Auszeichnung

Verleihung des Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“

Gewinner des Landespreises „Flucht, Vertreibung, Eingliederung 2019“ in Wiesbaden geehrt

2cbdce0d-0c25-4d9e-8e49-5fc14664c8f7.jpeg

Innenminister Peter Beuth und Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf überreichen den Landespreis
© LBHS

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat gemeinsam mit Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, den diesjährigen Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ in Wiesbaden verliehen. Zu den Gewinnern des alle zwei Jahre vergebenen und mit jeweils 2.500 Euro dotierten Preises gehören der Heimat und Geschichtsverein Igstadt e.V., die Schauspieler Alexander Bräutigam und Robin Middeke aus Kassel sowie die Theatergruppe des Vereins Königstädter Hofkonzerte aus Rüsselsheim.

Schicksal der Vertriebenen

„Alle zwei Jahre zeigen engagierte Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Bewerbung um diesen bedeutenden Preis unseres Landes, dass sie an dem Schicksal der Vertriebenen Anteil nehmen. Diese Arbeiten bereichern unser kulturelles und soziales Leben. Brauchtum, Kultur und die Biografien der Betroffenen sollen nicht in Vergessenheit geraten. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, die Vergangenheit zu bewältigen und zur Verständigung beizutragen. Hierfür danke ich allen, die eine Bewerbung eingereicht haben.  Sie alle leisten mit ihren Arbeiten einen Beitrag dazu, das Kulturgut der Vertreibungsgebiete und die Erinnerung an die mit der Vertreibung in Verbindung stehenden Ereignisse zu erhalten“, betonte Innenminister Peter Beuth, der im Rahmen der Preisverleihung bekannt gab, dass die institutionelle Förderung für die wertvolle Arbeit des Bundes der Vertriebenen (BdV) um 57.000 Euro aufgestockt werde.

Das Land Hessen hatte den Preis, der in diesem Jahr unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ stand, aus Anlass des 60. Jahrestages der Verkündung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen 2010 gestiftet. Insgesamt waren 19 Bewerbungen für die diesjährig verliehene Auszeichnung eingegangen. Sie wurde im Rahmen des 6. Hessischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation im Schloss Biebrich vergeben.

Erinnerung an Flucht und Vertreibung

„Der Preis soll ins Gedächtnis rufen, dass fast ein Drittel aller in Hessen lebenden Bürgerinnen und Bürger entweder Flucht und Vertreibung selbst erlebt hat, durch das Schicksal der nächsten Angehörigen davon betroffen ist oder als Aussiedlerin oder Aussiedler hier lebt. Die qualitativ hochwertigen und kreativen Arbeiten zeigen, dass vielen Hessinnen und Hessen das Schicksal der Vertriebenen am Herzen liegt. Als Landesbeauftragte freue ich mich über die zahlreichen Einsendungen sehr und gratuliere den Gewinnern des Landespreises, der als sichtbare Anerkennung des Landes für die Erinnerungsarbeit verstanden werden soll“, betonte die Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf.

Die Preisträger des mit 2.500 Euro dotierten Landespreises „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“:

  • Heimat- und Geschichtsvereins Igstadt e.V.: Die Dokumentation „Als der Krieg zu Ende war. Igstadt nach 1945 – Chancen und Schwierigkeiten eines Neubeginns. Aufsätze, Biografien, Dokumente“ ist 2017 erschienen und ist eine überaus lesenswerte und umfangreiche Darstellung der Aufnahme sowie Eingliederung der in der Ortschaft Igstadt angesiedelten, vor allem aus dem Sudetenland stammenden Heimatvertriebenen.
  • Schauspieler Alexander Bräutigam/Robin Middeke: Im selbst verfassten Theaterstück „Die Sudetenvertreibung“ verstehen es die beiden Schauspieler in beeindruckender Weise, die ganze Tragik und Brutalität der Vertreibung in Dialogen mit wechselnden Rollen und Videoaufzeichnungen über Zeitzeugen nachvollziehbar zu machen.
  • Theatergruppe des Vereins Königstädter Hofkonzerte e.V.: Das ebenfalls selbst verfasste Theaterstück „Kartoffelkäfer – neue Heimat Königstädten“ unter der Leitung der Regisseurin Judith Kähler-Wehrum spannt einen Bogen von der Vertreibung über das Ankommen bis hin zum Wiederaufbau.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Schaich
Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
+49 611 353 1607
+49 611 353 1608
pressestelle@hmdis.hessen.de
Schließen