Pressekonferenz

Klinikum stellt Zwischenbericht zur Psychiatrie Frankfurt-Höchst vor

Anknüpfend an die gemeinsame Pressekonferenz am 28. März haben das Hessische Ministerium für Soziales und Integration als Fachaufsicht, die Stadt Frankfurt und das Klinikum Höchst heute die konsequente Aufklärung des Sachverhalts in der psychiatrischen Abteilung des Klinikums Höchst fortgesetzt.

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Klinikum Höchst Außenansicht
© HSMI

Der damals seitens des Klinikums beauftragte externe Berater Dr. Hans-Joachim Kirschenbauer hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz seinen aktuellen Zwischenbericht vorgestellt. „Der vollständige Bericht ist zentral für die Aufklärung in Bezug auf die Psychiatrie des Klinikums Höchst, ich knüpfe an ihn aber auch die Hoffnung, dass er uns wertvolle Hinweise für die Entwicklung aller psychiatrischen Krankenhäuser in Hessen liefert“, sagt der Minister für Soziales und Integration, Kai Klose.

Aufklärungswille aller Verantwortlichen

Dr. Hans-Joachim Kirschenbauer lobt den umfassenden Aufklärungswillen aller Verantwortlichen, die sich nach der kritischen Berichterstattung für eine sachliche Auseinandersetzung entschieden und mit ihm einen externen Fachmann zur Aufarbeitung einsetzten. „Die intensive und sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema machte sehr schnell deutlich, dass alle Protagonisten an der rückhaltlosen und transparenten Aufklärung der im TV-Bericht erhobenen Vorwürfe interessiert waren“, so Herr Dr. Kirschenbauer. Die Vorgehensweise, sich mit der Kritik am Klinikum Höchst ergebnisoffen auseinanderzusetzen, bezeichnet der Experte als „einmalig in Deutschland“.

Mit seinem Bericht will Herr Dr. Kirschenbauer die Diskussion um das Klinikum versachlichen und grundlegende Informationen darstellen, die zu kurz-, mittel- und langfristigen Entscheidungen führen. Die beiden Teile des nun veröffentlichten Zwischenberichts widmen sich daher zunächst der Analyse des RTL-Beitrags sowie des Ist-Zustandes des Klinikums. In der dritten Phase werden die Umsetzung der Empfehlungen und die Weiterentwicklung des Klinikums Schwerpunkt sein.

Einordnung nach Ampelsystem

Im ersten Teil des Zwischenberichts behandelt Herr Dr. Kirschenbauer die konkret im RTL-Beitrag dargestellten Sachverhalte und ordnet sie nach einem Ampelsystem ein. Im zweiten Teil stehen vor allem qualitative und quantitative Fragen der personellen und räumlichen Ausstattung, der Konzepte, der Organisation von Arbeitsabläufen, sowie Daten über die Verweildauer, die Belegungsquoten und die Diagnosen im Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei identifiziert Dr. Kirschenbauer Probleme in Strukturen und Prozessen und empfiehlt, diese mit guter Qualitätspolitik und systematisiertem Qualitätsmanagement zu lösen. „Hierfür sind Entscheidungsprozesse im Rahmen einer Projektstruktur notwendig. Die dafür erforderlichen Grundlagen sind mit meinem Bericht gelegt worden“, erläutert der Experte den bisherigen Stand seiner Arbeit.

Bedeutung des differenzierten Zwischenberichts

Auch Stefan Majer, Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, äußert sich zufrieden über den gemeinsam beschrittenen Weg und hebt die Bedeutung des differenzierten Zwischenberichts von Herrn Dr. Kirschenbauer hervor. „Der Zwischenbericht von Herrn Dr. Kirschenbauer ist zugleich eine präzise Aufarbeitung der Vorwürfe gegen die Psychiatrische Klinik in Höchst und eine konstruktive Grundlage für die notwendige Qualitätspolitik in dieser Klinik. In seiner Differenziertheit macht der Bericht sowohl deutlich, wo gute Arbeit geleistet wird, aber er benennt auch klar, wo Veränderungen notwendig sind. Die Klinik unter Einbeziehung der Beschäftigten in ihrer Weiterentwicklung der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Qualitäten zu unterstützen ist für mich einer der zentralen Punkte im weiteren Prozess. Wichtig ist für mich ebenso, die Belange und Interessen von psychisch erkrankten Menschen und deren Angehörigen zu stärken und auch ihre Perspektiven in diesem Prozess mit zu berücksichtigen. Genau so bedeutend ist es, die Schnittstellen zur gemeindepsychiatrischen Versorgung in Frankfurt zu verbessern. Hierzu habe ich in den zurückliegenden Monaten viele Gespräche geführt und ein Dialogforum ins Leben gerufen, in dem Psychiatrieverbände, Vereine und Organisationen der Gemeindepsychiatrie vertreten sind. Denn auch das ist klar: Der jetzt angestoßene Prozess kann nur dann Früchte tragen, wenn alle Beteiligten einbezogen und bereit sind, Veränderungen mitzuentwickeln und mitzutragen“, betont Majer.

Anstoß zu nachhaltigem Entwicklungsprozess

Die Geschäftsführerin des Klinikums Frankfurt Höchst, Dr. Dorothea Dreizehnter, ist überzeugt, dass sich der eingeschlagene Weg auszahlt: „Wir haben die Entwicklung der letzten Monate als Chance ergriffen, mit Unterstützung von Dr. Kirschenbauer unsere Klinik für Psychiatrie tiefgehend zu analysieren und einen nachhaltigen Entwicklungsprozess anzustoßen. Dieser soll nicht bei oberflächlichen Makulaturen enden, sondern tiefgehend greifen und hin zu einer Psychiatrie nach modernsten Anforderungen führen.“

Auf Basis des Berichts von Herrn Dr. Kirschenbauer soll sich die Psychiatrie Frankfurt Höchst kontinuierlich weiterentwickeln. Bereits seit März finden monatliche Fachaufsichtsgespräche zwischen Ministerium, Stadt Frankfurt und Klinikum statt. Hessenweit wurden die im Gesetz vorgesehenen Besuchskommissionen eingerichtet, Gespräche mit den Leitungskräften aller psychiatrischen Einrichtungen geführt, Fixierungsprotokolle eingesehen und geprüft, um Lehren zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Hessen insgesamt zu ziehen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
+49 611 3219 3408
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