen und Schulleitern ab diesem Schuljahr in ganz Hessen einzuführen. Erst-mals wird es damit in Hessen eine systematische Führungskräfteentwicklung für angehende Schulleiterinnen und Schulleiter geben.

Durch all diese Maßnahmen stärken und unterstützen wir unsere Lehrkräfte und Schulleitungen bei der Bewältigung der Herausforderungen, die sich aus den unter-schiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben.

Und das tun wir noch durch weitere Maßnahmen im Rahmen unserer Qualitätsoffensive:

Die Grundschule ist als erste Schulform prägend für den weiteren Bildungsweg der Kinder und nimmt eine Vielfalt unterschiedlichster Begabungen auf. Entsprechend vielfältig sind die Aufgaben unserer Grundschullehrkräfte, und entsprechend bedeutungsvoll ist die Aufgabe der Grundschule insgesamt. Hessen setzt daher auf die Expertise der Grundschullehrkräfte, unter anderem in unserem neu geschaffenen Praxisbeirat, der das Ziel hat, unsere Grundschulen noch besser zu unterstützen und, soweit es möglich ist, zu entlasten.

Vor elf Tagen, meine sehr geehrten Damen und Herren, habe ich auf meiner Presse-konferenz darüber hinaus unser Paket für die Grundschulen vorgestellt. Gerne betone ich auch heute noch einmal die zukunftsweisenden, auf die Entlastung unserer Grundschulen ausgerichteten Maßnahmen aus diesem Paket:

Für die unterrichtsbegleitende Unterstützung unserer Lehrerinnen und Lehrer schaffen wir 700 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte. Davon werden 400 bereits zum 1. Februar 2018 den Grundschulen zur Verfügung gestellt. Die weiteren 300 Stellen sind dann ab 1. August 2018 für die Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen vorgesehen. Weiterhin nehmen wir bei den Konrektorenstellen eine Besoldungserhöhung vor, wovon insgesamt über 900 Lehr-kräfte profitieren. Für eine umfassende und zielorientierte Unterstützungsleistung mit klarem Fokus auf unseren Grundschulen schaffen wir in den vier Kooperationsverbünden der Staatlichen Schulämter insgesamt 24 zusätzliche Stellen für Schulberater und Schulpsychologen. Darüber hinaus werden wir bewährte Maßnahmen wie die schulpsychologische und anlassbezogene Beratung in den Grundschulen ausbauen und durch zusätzliche Angebote aus den Bereichen Fortbildung, Beratung und Schulevaluation ergänzen. Und wir werden die finanziellen Mittel für das  bislang schon erfolgreich gelaufene Programm zur Fortbildung und Beratung von Schulleiterinnen und Schulleitern hinsichtlich der Steuerung von Schulentwicklungsprozessen ab dem kommenden Jahr verdoppeln. Davon werden künftig 140 Schulen jährlich profitieren.

Eine zentrale Aufgabe der Primarstufe bleibt die Vermittlung und Herausbildung von Rechtschreibkompetenz. Aus diesem Grund stellen wir seit diesem Schuljahr interessierten Grundschulen erstmalig einen Grundwortschatz zur Verfügung.

Mit seiner Hilfe werden wir zukünftig die Förderung, Begleitung und Unterstützung unserer Schülerinnen und Schüler über ihre gesamte Bildungsbiografie in den Blick nehmen – in einem ganz zentralen Aspekt, bildet doch die Rechtschreibkompetenz eine wesentliche Grundlage für den Erwerb der Bildungssprache Deutsch.

Ihre Beherrschung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Schullaufbahn, für eine gelingende Integration und damit für ein gelungenes Leben in unserer Gesellschaft.

Für die Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, haben al-lein seit Januar 2016 über 4.000 Lehrkräfte im aktiven und im Vorbereitungsdienst die Basisqualifizierung Deutsch als Zweitsprache durchlaufen, und bis Februar 2018 werden wir über 500 Lehrkräften der Erwerb der Fakultas Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache ermöglicht haben.

Ergänzend stehen den Schulämtern zur Sachausstattung von Deutschfördermaßnahmen sowie für Fortbildungen im Haushaltsjahr 2017 1 Mio. Euro zur Verfügung.

Dabei ist eines klar, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Bereich der Sprach-förderung werden die Herausforderungen nicht geringer werden. Aber wir nehmen sie an.

