Religiöse Vielfalt

Studie „Wie hast du´s mit der Religion? II“

Staatssekretär Kai Klose legt Neuauflage der Religionsstudie vor: „Religiöse Vielfalt wird als Bereicherung für die Gesellschaft wahrgenommen.“

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Hände halten eine Kerze
© Creativeye99 / istockphoto.com

Anlässlich der Vorstellung der Studie „Wie hast du´s mit der Religion? II“ am Dienstag im Hessischen Landtag sagte der Bevollmächtigte der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose, diese spiegele eine erfreulich  hohe Toleranz der hessischen Bevölkerung gegenüber Menschen anderer oder keiner Religion. „Für die Mehrheit der Bevölkerung ist religiöse Vielfalt eine Bereicherung der hessischen Gesellschaft. Das stimmt mich zuversichtlich bezüglich unseres Ziels, allen Menschen in Hessen die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ein diskriminierungsfreies Miteinander zu ermöglichen“, unterstrich der Bevollmächtigte und Staatssekretär.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass auch der überwiegende Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen christlichen Glaubens ist. Demnach gehören 52 Prozent der hessischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund der katholischen oder evangelischen Kirche an. Und tolerant sind die Hessen bezogen auf Religion und Religiosität auch. Die Studie „Wie hast du´s mit der Religion? II“ knüpft an die gleichnamige Studie aus dem Jahr 2013 an.

„Unsere Studie soll auch dazu beitragen, die gesellschaftlichen Diskussionen über Religionszugehörigkeit, Religiosität und religionsbezogene Toleranz auf eine faktenbasierte Grundlage zu stellen und so eine sachliche Auseinandersetzung zu befördern“, machte Klose deutlich. Er betonte, dass ein friedliches und diskriminierungsfreies wechselseitiges Miteinander ein wichtiger Baustein für „echte Integration“ sei: „In meiner Funktion als Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung laufen beide Themen zusammen, denn einerseits spielt Religion für das Thema Migration regelmäßig eine Rolle, andererseits arbeiten wir in der Stabsstelle Antidiskriminierung beispielsweise aktiv gegen Diskriminierungen aufgrund des Merkmales Religion.“ Er betonte abschließend, Fakten und Aufklärung seien das beste Instrument gegen Vorbehalte und Ängste, die von interessierter Seite geschürt würden. Hierzu liefere die Studie einen wichtigen Beitrag.

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie:

  • Der überwiegende Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen sind Christen
  • 27% der hessischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund gehören der katholischen Kirche an.
  • Der evangelischen Kirche gehören 25% der Hessen und Hessinnen mit Migrationshintergrund an.
  • Der Anteil der konfessionslosen Migranten beträgt 25%.
  • Die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften stellen rund 15% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Erfreulich ist eine  hohe Toleranz der hessischen Bevölkerung gegenüber Anders- und Nichtgläubigen.

  • Die große Mehrheit der Bevölkerung hält religiöse Vielfalt für eine Bereicherung für die hessische Gesellschaft.
  • Nur je 12%  der befragten Personen sind überhaupt nicht dieser Auffassung.
  • Befragte mit Migrationshintergrund bejahen diese Aussage häufiger als jene ohne.

Die religionsbezogene Toleranz ist groß und im Vergleich zur Vorgängerstudie sogar gestiegen:

  • 81% der Personen mit Migrationshintergrund können sich grundsätzlich vorstellen, mit einem/einer Lebenspartner/in anderen Glaubens zusammen zu leben (+11 Prozentpunkte).
  • Fast 78% der Befragten ohne Migrationshintergrund können sich eine/n andersgläubige/n Partner/in vorstellen (2+ Prozentpunkte).

Die Bedeutung der Religion hat für die meisten Hessinnen und Hessen abgenommen. Immer mehr Menschen in Hessen entscheiden sich dafür keiner Religionsgemeinschaft anzugehören.

  • Bei den Menschen mit Migrationshintergrund ist der Anteil der Personen, die sich als sehr religiös bezeichnen, von 16% im Jahr 2013 auf 12% im Jahr 2016 gesunken (-4 Prozentpunkte).
  • Im Jahr 2016 bezeichnen sich lediglich 7% der Personen ohne Migrationshintergrund als sehr religiös (-2 Prozentpunkte).

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Pressesprecherin: 
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