Naturschutz & Klimaschutz

Neues Naturschutzprogramm: Biologische Vielfalt im Bembel

Umweltministerin Priska Hinz: „Der Bembel und das „Stöffsche“ stehen sinnbildlich für Genuss in Hessen. Aber der drastische Verlust der Biologischen Vielfalt bedroht auch unseren Apfelwein. Das wollen wir allen Hessinnen und Hessen verdeutlichen.“

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Biologische Vielfalt Bembel
© Miceking / danielabarreto / natality - stock.adobe.com / Hess. Umweltministerium

„Das Stöffsche von heimischen Streuobstwiesen schmeckt nicht nur hervorragend, die Streuobstwiesen sichern auch seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden zur Vorstellung von „Biologische Vielfalt im Bembel“. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der MGH GUTES AUS HESSEN GmbH und dem Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien e. V. umgesetzt. Ziel ist es, die Bedeutung der Biologischen Vielfalt im öffentlichen Bewusstsein zu stärken. Dafür werden die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt angesprochen und die Vermarktung von Produkten gefördert, die zum Erhalt und Ausbau der Biologischen Vielfalt beiträgt. Das Projekt ist Teil des 12 Punkte-Programms des Naturschutzschwerpunktes des Hessischen Umweltministeriums. Dafür stellt die Hessische Landesregierung acht Millionen Euro bereit, die in ausgewählte Naturschutzmaßnahmen fließen. Über eine Laufzeit von 18 Monaten werden durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, werbliche Aktivitäten, persönliche Ansprachen und aus dem Bereich der Verkaufsförderung abgeleitete Initiativen 40 Prozent der hessischen Bevölkerung erreicht und über die Bedeutung der Biologischen Vielfalt und den Erhalt der Streuobstwiesen aufgeklärt.

„Den Verlust der Streuobstwiesen wollen und müssen wir in Hessen aufhalten. Denn sie bieten zahlreichen Tieren, wie Kleinnagern und Vögeln, aber auch seltenen Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum“, bekräftigte Umweltministerin Priska Hinz. Der Apfelwein (hessisch: Stöffsche, Äppler) ist hessisches Nationalgetränk und unbestreitbares Kulturgut. Der Hessische Äppler sollte darum auch aus Äpfeln hessischer Streuobstwiesen gewonnen werden. Denn Streuobstwiesen sind, neben ihrer kulinarischen Bedeutung, auch sehr wichtig für das komplette Ökosystem. Leider geraten sie aber schon seit vielen Jahren zusehends in Gefahr zu verschwinden. „Je mehr es von ihnen gibt, desto höher wird auch der Anteil hessischer Äpfel im Hessischen Apfelwein und je hessischer der Äppler ist, desto authentischer ist er“, so Hinz weiter. Über das neue Projekt hinaus unterstützt die Hessische Landesregierung die Nachpflanzung und Pflege von Streuobstbeständen mit jährlich rund 300.000 Euro über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM).

Weiteres Projekt: Biologische Vielfalt genießen

„Biologische Vielfalt im Bembel“ wird durch ein weiteres Projekt „Biologische Vielfalt genießen“ ergänzt. Hierbei geht es darum, zu verdeutlichen, dass die Biologische Vielfalt an seltenen und alten Nutztierrassen maßgeblich zur Bereicherung der Lebensmittelvielfalt beiträgt. Zudem bieten diese Tierrassen ein unschätzbares Potential eine klima- und umweltbewusste, regionale Landwirtschaft zu befördern. Dies ist ein erklärtes Ziel der Hessischen Agrarpolitik. Angesprochen werden Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich mit ihrem Kaufverhalten am Schutz und dem Erhalt dieser Tierrassen beteiligen können. Der gesellschaftliche Trend hin zu mehr Regionalität bietet dabei zusätzlich ideale Anknüpfungsmöglichkeiten.

„Seit Beginn meiner Amtszeit haben wir für den Naturschutz viel erreicht. Wir haben die Mittel in dieser Legislaturperiode gegenüber der letzten von 43 auf 68 Millionen Euro erhöht und zahlreiche Programme und Maßnahmen umgesetzt“, ergänzte die Ministerin abschließend. Für die beiden neuen Projekte werden über 400.000 Euro zur Verfügung gestellt

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Herr Mischa Brüssel de Laskay
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