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Sommerreise

Lernfabrik an der TU Darmstadt bereitet auf Arbeitswelt in der Produktion vor

Studierende lernen Praxis kennen und forschen zur Prozessoptimierung

Wissenschaftsminister Boris Rhein testet Arbeitsschritte mit Hilfe digitaler Technik.
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Wissenschaftsminister Boris Rhein testet Arbeitsschritte mit Hilfe digitaler Technik in der Prozesslernfabrik.
© wissenschaft.hessen.de

Darmstadt. Effiziente Produktionsprozesse standen heute im Mittelpunkt der Sommerreise von Wissenschaftsminister Boris Rhein: Er besuchte die Prozesslernfabrik CiP (Center für industrielle Produktivität) an der TU Darmstadt. Dort lernen Studierende die komplette Wertschöpfungskette eines Unternehmens kennen – vom Wareneingang des Rohmaterials bis zum Versandprozess der Fertigwaren. In der Forschung geht es zum Beispiel um die Frage, wie man die Produktion optimieren kann und wie sich die Digitalisierung auf die Prozesse auswirkt.

Reales Produkt wird hergestellt

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „In der Prozesslernfabrik sind ,Industrie 4.0‘ oder ,schlanke Produktion‘ keine Worthülsen der modernen Arbeitswelt, sondern werden greifbar gemacht: Die Studierenden stellen ein reales Produkt her, erleben Bearbeitung, Montage, Logistik und Qualitätssicherung. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Industrie und Praxis eng miteinander verzahnt werden. Ein solches Konzept reduziert auch die Studienabbruchquote: Die Studierenden lernen ihre zukünftigen Aufgaben hautnah kennen und wissen, was im Berufsalltag auf sie zukommt.“

Neue Methoden ausprobieren

Die Prozesslernfabrik bildet auf knapp 500 Quadratmetern eine Schulungsumgebung in einem realen Produktionsumfeld. Die Studierenden stellen hier Pneumatik-Kompaktzylinder her und montieren Elektro-Getriebemotoren. Dabei arbeiten sie an zwei Zerspanungslinien mit Werkzeugmaschinen und zwei Montagelinien. Die Produkte sind real, werden allerdings nicht verkauft, sondern nach der simulierten Auftragsabwicklung wieder auseinandergenommen. Dieses Vorgehen lässt zu, zu forschen und neue Methoden auszuprobieren – etwa zur schlanken Produktion: Hier wird erforscht, wie Produktionsfaktoren wie Betriebsmittel, Personal, Werkstoffe, Planung und Organisation sowohl sparsam als auch zeiteffizient eingesetzt werden können.

Digitalisierung ist Querschnittsthema

Angesiedelt ist das CiP am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW). Das Institut forscht an Fragestellungen zu Wertschöpfungsketten, Produktionsorganisation sowie den Schnittstellen zur Entwicklung, Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und der Beschaffung. Die Digitalisierung und Vernetzung in der Produktion bildet ein Querschnittsthema, das sämtliche technische Schwerpunkte am PTW durchzieht.

Zudem steht die Prozesslernfabrik auch Interessierten aus der Wirtschaft offen. In Workshops lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel, wie sie zur Just-in-time-Produktion gelangen – also zu einer Herstellungsweise, bei dem nur das Material in der Stückzahl und zu dem Zeitpunkt produziert und geliefert wird, wie es zur Erfüllung der Kundenaufträge benötigt wird.

Große Bedeutung für die Region

„Durch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen hat die Prozesslernfabrik eine große Bedeutung für die Wirtschaft der Region. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen benötigen die Unterstützung, um mit der Digitalisierung die Produktionsschritte und Abläufe zu verbessern“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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Pressesprecher: 
Christoph Schlein
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