SOMMERTOUR 2018

Pilothochschule für Solardachanlagen besucht

Al-Wazir besucht Nachhaltigkeits-Projekt der Universität Kassel

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Solaranlage der Uni Kassel
© HMWEVL

Zur Einweihung einer Photovoltaik-Anlage der Universität Kassel stieg Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Dienstag dem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik aufs Dach. In den kommenden Jahren werden auf den Dächern der Universität weitere Anlagen installiert. „Als Pilothochschule gibt die Uni Kassel damit wichtige Impulse für die nachhaltige Energieerzeugung“, erklärte Al-Wazir. Er lobte das Solardachanlagen-Projekt, das nicht nur Hochschulen zur Nachahmung anregen soll und damit die Energiewende voranbringe.

Exemplarisch für die „Intracting“-Methode

An der Universität Kassel wird der erzeugte Strom direkt selbst verbraucht und mit den ersparten Stromkosten werden weitere PV-Anlagen und andere Nachhaltigkeitsprojekte finanziert. Die Anlage steht damit exemplarisch für die Methode des sogenannten „Intracting“, bei der eingesparte Energiekosten in neue Energiespar-Maßnahmen investiert werden. 

Auch in anderen Bereichen, etwa der Beleuchtung oder der Gebäude-Dämmung, investiert die Hochschule nach dem Intracting-Modell. Das Fachgebiet Technische Gebäudeausrüstung der Universität begleitet das Verfahren wissenschaftlich. 

600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen

Unterstützt wird das Nachhaltigkeitsprojekt von der Kasseler cdw Stiftung, die das Photovoltaikvorhaben mit einer Million Euro fördert. Im Endausbau sollen alle Anlagen zusammen etwa 600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. 

2017 wurden in Hessen erstmals 20 Prozent des Stromverbrauchs aus hessischen Erneuerbaren Energien gedeckt. „Für die Energiewende ist die solare Energienutzung von zentraler Bedeutung“, betonte Al-Wazir. „Vor allem für die Eigenstromversorgung sind Solaranlagen attraktiv. Mit dem Solarkataster Hessen setzen wir Impulse für den privaten Ausbau der Photovoltaik. Durch Vorzeigeprojekte wie das der Uni Kassel erhoffe ich mir belebende Effekte für den Bau größerer Eigenverbrauchsanlagen“, so der Minister.

Forschung mit dem praktischen Betrieb der Universität verbinden

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, übergab dem Minister den 2. Nachhaltigkeitsbericht der Universität: „Nachhaltigkeit ist eines der Zukunftsthemen, die wir an der Universität Kassel wissenschaftlich bearbeiten. Beim Intracting verbindet sich die Forschung mit dem ganz praktischen Betrieb der Universität. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Nachhaltigkeitsbilanz in Forschung, Lehre und im Betrieb deutlich verbessern können. Dank der cdw-Stiftung können wir einen zusätzlichen spürbaren Beitrag zum Umweltschutz leisten.“ 

Für den Geschäftsführer der cdw Stiftung gGmbH, Thomas Flügge, ist das Engagement der öffentlichen Hand Voraussetzung, dass Nordhessen in der Vorreiterrolle bei der Energiewende bleibt. „Der Ausbau Erneuerbarer Energien hilft unserer Region ökologisch und ökonomisch. Erneuerbare Energien erzeugen jährlich 120 Millionen Euro regionaler Wertschöpfung in Nordhessen. Gerade öffentliche Einrichtungen, Gemeinden und Kommunen müssen den stockenden Ausbau wieder antreiben und Vorbilder der Energiewende sein. Wir unterstützen dabei gern. Allein die heute eingeweihte Anlage spart jährlich rund 80 Tonnen Co2-Emissionen und 24.000 Euro Stromkosten ein.“

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