Fachtagung

Sterbebegleitung in der Eingliederungshilfe

19. Fachtagung „Leben und Sterben“ am 7. November 2018 in der Nieder-Ramstädter Diakonie in Mühltal

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Eine junge Hand hält eine alte Hand
© Fotolia, Ocskay Mark

„Die Sterbebegleitung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe muss angesichts der Zunahme von älteren Menschen mit Behinderung eine noch größere Aufmerksamkeit erhalten“, so Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration anlässlich der 19. Fachtagung „Leben und Sterben“ in der Nieder-Ramstädter Diakonie in Mühltal. Die Fachtagung ist eine Initiative zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland und ihrer Handlungsempfehlungen. „Die Frage, wie die Sterbebegleitung in Einrichtungen konkret ausgestaltet werden kann, ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentlich. Mögliche Barrieren von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und ihren Familien beim Zugang zur Hospiz- und Palliativversorgung müssen abgebaut werden, denn jedem Menschen ist eine bedürfnisorientierte und würdevolle Sterbebegleitung zu ermöglichen.“, ergänzt Dr. Wolfgang Dippel.

Eine engere Vernetzung aller Beteiligten fördern

„Unser Ziel angesichts dieser Herausforderungen ist, eine engere Vernetzung aller Beteiligten in der Hospiz- und Palliativbewegung zu fördern, sodass Einrichtungen regionale Kooperationspartner finden können. Das ist unverzichtbar, um die Übergänge zwischen den verschiedenen Versorgungsangeboten und -formen reibungslos zu gestalten. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration will diese Entwicklung nach Kräften unterstützen.“, so Dippel weiter. Die 19. Fachtagung „Leben und Sterben“ setzt sich in diesem Jahr deshalb mit Themen der Sterbebegleitung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe auseinander und fördert damit den Austausch zwischen Hospiz- und Palliativdiensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Dieter Schulenberg, Geschäftsführer der HAGE e. V. unterstreicht: „Die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen, die Gleichheit aller, das Recht und der Anspruch auf individuelle Unterstützung, Begleitung und Versorgung ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft - und eine ganz besondere Herausforderung bei der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung. Hierbei kann die Hospiz- und Palliativbewegung maßgebliche Impulsgeberin sein.“

Weiterführende Informationen:

In Hessen existieren aktuell etwa 100 ambulante Hospizinitiativen in denen sich rund 3.500 qualifizierte Freiwillige engagieren. Zusätzlich gibt es 18 stationäre Hospize.

Im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration ist seit 1997 die Arbeitsgruppe „Verbesserung der Sterbebegleitung“ angesiedelt.  Diese organisiert jährlich die Fachtagung „Leben und Sterben“. Unterstützt wird die Förderung der Sterbebegleitung in Hessen durch die landesweit tätige „Koordinierungs- und Ansprechstelle für Dienste der Sterbebegleitung und Angehörigenbetreuung“ (KASA), die durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird.  Ziel der KASA ist es, zur Verbesserung der Sterbebegleitung durch das Initiieren, Begleiten, Fördern und Vernetzen hospizlicher und palliativer Arbeit beizutragen.

Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) ist ein diakonischer, gemeinnütziger Träger der Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe in Hessen und Rheinland-Pfalz mit rund 2.400 Mitarbeitenden. Geschäftsfelder der NRD sind stationäre und teilstationäre Wohnangebote für Menschen mit Behinderung, der Betrieb von Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM), ambulante und Familien unterstützende Dienste sowie Beratungsangebote.

Seit 2005 rationalisiert die NRD ihre Angebote. Wohnplätze auf dem früheren Zentralgelände in Mühltal/ Nieder-Ramstadt werden aufgelöst und durch kleinteilige Wohnformen in ganz Südhessen ersetzt. Statt an ehemals zwei Standorten - Nieder-Ramstadt in Hessen und Jugenheim in Rheinhessen - ist die NRD inzwischen an rund 50 Standorten präsent.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Esther Walter
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
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