Verdienstorden für Gudrun und Lothar Hänel | Informationsportal Hessen
Auszeichnung

Verdienstorden für Gudrun und Lothar Hänel

09.08.2018Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Volker Bouffier übergibt Verdienstorden an Gudrun und Lothar Hänel aus Raunheim.

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Ehepaar Hänel
Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht Gudrun und Lothar Hänel das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
© Staatskanzlei

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat heute vier Bürgern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht und drei weitere mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Aus dem Kreis Groß-Gerau stammten dabei Gudrun und Lothar Hänel. „Die Geehrten haben sich in besonderem Ausmaß um die Gesellschaft verdient gemacht. Ohne eine Gegenleistung zu verlangen, schreiten sie mit großem persönlichen Einsatz zur Tat und stellen ihre wertvolle Zeit in den Dienst der Gemeinschaft. Ihr Handeln über Jahre und Jahrzehnte hinweg ist bespielhaft. Die heute Geehrten sind mit Recht Vorbilder. Ich freue mich, wenn sie noch lange Zeit für die Gesellschaft aktiv sein können“, sagte der Ministerpräsident anerkennend. „Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“

Zum Ehepaar Gudrun und Lothar Hänel

Das Ehepaar Gudrun und Lothar Hänel aus Raunheim erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die beiden engagieren sich vor allem im sozialen Bereich. Gudrun Hänel absolvierte eine Ausbildung zur Apothekenhelferin und übte diesen Beruf bis 1972 aus. Danach widmete sie sich verstärkt ihrer Familie und arbeitete später in der Verlagsbranche. Anschließend war sie bis 2005 als hauptamtliche Ausbilderin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) tätig. Lothar Hänel war zuletzt bei der Stadtverwaltung Raunheim angestellt.

Beide sind bereits seit 1965 für das DRK in Raunheim ehrenamtlich tätig. Der Schwerpunkt von Gudrun Hänels Arbeit lag zunächst beim Jugendrotkreuz. Seit 1972 ist sie offizielle Ausbilderin für Erste Hilfe und hat in den vergangenen Jahrzehnten mehreren Tausend Menschen die Grundlagen der medizinischen Erstversorgung vermittelt. In den 1980er- und 90er-Jahren organisierte und leitete sie einen Besuchskreis von ehrenamtlichen Helfern für ältere und immobile Menschen. Im Jahr 2011 entwickelte sie ein innovatives Konzept zur Ersthelfer-Ausbildung für Senioren und Interessierte ab 60 Jahren, bei dem sich diese in mehrstündigen Seminaren die Grundlagen der Ersten Hilfe aneignen und Hemmungen im Umgang mit Notfallsituationen verlieren können. Ihre Idee wurde vom Bundesamt für Katastrophenschutz beim Wettbewerb „Helfende Hand“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Steigerung der Attraktivität des Ehrenamtes im Katastrophenschutz“ ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro kam dem DRK-Ortsverein zugute.

Bereits 2002 absolvierte die heute 70-Jährige eine 80-stündige Ausbildung zur Notfallseelsorgerin und gehört seitdem gemeinsam mit ihrem Mann dem Verein der Notfallseelsorger an, der sich um die psychische Betreuung von Notfallopfern kümmert und Angehörigen in den ersten Stunden nach Eintritt eines schlimmen Ereignisses beisteht. Seit 2010 engagiert sie sich zudem als Instruktorin für Ausbilder zur psychosozialen Notfallversorgung. Als Vorsitzende leitete Gudrun Hänel den Verein in drei Amtsperioden von 2006 bis 2015. In dieser Zeit wurde das Helfersystem ausgebaut und die Leistungsfähigkeit des Vereins im 24-Stunden-Schichtdienst mit 34 Notfallseelsorgern sichergestellt – in diesem ist die Geehrte bis heute tätig.

Nachdem auch Lothar Hänel 1965 aktives Mitglied im DRK-Ortsverein Raunheim wurde, übernahm er dort 1971 als Erster Vorsitzender die Leitung. Der heute 77-Jährige beschaffte den ersten Krankentransport- und Rettungswagen sowie die ersten Funkmeldeempfänger. Nach und nach baute er systematisch den Ortsverein auf und aus. Im Lauf der Jahre wurde die ehemalige US-Army-Baracke überwiegend in Eigenleistung zur DRK-Station mit Garage für Rettungswagen und Schulungs- und Übungsraum umgebaut und erweitert. In all den Jahren gelang es Lothar Hänel, die Ausstattung der DRK-Station und den Ausbildungsstand der Aktiven den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Zudem konnte er neue Aktive für den Sanitätsdienst gewinnen, sodass die Zahl der Sanitätshelfer von anfangs weniger als einem Dutzend auf zeitweise mehr als 40 aktive Mitglieder anstieg.

Im Jahr 2000 schlossen sich die DRK-Ortsvereine Raunheim und Kelsterbach unter der Leitung Lothar Hänels zusammen. Der Geehrte gab 2009 den Vorsitz des DRK-Ortsvereins Raunheim-Kelsterbach ab und unterstützt die Arbeit des Vorstands seitdem als Ehrenvorsitzender. Er absolvierte ebenfalls die 80-stündige Ausbildung zum Notfallseelsorger und ist bis heute, zusammen mit seiner Frau, im aktiven Schicht- und Bereitschaftsdienst als Notfallseelsorger tätig.

„Die Eheleute Hänel wirken seit Jahrzehnten als konstante ,Motoren‘, die die Arbeit des DRK-Rettungsdienstes maßgeblich geprägt und weiterentwickelt haben. Ihr beispielhaftes soziales Engagement ist in der gesamten Stadt und darüber hinaus spürbar. Aktuell zeigt sich dies beispielsweise bei der Betreuung von Flüchtlingen, für die sie die Versorgung organisiert haben und sich um die Bereitstellung von Kleidung, Gebrauchsgegenständen oder Kinderspielsachen gekümmert haben. Das Ehepaar Hänel hat sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl engagiert. Ihr unermüdliches und beispielgebendes Wirken wird nun mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier und gratulierte.

Hintergrund

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Er gibt acht Stufen. Das Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“) stellt die zweite Stufe dar.

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