Nachdem wir in den letzten zwei Jahren mit unseren Intensivklassen, den Intensiv-kursen und an den Schulen für Erwachsene  über 28.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger beschult haben, heißt es nun, diese sukzessive in die Regelklassen zu überführen.

Hier gilt es ebenfalls, Qualität an die erste Stelle zu setzen.

Wir achten auf die individuelle Förderung und Entwicklung auch dieser Kinder und Jugendlichen und werden sie behutsam auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten.   

Aus diesem Grunde haben wir als ein wesentliches Qualitätsmerkmal im vergangenen Jahr das in Hessen bereits höchst erfolgreich etablierte Deutsche Sprachdiplom auch auf die beruflichen Schulen ausgeweitet, an dem auch über 700 hessische InteA-Schülerinnen und -Schüler teilgenommen haben – ein bundesweiter Spitzenwert.

Dieses Sprachdiplom ermöglicht nicht nur Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinstei-gern bessere berufliche Chancen, sondern bietet auch potenziellen Arbeitgebern und Ausbildern valide Sprachstandsinformationen. Deshalb wollen wir es in diesem Schuljahr noch stärker ausbauen.

Außerdem werden wir werden in diesem Schuljahr bei der Sprachförderung einmal mehr gezielt auf unsere Kleinsten schauen. Fast die Hälfte der 0- bis 6-jährigen Kin-der in Hessen hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. Über 10.000 Kinder pro Schuljahr nehmen das Angebot der freiwilligen Vorlaufkurse wahr. Diese Zahl wird weiter steigen, weshalb wir das Angebot weiter ausbauen werden.

Eine der möglichen Anschlussmaßnahmen an die Vorlaufkurse, „Deutsch & PC“ – eine Förderung während des Regelunterrichts durch sprachintensiven Deutsch- und Mathematikunterricht in Kleingruppen vom ersten Schuljahr an, die derzeit an 73 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil installiert ist –  werden wir auf mindestens 100 Grundschulen ausweiten.

Durch solche Maßnahmen wollen wir das Ziel erreichen, dass möglichst alle Kinder  „von Anfang an mitreden“ können.

Die Hessische Landesregierung setzt außerdem im Ganztagsbereich einen Schwer-punkt ihrer Arbeit und sieht in dessen bedarfsgerechten Ausbau einen Schlüssel für eine qualitätsorientierte Entwicklung des Schulsystems, von der unsere Kinder und Eltern dauerhaft profitieren werden.

So hat sich beispielsweise die Anzahl der Grundschulen im Ganztagsprogramm seit 2011/12 von 321 auf 611 im Schuljahr 2017/18 erhöht.

Dieses Ganztagsschulprogramm setzen wir mit großen Schritten fort.

Dabei ist der Pakt für den Nachmittag, den wir im Schuljahr 2015/16 gestartet haben,  das umfangreichste Ausbauprogramm für den Ganztag, das es je in Hessen gab!

Im vergangenen Schuljahr sind 65 neue Pakt-Schulen hinzugekommen, und in diesem Schuljahr werden 46 weitere Schulen den Pakt umsetzen. Aktuell nehmen 167 Schulen und 21 der 33 Schulträger teil, das sind ca. 2/3 aller Schulträger. Dafür erhalten die 167 Paktschulen rund 390 Stellen. Insgesamt werden in diesem Schuljahr die mehr als 600 Grundschulen und verbundenen Grundschulen im Ganztagsprogramm des Landes einschließlich der Schulen im Pakt für den Nachmittag rund 1000 Stellen erhalten.

Dabei tragen die Eltern nach wie vor in ganz wesentlichem Maße zur Bildung und Erziehung ihrer Kinder bei.

Wir sehen in der Unterstützung der Familie und durch die Familie daher eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn unserer Kinder, ohne dabei die Gesellschaft aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Ganz im Sinne unseres Grundwerts der Solidarität wollen wir daher die Unterstützung schaffen, die Eltern vor Ort brauchen, um der Verantwortung für ihre Kinder gerecht werden zu können.

Welche Leistungen das hessische Schulsystem in diesem Zusammenhang vollbracht hat, verdeutlichen nicht nur all diese Zahlen, sondern vor allem der Blick auf die herausfordernde Arbeit vor Ort. Meine Schulbesuche verdeutlichen mir immer eindrucksvoll, mit welchem Engagement und welcher positiven Haltung unsere Lehr-kräfte sich ihren vielfältigen Aufgaben widmen.

Selbstverständlich werden wir in Hessen auch den Weg der Inklusion weiter gehen.

Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, Qualität braucht auch hier ihre Zeit.

Von daher stehe ich für eine Inklusion mit Augenmaß.

Die Bewahrung des Bewährten und eine behutsame Weiterentwicklung – dies gilt auch für den Weg, den wir mit der Einführung der inklusiven Schulbündnisse be-schritten haben.

Die Zahlen belegen eine deutliche Steigerung der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die an allgemeinen Schulen inklusiv beschult werden, auf nunmehr deutlich über 8.000. 

Nicht umsonst haben wir in diesem Schuljahr rund 200 Stellen mehr zum Ausbau des inklusiven Unterrichts zur Verfügung gestellt.

Rund 33.000 Schülerinnen und Schüler erfahren zudem eine sonderpädagogische Beratung und Förderung an allgemeinen Schulen in Form von vorbeugenden Maß-nahmen, ohne dass ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird. Diese Förderung, die dazu führt, dass die Schülerinnen und Schüler an der allgemeinen Schule bleiben können, ist eine herausragende Leistung der Lehrkräfte der Beratungs- und Förderzentren und derjenigen der allgemeinen Schulen in Hessen.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass diese Landesregierung nicht nur ihrer sozialpolitischen Verantwortung gerecht wird, sondern ebenso ihrer zentralen bildungspolitischen Leitlinie, der Qualitätssicherung! Wir werden diesen Weg der Qualitätssicherung und -entwicklung an unseren Schulen konsequent fortsetzen.

Dafür bedarf es natürlich weiterhin einer verlässlichen Ressourcenausstattung, um die Rahmenbedingungen für diesen stetigen Qualitätsentwicklungsprozess sicherzustellen.

Wir gewährleisten dafür weiterhin die durchschnittliche 105%ige Lehrerversorgung, und wir arbeiten mit aller Kraft daran, alle diese Stellen auch tatsächlich mit qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern zu besetzen.

Das ist, wie Sie alle wissen, im Grund- und Förderschulbereich sicherlich nicht ganz einfach, aber genau deswegen richten wir unseren Blick schon jetzt in die Zukunft und haben beispielsweise die Ausbildungskapazitäten im Studium dieser beiden Lehrämter um 50% erhöht.  

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Peter Meidinger, hat dazu unlängst folgenden Masterplan gefordert: „Planstellen schaffen, die Lehrerwerbung verstärken, Pädagogen nachqualifizieren.“ All diese Maßnahmen, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben wir schon in die Wege geleitet und setzen sie also um.  

Aber damit nicht genug:

Mit dem Sozialindex haben wir in der aktuellen Legislaturperiode bisher 540 zusätzliche Lehrerstellen, davon allein 141 für die reinen Grundschulen, eingerichtet, um Schulen, die unter besonders schwierigen sozialen Bedingungen arbeiten, gezielt zu unterstützen.

Und wir haben diesen Sozialindex im Rahmen des schulischen Integrationsplans um einen „Integrationsindex“ erweitert, der den Schulen beim Übergang von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern in die Regelklasse eine zusätzliche Ressource für die Klassengemeinschaft zuweist. In diesem Rahmen haben allein die Grundschulen zum 2. Halbjahr 2017 rund 50 weitere Stellen erhalten. Bis zum Ende der Legislaturperiode werden wir für diesen Integrationsindex 200 Stellen garantiert zur Verfügung stellen.

Die genannten Erfolge sind aber nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis kluger Reformen und großer finanzieller Anstrengungen des Landes, meine sehr geehrten Damen und Herren. Der Nationale Bildungsbericht hat uns erst letztes Jahr bescheinigt, dass es Hessen  als einzigem Bundesland gelungen ist, den Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss nach Beendigung der Vollzeit-schulpflicht zu halbieren (von 8,2 auf 4,1%), wie von den Ländern in der Qualifizierungsoffensive 2006 vereinbart wurde. Zudem belegt er, dass wir eine überdurchschnittlich junge Lehrerschaft haben: 59% der hessischen Lehrerinnen und Lehrer sind unter 50 Jahren alt, das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der Länder. Unsere offensive Einstellungspolitik der vergangenen Jahre hat für eine deutliche Verjüngung und damit eine bessere Altersmischung in den Kollegien gesorgt, was der Qualität des Unterrichts zu Gute kommt.

Mit all diesen Maßnahmen, meine sehr geehrten Damen und Herren, leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung an unseren hessischen Schulen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer
Hessisches Kultusministerium
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