Infektionsschutzgesetz

Gesundheitsminister Klose zur Notfallversorgung in Krankenhäusern

22.11.2020Geschäftsstelle Presse Corona

Hessen ist grundsätzlich der Auffassung, dass die neuen Regelungen zur Finanzierung der Krankenhäuser im Rahmen der Pandemie, die im Dritten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (Infektionsschutzgesetz) beschlossen wurden, in die richtige Richtung weisen.

fotolia_35183588_s.jpg

OP-Personal in der OP-Schleuse
© VILevi - Fotolia.com

„Gleichzeitig müssen diese Regelungen sehr genau auf ihre Wirksamkeit evaluiert werden. In Hessen haben wir ein gut funktionierendes System etabliert, das in seiner Zusammenarbeit und Solidarität der Partner nicht beeinträchtigt werden soll. Jetzt kommt es darauf an, beide Regelungen zusammenzuführen“ so Gesundheitsminister Kai Klose.

Regional gestuftes Verfahren

Das Bundesgesetz sieht die Einführung eines regional gestuften Verfahrens der Patientensteuerung vor. Damit greift der Bund ein Modell auf, das das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in Hessen bereits seit Beginn der Pandemie etabliert hat. Allerdings unterscheiden sich die Kriterien im Detail, sodass das hessische Modell jetzt modifiziert werden muss. 

Hessen ist in sechs Versorgungsgebiete unterteilt, in jedem Gebiet gibt es ein koordinierendes Krankenhaus. Die Krankenhäuser in Hessen sind nach COVID-spezifischen Kriterien in Versorgungslevel unterteilt. Die Einteilung reicht von den Universitätskliniken und den sehr spezialisierten Krankenhäusern (Level I) bis hin zu den Krankenhäusern mit ständiger ärztlicher Präsenz (Level III). Gemeinsam wird so die medizinische Versorgung in Krankenhäusern in Hessen nach einem Stufenplan gesteuert.

Ausgleichszahlungen an Stufensystem gekoppelt

Nach den neuen Regelungen des Bundes im Dritten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung sind nun auch die Ausgleichszahlungen, die Krankenhäuser unter anderem für das Aussetzen von medizinisch nicht dringlichen Eingriffen erhalten, an ein solches Stufensystem gekoppelt. Dabei werden die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt, die Auslastung der Intensivkapazitäten und die Einstufung der Krankenhäuser in das Notfallstufensystem des Bundes als Kriterien herangezogen. Infolgedessen werden einzelne Krankenhäuser zur Versorgung hinzugezogen werden, während andere durch die Vorgaben des Bundes nicht in die finanzielle Ausgleichsregelung einbezogen werden.

„Wir arbeiten jetzt daran, das bewährte Modell an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen“ erläutert Gesundheitsminister Klose.

Aufgrund der bundesrechtlichen Rahmenbedingungen wird es künftig eine stärkere Differenzierung zwischen den Normalbetten und den Intensivbetten geben. Damit die flächendeckende Versorgung in Hessen gesichert bleibt und die Lasten unter den Krankenhäusern möglichst gleich verteilt werden, wird sich jedes Krankenhaus, das an der Notfallversorgung teilnimmt, an der Versorgung von Patienten auf Normalstationen beteiligen. Hingegen wird die Versorgung von Intensivpatientinnen und -patienten vorwiegend von Kliniken gemäß der Kriterien des Bundes geleistet.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Susanne Rothenhöfer
Geschäftsstelle Presse Corona
+49 611 3219 2222
+49 611 32719 2222
presse-corona@hsm.hessen.de
Schließen