Artenvielfalt

Rettung der Haubenlerche in Hessen

Umweltstaatssekretär Oliver Conz: „Neues Artenhilfskonzept Haubenlerche soll Aussterben der Art in Hessen verhindern. Feldflurprojekt Rheinauen bei Trebur setzt bereits erste Maßnahmen um“

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Haubenlerche
© Andreas Trepte / Archiv Vogelschutzwarte

„Die Haubenlerche gehört zu den am stärksten gefährdeten Brutvogelarten in Hessen. Ihr Bestand hat in den letzten 30 Jahren um mehr als 90 Prozent abgenommen. Aktuell liegt er bei nur noch 40 bis 50 Brutpaaren landesweit. Doch dieser dramatische Rückgang kann gestoppt werden. Die Staatliche Vogelschutzwarte hat hierzu ein Artenhilfskonzept erarbeitet. In ihm sind die konkreten Maßnahmen beschrieben, die jetzt ergriffen werden, um die letzten Vorkommen der Art in Hessen zu retten. Entscheidend für die Erstellung des Konzepts war das Engagement ehrenamtlicher Vogelkundlerinnen und Vogelkundler und ihre Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Das ist ein gutes Fundament für die Umsetzung der Maßnahmen. Ich danke Ihnen herzlich für ihre Unterstützung“, sagte Umweltstaatssekretär Oliver Conz heute anlässlich der Veröffentlichung des neuen Konzeptes.

Erste Maßnahmen im Feldflurprojekt „Rheinauen bei Trebur“

Schon während der Erarbeitung des Artenhilfskonzepts wurden im Feldflurprojekt „Rheinauen bei Trebur“ im Kreis Groß-Gerau erste Maßnahmen umgesetzt. Im 6.500 Hektar großen Projektgebiet bei Trebur wurden für die Haubenlerche sogenannte Nacherntestreifen von Wintergetreide angelegt. Die Streifen mit nicht geerntetem Getreide dienen den Vögeln als Winterfütterung und helfen, die Futterknappheit in der kalten Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. „Extra angelegte Blühflächen bieten Futter und Rückzugsraum zur Aufzucht der Jungvögel ab dem Frühjahr. Im Jahr 2020 sind weitere Maßnahmen geplant, wie die Einrichtung von brachliegenden, ungenutzten Äckern und Wiesen im Feldflurgebiet sowie das Anlegen von Misthaufen und Heuballen als weitere Nahrungs- und Brutfläche. Diese Maßnahmen dienen dabei auch dem Schutz weiterer Vogelarten wie Feldlerche, Rebhuhn und Grauammer und zahlreicher Insekten“, ergänzte Conz. Das Projekt ist Teil des Schutzprogramms „Förderung von Leitarten der Feldflur“. „Zur Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen steht in diesem Jahr die Rekordsumme von insgesamt 24,4 Millionen Euro vom Land Hessen bereit. Außerdem steht zur Beratung vor Ort mit Natscha Schütze eine fachkundige Artberaterin der Vogelschutzwarte als Ansprechpartnerin bei der Umsetzung den Verantwortlichen vor Ort zur Seite. Damit bauen wir unsere Anstrengungen weiter aus, um die noch bestehenden Lebensräume dieser gefährdeten Arten zu erhalten“, betonte Conz.

Hintergrund:

Laut Feldvogelindex hat sich die Anzahl der Ackervögel seit 1980 halbiert. Für die in Hessen besonders bedrohten Arten hat die Staatliche Vogelschutzwarte bis heute insgesamt 26 Artenhilfskonzepte für Vögel und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie bereits 29 Hilfskonzepte für weitere Tiere sowie Pflanzen erstellt. Die Gutachter der Konzepte stehen zudem landesweit als fachliche Berater für die Planung von Maßnahmen zur Verfügung. Die Kosten für die Beratung übernimmt das Land.

Das Artenhilfskonzept und ein Maßnahmenblatt zur Haubenlerche stehen als Download auf der Homepage der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland unter https://vswffm.de unter „Downloads“ bereit.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Frau Ira Spriestersbach
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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