ÖPNV

Über 400.000 verkaufte Schülertickets

Flatrate-Ticket lockt immer mehr Schülerinnen und Schüler in Bus und Bahn.

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Junge Frau sitzt am Bahnhof
© Nagels Blickwinkel / Fotolia

Noch nie waren so viele Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende in Hessen mit Jahreskarten für Bus und Bahn unterwegs wie im vergangenen Schuljahr. „Wer ein Flatrate-Ticket in der Tasche hat, der nutzt es auch“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Vorstellung der Schülerticket-Verkaufszahlen am Donnerstag in Wiesbaden. „Über 400.000 junge Menschen in Hessen sind mit dem Schülerticket Hessen mobil. Und jeder Vierte gibt an, seitdem häufiger in Busse und Bahnen einzusteigen. Das ist ein toller Erfolg.“ 

Seit dem 1. August 2017 können alle Schülerinnen und Schüler und alle Auszubildenden für 1 Euro am Tag quer durch ganz Hessen fahren. Das Schülerticket Hessen kostet 365 Euro im Jahr. Mit dem Ticket können Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Regionalzüge in ganz Hessen genutzt werden.  

Die Attraktivität des Angebots zeigt sich insbesondere in der enormen Steigerung der Verkaufszahlen. Im Schuljahr 2015/2016 verkauften RMV, NVV und VRN in Hessen zusammen 255.000 Schülerjahreskarten. Im Schuljahr 2017 / 2018 wurde das neue Schülerticket Hessen 407.000 Mal verkauft. Das ist eine Steigerung um fast 60 Prozent.

840.000

Prof. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer: „Unsere Fahrgäste wollen einfache und preisgünstige Tarifangebote. Wie gut dieses Rezept funktioniert, zeigt das Schülerticket Hessen. Im RMV haben wir deutlich mehr als 40 Prozent mehr Fahrkarten an Schüler und Auszubildende abgesetzt. Das bestärkt uns, gemeinsam mit dem Land über weitere Flatrate-Angebote nachzudenken, bei denen wir mit dem finanziellen Engagement unserer Gesellschafter, Bus- und Bahnfahren noch attraktiver machen. Eine abschließende Betrachtung des wirtschaftlichen Erfolges kann erst nach Abrechnung des kompletten Schuljahres erfolgen.“   

Noch deutlicher stiegen die Verkaufszahlen in Nordhessen - im freien Verkauf wurden mehr als doppelt so viele Schülertickets verkauft. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gab es sogar eine Steigerung um 244 Prozent, in Waldeck-Frankenberg um 229 Prozent und im Schwalm-Eder-Kreis um 220 Prozent. „Das zeigt, dass das Ticket gerade auch im ländlichen Raum auf eine große Nachfrage stößt“, so der Minister. 

„Wenn es bei der Zielgruppe cool ist, das Hessische Schülerticket zu haben, stimmt das Produkt zu 100 Prozent“, sagte NVV-Geschäftsführers Wolfgang Rausch. „Mobilität ist für junge Menschen ein zentrales und wichtiges Anliegen, das mit dem Schülerticket einfach zu realisieren ist und als Segment in Nordhessen auch weiter wachsen wird. Schon jetzt haben sich die Verkaufszahlen im freien Verkauf in Nordhessen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Wir hoffen mit diesem Angebot aus den Nutzern und Nutzerinnen von heute auch die Kunden von morgen zu gewinnen!“ 

Die bisherigen Schülerjahreskarten waren in den allermeisten Fällen nicht nur teurer, sondern galten auch meistens nur in einer Stadt bzw. innerhalb eines Landkreises.

„Wir können für den Landkreis Bergstraße eine positive Bilanz ziehen“, so Volkhard Malik, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar. „Im Landkreis Bergstraße sind mehr als 2250 Schülerinnen, Schüler und Azubis mit dem Schülerticket Hessen unterwegs, das es bei uns neben dem Maxx-Ticket für das VRN-Gebiet gibt. Mit dem neuen Tarifangebot ist es gelungen, auch neue Kunden für den ÖPNV im Kreis Bergstraße zu gewinnen.“ 

Parallel zur Einführung des Schülerticket Hessen wurde auch eine wissenschaftliche Begleitstudie bis zum Jahr 2020 bei der Ingenieurgruppe IVV GmbH & Co. KG in Aachen in Auftrag gegeben. Al-Wazir: „Wir wollten die selbständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen fördern, diese junge Zielgruppe an Busse und Bahnen heranführen und Eltern zeitlich und finanziell entlasten.  Die Rückmeldungen, die wir erhalten haben, zeigen deutlich: Das ist uns gelungen!“  

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Schulisches Mobilitätsmanagement

„Mit dem Schülerticket haben wir die Nutzung von Bussen und Bahnen deutlich vereinfacht, den Geltungsbereich für alle erheblich ausgeweitet und das Ticket für die allermeisten zugleich auch noch günstiger angeboten“, so Al-Wazir. „Damit unsere Schülerinnen und Schüler aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zum Unterricht und wieder nach Hause kommen, hat in dieser Woche unser neues Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement die Arbeit aufgenommen.“

Das Fachzentrum unterstützt Schulen, Schulträger und Kommunen bei entsprechenden Projekten. „Wer sich zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg zur Schule macht, lernt dabei nicht nur, sich selbständiger zu bewegen. Es entlastet auch Familien von Elterntaxidiensten.“ Das neue Fachzentrum wird vom Verkehrsministerium bis Ende 2021 mit über 2,1 Millionen Euro gefördert.  Das Fachzentrum wird Schulen beispielsweise bei der Erarbeitung von Mobilitätsplänen unterstützen.

Das Angebot reicht von einer halbtägigen Erstberatung und Erfassung von Problemlagen an einer Schule über ein 3-5 monatiges Arbeitspaket mit gemeinsamen Workshops mit Eltern- und Lehrern, den Kommunen und der Polizei bis zum ganzjährigen Projekt, das zugleich detaillierte Schulwege- und Wohnstandortanalysen enthält.

Ziel des Fachzentrums ist es zugleich, den Schülerradroutenplaners weiterzuentwickeln, den Wettbewerb Schulradeln zu organisieren  und über das Internetportal www.besserzurschule.de umfassende Informationen und Angebote für Schulen bereitzustellen. 

Alle wichtigen Fragen und Antworten zum Schülerticket Hessen gibt es auf der Internetseite: www.schuelerticket.hessen.de und zusammen mit den Antragsformularen bei den Verkehrsverbünden www.rmv.de, www.nvv.de und www.vrn.de.  

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Pressesprecher: 
Marco Kreuter
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